Fotografieren zu Weihnachten - Abseits des Festlichen

© Fotograf: Silas Roessler, die Weihnachtsgans, Blende-Fotowettbewerb
© Fotograf: Silas Roessler, die Weihnachtsgans, Blende-Fotowettbewerb
Wenn Familie und Freunde zu Weihnachten zusammentreffen, dann sollte unseres Erachtens der Kameraauslöser nicht mehr stillstehen. Diese Fotografien sind unwiederbringliche Zeitdokumente, die mit jedem verstreichenden Jahr bedeutungsvoller werden. Das Gruppenfoto vor dem Weihnachtsbaum gehört ebenso zum festen weihnachtlichen Motivritual wie die schön gedeckte Festtafel. Aber auch abseits dieser Rituale sollten wir unsere Erlebnisse festhalten, die sicherlich auch ein lebensnahes Spiegelbild des menschlichen Zusammentreffens sind. Mal regen sie zum Schmunzeln und dann wieder zum Haare raufen an.

In der Küche

© Fotograf: Laura Weinhold, arbeit, Blende-Fotowettbewerb
© Fotograf: Laura Weinhold, arbeit, Blende-Fotowettbewerb
Sofern nicht essen gegangen wird, herrscht in der Küche zur Weihnachtszeit Hochbetrieb. Da wird gebacken und gebrutzelt, da stapeln sich nicht nur die Einkäufe, sondern ebenso das Geschirr und die Töpfe, da sehen Küchenböden und Arbeitsplatten wie Schlachtfelder aus, da werden die Platten kunstvoll angerichtet, Familie sowie Freunde helfen gemeinschaftlich beim Abwasch. Trotz Probekochen geht das ein oder andere schief und lässt mitunter verzweifelte Gesichter zurück. Auf der anderen Seite sind Freudentränen zu sehen, wenn die kulinarischen Genüsse gelingen und der Probierlöffel seine Runde macht. Da steht der Partner mit der Christbaumbeleuchtung, die mal wieder nicht funktionieren möchte, in der Küche mit fragenden Blicken. Ja, und die Kleinen verlangen nach Aufmerksamkeit, wollen mithelfen. Motive gibt es in Hülle und Fülle. Sie alle sind mitten aus dem Leben gegriffen, sie machen unser Leben aus und gehören für uns auch alle eingefangen. Solche Aufnahmen sind es auch, die beispielsweise in einem Fotojahrbuch nicht fehlen dürfen und mit denen man sich bei seinen Gästen nach dem Fest mit einer selbstgestalteten Fotokarte bedanken kann. Als Aufnahmegerät bietet sich alles vom Smartphone bis zur Spiegelreflexkamera an. Wir würden einer Kamera den Vorzug geben, denn gerade wenn in Innenräumen fotografiert wird, sind die Lichtbedingungen oftmals nicht optimal und die Smartphonebildqualität nicht zufriedenstellend. Aufnahmegeräte mit Serienbildfunktion bieten den Vorteil, keinen Moment mehr zu verpassen. Noch besser sind Aufnahmegeräte, die 4K bieten. Aus den Videosequenzen lassen sich Stehbilder in Topqualität mühelos extrahieren. Ein Blitzgerät hilft zur optimalen Ausleuchtung – mit ihm verschwinden beispielsweise Schatten in den Gesichtern und man kann deutlich kürzere Belichtungszeiten wählen. Achten Sie beim Fotografieren auf den Hintergrund – dieser sollte Ihrem Motiv nicht die Show stehlen.

Weihnachtsbaum – fällen, schmücken …

© Fotograf: Lea Riebschläger, Zwei Asse, Blende-Fotowettbewerb
© Fotograf: Lea Riebschläger, Zwei Asse, Blende-Fotowettbewerb
Der Weihnachtsbaum gehört in unseren Breiten zum Fest. Jeder beansprucht für sich natürlich den schönsten Baum haben zu wollen, der entweder gekauft oder selbst geschlagen wird. Geht es mit der Familie und/oder Freunden in den Wald, um den eigenen Weihnachtsbaum zu Fall zu bringen, dann gehört die Kamera natürlich mit. Es spielen sich allzu oft traumhafte menschliche Szenen ab, die in Form von Bildern und Videos konserviert gehören. Da wird vor dem auserwählten Baum in die Knie gegangen, man müht sich mit der Säge ab …. und dann der Abtransport zum Wagen, mit einer Wegstrecke, die immer länger zu werden scheint. Damit aber nicht genug, denn irgendwie muss der Baum auch noch im Fahrzeug verstaut werden und dass oftmals sehr zum Leidwesen der Mitfahrer. Das solche Aufnahmen mitunter vor Komik nur so strotzen, lässt den Stress im Nachhinein wunderbar verfliegen. Ist man derjenige, der fotografiert, so hat man zudem den großen Vorteil, dass man sich wunderbar aus allem heraushalten und eventuellen Streitigkeiten aus dem Weg gehen kann.

Das Schmücken des Weihnachtsbaumes ist nicht weniger interessant, als Motiv mit der Kamera eingefangen zu werden. Hier spielen sich mitunter Szenen ab, die das Leben so schreibt. Wer von uns kennt es nicht, dass der Baum einfach nicht in den Baumständer passen will. Da wird ihm mit zur Verfügung stehenden Werkzeug auf die Pelle gerückt. Nicht selten verliert der Weihnachtsbaum dabei an etlichen Zentimetern – wir alle kennen diese Szenerie, die einfach zu Weihnachten dazu gehört und manchmal sogar in einem Neukauf eines Baumes endet. Ja, und dann geht es ans Schmücken – auch hier gibt es feste Rituale mit oder ohne Schnaps. Unser Tipp: Die Kamera auf ein Stativ und sofern diese über eine Zeitrafferfunktion verfügt, diese aktivieren. Auf diese Weise erhält man ein wunderbares Kurzvideo, das auch in selbstgestaltete Fotobücher mit integriert werden kann. So ein Video eignet sich aber auch wunderbar, um an seine Lieben rumgeschickt zu werden und sie auf das Weihnachtsfest einzustimmen.

Gäste …

Weihnachten ist das Fest der Familie und der engen Freunde. So manche Wohnung und so manches Haus platzt förmlich aus allen Nähten, erst recht dann, wenn auch noch Übernachtungen anstehen. Statt drei oder vier Zahnbürsten sind auf einmal 10 und mehr im Bad anzutreffen, die Garderobe quillt förmlich über, da ein Meer an Schuhen, dort das Schlaflager, hier die leeren Weinflaschen vom Vorabend – wir alle kennen diese Szenerien, die zu Weihnachten dazugehören. Auch diese sollte man alle einfangen, denn selbst wenn man als Gastgeber an diesen Tagen, dem Nervenkollaps nah war, im Nachhinein freut man sich doch wieder über das gelungene Weihnachtsfest.

Fotografieren in der Praxis 12 / 2015

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