Fotografieren im Regen, Wind und Schnee - Schutz der Ausrüstung

© Fotograf: wolf, RAIN, Photoglobus
© Fotograf: wolf, RAIN, Photoglobus
Landschaften als Motiv gewinnen durch Regen, Wind oder Schnee. Für den Fotografen bedeutet dies, dem Wetter zu trotzen und auch, wenn die Wolken tief hängen oder es beispielsweise regnet, loszuziehen. Wie heißt eine Fotografenweisheit: Man sollte schon bei schlechtem Wetter losziehen, denn das erhöht die Trefferquote. Der Fotograf an sich ist ja wasserdicht, aber sind es auch die Kamera und die Objektive? Wir geben Tipps zum Schutz der Fotoausrüstung bei Regen, Wind und Schnee.

Wenn es draußen regnet oder schneit, empfiehlt es sich, als Fotograf eine Regenjacke anzuziehen. Es soll sich ja niemand ernsthaft erkälten. Die Kameraausrüstung kann sich zwar nicht erkälten, aber sehr wohl sterben, wenn sie nass wird – außer man fotografiert mit einer Qutdoorkamera, der selbst Regen so schnell nichts anhaben kann. Ansonsten sollte man sich immer darüber bewusst sein, dass die größten Feinde elektronischer Geräte Salzwasser, Wasser und Sand – in dieser Reihenfolge sind. Aber wer eine gute Fototasche hat, muss sich zumindest bei leichtem Regen oder bei Schneefall keine Gedanken machen.

Nur, was macht eine gute Fototasche aus? Egal, ob Tasche oder Rucksack, leicht zu tragen sollte es sein. Also so, dass der Fotograf nicht ständig darauf achten muss, die Schultertasche nicht zu verlieren oder etwa so, dass der Rucksack die Bewegungsfreiheit einschränkt. Wer oft draußen unterwegs ist, sollte beim Kauf auf mehrere Dinge achten. Zum Beispiel darauf, dass alle Teile leicht zu erreichen sind. Es macht wenig Sinn, eine kleine, kompakte Tasche mit sich herumzutragen, in der alles gestapelt ist und dann vor Ort erst einmal die Hälfte ausgeräumt werden muss, um an das wichtige Equipment zu kommen. Dann wird die halbe Ausrüstung nass und das sollte man in dem Fall vermeiden. Gleiches gilt für einen Rucksack, der nur auf einigen Seiten aufgeht. Ausräumen, Ausrüstung suchen, einräumen mag im heimischen Wohnzimmer wunderbar funktionieren, wenn es draußen regnet, sollte das, wenn möglich, vermieden werden.

Es gibt noch weitere Details, die das Leben im Regen leichter machen. Wer weiß, dass die Kamera viel ins Gelände genommen wird, achtet darauf, dass die Fototasche einen stabilen Boden hat, der nicht gleich durchweicht. Viele Taschen und Rucksäcke haben überdies einen gesonderten Regenschutz. Bei einem kurzen Schauer wird der nicht unbedingt benötigt, wenn es aber stundenlang regnet oder ein Spaziergang während eines tropischen Regengusses ansteht, dann macht das sehr wohl Sinn. Oft ist der Regenschutz ein Überzug, der einfach über die Tasche oder den Rucksack gezogen wird.

© Fotograf: Angelika H. Rumpf, Verregnete Autoscheibe, Photoglobus, Blende Fotowettbewerb
Damit wäre die Ausrüstung dann ja schon einmal trocken zum Ziel transportiert. Dort angekommen muss die Kamera zwangsläufig raus aus der schützenden Transportverpackung. Bei einem mäßigen Regen ist das kein Problem, die meisten Kameras sind gegen Spritzwasser ausreichend geschützt. Schwieriger wird es, wenn es gießt. Da bleibt dann eigentlich nur ein Schutz, wie das Fotografieren unterm Regenschirm. Ist man im Besitz eines Unterwassergehäuses, so sollte dies bei Starkregen zum Einsatz kommen. Schneit es hingegen, so bleibt der Schnee auf der der Kamera liegen. Vor dem Einpacken der Ausrüstung ist es wichtig, das Equipment mit einem Tuch trocken zu wischen, um die Feuchtigkeit nicht in die Tasche oder den Rucksack zu transportieren. Die Frontlinse sollte natürlich nicht einfach so mit einem Tuch abgewischt werden, wenn, dann sollte man mit einem speziellen Tuch, beispielsweise aus Mikrofaser, vorsichtig zu Werke gehen. Unter bestimmten Umständen macht es Sinn, bei extremem Wetter, Objektive durch einen Filter, beispielsweise einen UV-Filter, zu schützen. Ein hochwertiger Filter beeinflusst die Bildqualität so gut wie gar nicht und lässt sich im Zweifelsfall günstiger ersetzen als eine Frontlinse.

Die größte Herausforderung bei Mistwetter ist der Wechsel eines Objektivs. Wer das macht, sollte darauf achten, dass es weder in die Kamera noch in das Objektiv hineinregnet oder -schneit. Deshalb gilt: Dem Wind den Rücken zukehren und leicht vornüber beugen und so die Kamera schützen. Wer eine ausreichend große Tasche hat, ist auch beim Objektivwechsel schnell. Außerdem sollte die offene Kamera nicht mit dem Spiegelkasten, also dort, wo das Objektiv angesetzt wird, nach oben abgelegt werden. Sonst schneit es womöglich direkt hinein.

Und wenn nun doch ein paar Flocken oder Tropfen ins Innere gelangen? Auf der Rückseite des Objektivs können die vorsichtig entfernt werden, wie auf der Frontlinse auch. Schwieriger wird es im Spiegelkasten. Darin sollte nicht herumgefingert werden. Der Spiegel ist meist sehr empfindlich, und wer versucht, von dort einen Tropfen aufzunehmen, wird in den meisten Fällen eine Schleif- oder Schmierspur hinterlassen. Der Spiegel einer Spiegelreflexkamera darf keinesfalls beschädigt werden, denn er liefert nicht nur das Bild für den Sucher, sondern auch die Informationen, die die Kamera benötigt, um die Belichtung zu messen. Ist der Spiegel verstellt, funktioniert auch der Autofokus nicht mehr. Arbeiten am Spiegel sind immer ein Fall für den professionellen Service. Es bleibt in diesem Fall also nur die Möglichkeit, Wasser oder Schnee trocknen zu lassen und zu hoffen, dass keine Spuren zurückbleiben. Wobei kleinere Staubkörner oder Flecken nur ein ästhetisches Problem beim Blick durch den Sucher sind. Denn für die Aufnahme klappt die Kamera ja den Spiegel blitzschnell hoch, damit das Licht geradeaus auf den Bildsensor fällt. Deshalb ist der Spiegel in einer Kamera auch mechanisch ein diffiziles Gebilde. Einige kompakte Systemkameras haben einen halbdurchlässigen Spiegel. Da sieht die Sache etwas anders aus, denn was dann auf dem Spiegel ist, kommt auch ins Bild.

Zu Hause sollte nach einer Fototour bei Schlechtwetter alles ausgeräumt und getrocknet werden, allerdings nicht auf der Heizung. Schließlich will ja niemand in der feuchten Kameratasche Pilzkulturen züchten.

Fotografieren in der Praxis 01 / 2014

1 Kommentare

Von mir noch ein Tipp dazu: Es empfiehlt sich, die Sonnenblende bei regen oder Schneefall auf dem Objektiv zu belassen. Es hilft lästige Tropfen auf der Linse zu vermeiden! Grüße!

Torsten Klose

von Torsten Klose
15. Januar 2014, 09:14:38 Uhr

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