Zehn Fototipps fürs Fotografieren am Meer

Sand und Meer - die beiden größten Feinde der Kameraausrüstung © Andreas Gugau Bildgalerie betrachten Sand und Meer – die beiden größten Feinde der Kameraausrüstung

Sommer, Sonne, Meer und Stand: Der Urlaub ruft und mit ihm all die Ziele in südlichen Ländern oder an Nord- und Ostsee, wahlweise, je nach persönlicher Präferenz. Das Meer ist ein Sehnsuchtsort, es ist wild und angenehm, kalt oder warm, oft in Verbindung mit bestem Wetter in der Erinnerung verhaftet. Und weil Bilder der Erinnerung gerne auf die Sprünge helfen, ist oft die Kamera am Strand mit dabei. Abgesehen von tollen Motiven gibt es dort auch Gefahren für die Kameraausrüstung. Hier sind zehn Fototipps für schöne und unfallfreie Strandfotos.

  1. Die beiden größten Gefahren für eine Kameraausrüstung sind Sand und Salzwasser. Halten Sie beides auf Abstand. Das gelingt, wenn die Kamera und vor allem auch die Kameratasche erst gar nicht in die Nähe des Sands kommen. Packen Sie eine Kameratasche, die nicht abgesetzt werden muss. Achten Sie auf ein modernes, bequemes Modell, damit Sie alles leicht erreichen können und nicht schon nach kurzer Zeit die Schulter schmerzt.
  2. Wenn Sie nahe ans Wasser wollen, denken Sie daran, dass eine Welle reicht, um ihre Kameraausrüstung zu zerstören. Besser ist es, gleich entsprechend vorbereitet loszugehen und beispielsweise eine wasserdichte Kompaktkamera als Zweitkamera dabei zu haben. Dann können Sie gefahrlos fotografieren. Eine andere Möglichkeit ist ein Unterwassergehäuse. In beiden Fällen gilt: Achten Sie peinlich genau auf die Angaben der Hersteller. Eine Kamera, die gegen Spritzwasser geschützt ist, ist nicht für einen Ausflug ins Meer geeignet.
  3. Sand und Salzwasser werden leicht aufgewirbelt, vor allem, wenn es windig ist. Dadurch kann eine Kameraausrüstung mit Salz in Berührung kommen, obwohl sie gar nicht im Wasser war. Reinigen Sie ihre Kamera nach einem Strandtag sorgfältig mit einem weichen, fesselfreien Tuch. Wenn Sie feststellen, dass Sand ins Gehäuse geraten ist, lassen Sie Ihre Kamera von einem professionellen Service durchchecken.
  4. Wenn Sie tagsüber am Strand sind, nehmen Sie einen Polarisationsfilter mit. Der hilft nicht nur, klarere Bilder zu erhalten, er schützt zu einem gewissen Maß auch das Objektiv. Wenn Sie abends oder nachts unterwegs sind, dann kann ein einfacher Schutzfilter die Frontlinse vor Beschädigung schützen.
  5. Objektivwechsel am Strand sind kritisch, vor allem, wenn es windig ist. Überlegen Sie, ein lichtstarkes, qualitativ hochwertiges Zoomobjektiv mitzunehmen. Wenn Sie trotzdem das Objektiv wechseln müssen, drehen Sie sich mit dem Rücken zum Wind, halten Sie die Kamera senkrecht nach unten und seien Sie möglichst schnell. Achten Sie darauf, dass keine Teile in den Sand fallen, auch keine Objektivdeckel. Diesen sollten Sie immer dabei haben und nutzen. Wenn Ihnen dieser fehlt, kaufen Sie vor dem Urlaub Ersatz.
  6. Nutzen Sie im Urlaub die Möglichkeit, auch mal zu ungewöhnlichen Tageszeiten an den Strand zu gehen. Frühmorgens oder nachts werden Sie kaum Menschen am Strand treffen. Nutzen Sie die Gelegenheit für Langzeitaufnahmen. Packen Sie deshalb ein stabiles Stativ ein. Manche Stative, beispielsweise solche aus Carbon, sind salzwasserbeständig. Achten Sie auch hier auf die Hinweise des Herstellers, bevor Sie ihr teures Stativ in die Brandung stellen.
  7. Nichts ist ärgerlicher als ein leerer Akku. Ist schon tausend Mal gesagt worden, kommt aber jeden Tag tausend Mal vor. Wenn Sie nachts am Strand stehen und das Meer im Mondschein fotografieren möchten, wollen Sie nicht wegen eines leeren Akkus wieder zurück ins Hotel. Nehmen Sie deshalb immer ausreichen Ersatzakkus mit. Denken Sie daran, dass Sie für ein Ladegerät möglicherweise einen Adapter für die Steckdose benötigen.
  8. Das Meer bietet sich geradezu an, genau horizontal abgebildet zu werden. Denn wenn das Wasser scheinbar links oder rechts aus dem Bild läuft, ist das nicht so schön. Eine Gittermattscheibe erleichtert es, die Kamera waagerecht auszurichten. Ein Stativkopf mit Wasserwaage kann ebenfalls hilfreich sein, erlaubt meistens aber nur eine ungefähre Ausrichtung.
  9. Im Urlaub haben Sie Zeit, nehmen Sie all die Objektive und Filter mit, die Sie sonst nur wenig nutzen. Auch ein Fisheye kann reizvoll sein, oder eben das besonders große Teleobjektiv für die aufgehende Sonne am Horizont. Seien Sie kreativ und nutzen Sie die Möglichkeiten. Wenn Sie eine System- oder Spiegelreflexkamera besitzen, dann sind Ihrer Kreativität kaum Grenzen gesetzt.
  10. Wenn Sie mit dem Flugzeug verreisen beachten Sie, dass die Kameraausrüstung immer ins Handgepäck sollte. Wenn Sie zu viel mitnehmen und Ausrüstungsteile einchecken müssen, weisen Sie beim Einchecken darauf hin, dass das Gepäck zerbrechliche Gegenstände enthält, auch wenn sie sorgsam verpackt sind. Schließen Sie vorher eine Versicherung ab, die für Verlust oder Beschädigung im Fluggepäck haftet. Stative müssen grundsätzlich ins aufgegebene Gepäck. Achten Sie beim Stativkauf darauf, dass es auch in den Koffer passt und nicht zu schwer ist.

Fotografieren in der Praxis 06 / 2017

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1 Kommentare

Und ein Tipp aus dem Leben gegriffen: Die Kameraausrüstung nicht unbeaufsichtigt am Strand zurücklassen weil man Baden geht.

Marco

von Marco
14. Juni 2017, 17:04:14 Uhr

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