Fotografieren von Wohnungen/Häusern für Vermietportale

© Fotograf: Nadine Hartmann, Altstadt von Stavanger, Blende-Fotowettbewerb
© Fotograf: Nadine Hartmann, Altstadt von Stavanger, Blende-Fotowettbewerb
Wer eine Reise tut, der fotografiert nicht nur, sondern der braucht auch eine Bleibe für seine Übernachtung. Die Optionen sind heute so vielfältig wie noch nie mit Campingplatz, Hotel, Jugendherberge oder beispielsweise Bed and Breakfast. Absolut angesagt sind seit geraumer Zeit privat genutzte Unterkünfte – man vermietet/tauscht quasi seine eigenen vier Wände für die Zeit, wenn man sich selbst beispielsweise im Urlaub befindet. Inwieweit Interessierte sich für das Angebot entscheiden, hängt davon ab, wie wirkungsvoll man Bilder sprechen lässt, die bekanntlich mehr als 1.000 Worte sagen, wenn sie gelungen sind. Oberstes Gebot ist natürlich visuelle Ehrlichkeit – wer diese nicht hat, vermietet/tauscht einmal mit Erfolg und wird dann im Netz zerrissen. Je nach Portal, das für den Wohnungstausch/-vermietung als Anbieter genutzt wird, stehen Profifotografen zur Verfügung, die auf das Ablichten der vier Wände spezialisiert sind oder man kann seine eigenen Aufnahmen hochladen. Wichtig bei den Fotografien ist Authentizität, Emotionalität und eine Geschichte zu erzählen, damit man andere für seine vier Wände begeistert. Also nicht nur alles in der Übersicht ablichten, sondern auch mal wohnliche Details zum Besten geben, die möglicherweise auch etwas über einen selbst verraten. Nur auf diese Art und Weise kann der Fremde beurteilen, ob er sich dort wohlfühlen würde.

© Fotograf: Gregor König, Kanarisches Felsenhaus, Blende-Fotowettbewerb
© Fotograf: Gregor König, Kanarisches Felsenhaus, Blende-Fotowettbewerb
Aufnahmen von den eigenen vier Wänden gelingen prinzipiell mit einem Smartphone ebenso wie mit einer Kompaktkamera oder einer kompakten System- beziehungsweise Spiegelreflexkamera. Die vielfältigsten Optionen der Einflussnahme auf die Bildergebnisse hat man natürlich mit hochwertigen Kompaktkameras und kompakten System- und Spiegelreflexkameras. Sofern die Kamera nicht über ein eingebautes Blitzgerät verfügt, ist ein separater Aufsteckblitz zur optimalen Ausleuchtung ratsam. Als Optik bietet sich ein Normal- oder ein leichtes Weitwinkelobjektiv an – man sollte es mit der Weitwinkeloptik jedoch nicht übertreiben, denn wir wissen ja alle, dass man damit wunderbar kleine Räume sehr groß erscheinen lassen kann. Inwieweit ein Smartphone als Aufnahmegerät geeignet ist, hängt natürlich auch von den Lichtbedingungen in der Wohnung/im Haus ab. Ist es recht dunkel, so stößt man mit dem Smartphone schnell an die Grenzen des Machbaren und muss für zusätzliches Licht mittels speziellen Blitzlichtzubehörs sorgen.

© Fotograf: Juergen Kadow, Der Goldene Käfig, Blende-Fotowettbewerb
© Fotograf: Juergen Kadow, Der Goldene Käfig, Blende-Fotowettbewerb
Beim Aufnahmegerät würde unsere Wahl zu einer Kamera gehen, denn wir haben immer wieder große Probleme damit, unsere Smartphone beim Fotografieren gerade auszurichten. Zudem erachten wir die Fotofunktionen größtenteils als nicht ausreichend, um mit diesen Aufnahmen zu glänzen und dementsprechend unsere eigenen vier Wände gegenüber Fremden anzupreisen. Bei einigen Portalen ist auch die Einbindung von Videos möglich – das ist eine tolle Option, denn so kann man nicht nur in den eigenen vier Wänden einen tollen virtuellen Rundgang präsentieren, sondern auch von der Umgebung, wo sich diese befinden. Bei Videos liegt die Würze in der Kürze und im richtigen Zusammenschnitt. Sowohl in Bezug auf die erstellten Fotografien als auch Videos sollte man enge Freunde, die die eignen vier Wände kennen, fragen, ob sie diese Aufnahmen als gelungen erachten und ob diese die Wohnung/das Haus lebensecht wiedergeben. Der eigene Blick ist oftmals nicht frei.

Interessierte von solchen Tausch- und Vermietportalen fahren größtenteils zu Orten, die sie nicht kennen. Um ihnen einen Einblick zu geben, sollte man die nähere Umgebung ebenso in Fotografien festhalten – das erspart einem dann auch umständliche Beschreibungen. Natürlich gilt es hier, die Dinge abzulichten, die charakteristisch für die Wohngegend sind. Befindet sich beispielsweise ein Park in der Nähe, dann gehört dieser genauso abgelichtet wie die Einkaufsstraße, der Wochenmarkt oder die U-Bahnstation.

Luxuswohnung
Wichtig ist, von der Umgebung das abzulichten, was typisch für sie ist und was es noch reizvoller macht, die Wohnung/das Haus für die Zeit des Urlaubs zu mieten beziehungsweise zu tauschen. Denken wir hier beispielsweise an ein Haus an den Klippen mit freier Sicht aufs Meer – das gehört ebenso gezeigt wie dass sich die Wohnung in einer Großstadt im 24 Stockwerk befindet mit einer grandiosen Aussicht auf andere Wolkenkratzer.

Werden die eigenen vier Wände abgelichtet, so muss es natürlich aufgeräumt sein. Das bedeutet nicht Sterilität und das nichts herumstehen darf. Auf Kleinigkeiten sollte man natürlich achten, wie zum Beispiel ein ordentlich gemachtes Bett, geputzte Fenster etc. Natürlich sollte in den Fotografien auch zum Ausdruck gebracht werden, ob in dem Haushalt auch Kinder oder Tiere leben. Manch ein Interessent hat möglicherweise eine Allergie und dann kommt das Domizil schlichtweg nicht in Frage. Auf der anderen Seite weiß man als Hundebesitzer, dass man seinen Vierbeiner womöglich mitnehmen darf.

© Fotograf: Alexander Hohmann, schrecklich sauber, Blende-Fotowettbewerb
© Fotograf: Alexander Hohmann, schrecklich sauber, Blende-Fotowettbewerb
Bevor man mit dem Fotografieren beginnt, sollte man sich im Vorfeld überlegen, wie man die Geschichte seiner Wohnung/seines Hauses am besten in seinen Fotografien zum Ausdruck bringt und was das Besondere ist. Das kann zum Beispiel die große Dachterrasse sein, der Kamin im Zentrum des Wohnzimmers, der Swimmingpool oder überdimensionierte Grill im Garten, die Sauna mit Fitnessbereich oder aber die Galerie mit einer umfassenden Bibliothek etc. Hat man ein Hochbett als Schlafmöglichkeit, dann gehört dieses natürlich genauso fotografisch thematisiert wie die schmale Wendeltreppe, denn damit drückt man aus, dass die Räumlichkeit nichts für körperlich behinderte Menschen sein dürfte.

Warmes, natürliches Licht – gegeben falls in Verbindung mit Blitzlicht – geben die Wohnsituation am angenehmsten wieder. Spielen Sie auch mit dem Tageslicht, das durch die Fenster fällt. Auf den Weißabgleich gilt es natürlich zu achten. Damit die Aufnahmen wie aus einem Guss wirken, sollte die Fotosession hintereinander möglichst unter Ausnutzung des Tageslichtes erfolgen.

Fotografieren in der Praxis 05 / 2015

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