Fotografie - Wenn der Spaß einmal ausbleibt

© Fotograf: Willi Heinrich, Sportfotograf, Blende-Fotowettbewerb
© Fotograf: Willi Heinrich, Sportfotograf, Blende-Fotowettbewerb
Neulich lasen wir in einer Fotofachzeitschrift, dass es 100 Dinge gibt, die ein Fotograf in seinem Leben gemacht haben sollte. Wir kämen sicherlich noch auf weitaus mehr, denn die Fotografie ist ein unendlich weites Feld der nicht enden wollenden Möglichkeiten. Wie bei jeder anderen 100-Dinge-Liste auch, ist der Ansatz inspirierend und fördert zugleich den Spaß an der Fotografie, der so wichtig ist.

Der Mensch lebt in Gewohntem – so auch in der Fotografie. Das ist neben dem Zeitmangel womöglich der größte Feind der eigenen Kreativität und folglich auch am Spaß, den man daran hat. Diesen verstehen wir als fotografisches Lebenselixier. Wie für alle kreativen Prozesse üblich, erlebt jeder einmal eine flaue Zeit und das trotz aller Begeisterung für das Medium Fotografie. Sich aus diesem Tief zu befreien, ist herausfordernd und sollte möglichst zeitnah erfolgen. Unsere Erfahrung zeigt, dass man sich im Nachhinein über solch eine Phase ärgert. Das Feuer muss neu entfacht werden. Das gelingt am besten, indem man sich Neuem zuwendet. Und hier wären wir wieder bei den besagten 100 Dingen, die ein Fotograf in seinem Leben gemacht haben sollte.

Neue fotografische Gebiete erobern

Die Fotografie ist so vielseitig wie das Leben. Sie reicht von der Astrofotografie über die Landschaftsfotografie bis hin zur Street- oder beispielsweise Industriefotografie. Jeder Fotobegeisterte hat seine Lieblingssujets denen er nachgeht. Der Spaß an der Fotografie wird neu entfacht, wenn man sich neuen fotografischen Herausforderungen stellt und indem man für sich neue fotografische Sujets erschließt. Dadurch betritt man neue Gebiete, die einen fordern und somit fördern. Durch das ausbrechen aus dem Gewohnten erhält man neue Reize, die beflügeln und zu neuem Tatendrang animieren.

Fotoreisen, Fotoseminare, Fotofestivals

Selbst wenn man zu denjenigen gehört, die über ein großes fotografisches Fachwissen – sowohl hinsichtlich der Technik als auch in Bezug auf Bildaufbau etc. verfügen – so sollte man sich von Zeit zu Zeit eine Fotoreise und/oder Fotoseminar gönnen. Auch die zahlreichen Fotofestivals, die allein hier in Deutschland angeboten werden, sind eine Reise mit ihren Workshops, Ausstellungen etc. wert. Hier lernt man nicht nur Gleichgesinnte kennen, sondern man erweitert seinen Horizont durch neue/andere Sichtweisen, aber auch durch den regen Austausch. Das ist Inspiration pur und entfacht den Spaß an der Fotografie von neuem.

Neue Ziele stecken

Antriebsfeder sind für alles – also auch die Fotografie – die Ziele, die man sich steckt. Diese sollte man von Zeit zu Zeit für sich mit neuen Projekten definieren. Hierzu gehört beispielsweise die eigene Fotomappe genauso wie die Teilnahme an Fotowettbewerben, die erste Ausstellung mit eigenen Bildern aber auch seine vier Wände zu einer Fotogalerie werden zu lassen. Damit hierbei der Spaß nicht auf der Strecke bleibt, sollte man sich nicht zu viel Druck machen. Dies wäre kontraproduktiv.

Eigene Bildsprache entwickeln

Schauen wir uns namhafte Fotografen an, so haben sie eine eigene Bildsprache, die sie unverwechselbar macht. Mit der wachsenden Begeisterung für die Fotografie und den enormen Bilderbergen kann es ein Ziel sein, mit seinen Fotografien aus der Masse hervorzustechen und einen hohen Wiedererkennungswert zu erlangen. Anregungen kann man sich natürlich bei anderen holen. Wichtig ist, an seiner eigenen Bildsprache zu arbeiten und nicht zu kopieren.

Fotografieren in der Praxis 07 / 2016

Kommentare

Es wurden noch keine Kommentare zu diesem Artikel abgegeben.

Artikel kommentieren
* Diese Felder müssen ausgefüllt werden