Fototipp: Fotoshooting am Strand aufnehmen

© Fotograf: Michael Roth, Überraschungswelle, Blende-Fotowettbewerb
© Fotograf: Michael Roth, Überraschungswelle, Blende-Fotowettbewerb
Urlaubszeit ist Fotozeit und viele zieht es in dieser Zeit ans Meer. Beliebtes Fotomotiv sind hier Sonnenauf- und -untergänge. Wer hat diese nicht auf seiner Speicherkarte verewigt? Der Strand bietet sich als Location aber auch beispielsweise für Fotoshooting und insbesondere für Porträtaufnahmen an. Die beste Zeit sind die Morgen- und späteren Nachmittagsstunden. In der Mittagszeit kann man sich als Fotobegeisterter getrost anderen Dingen zuwenden. Geht es an Sandstrände und/oder ans Meer mit Salzwasser dann gilt es, die Fotoausrüstung entsprechend zu schützen. Wir alle kennen es am eigenen Leib wie es sich anfühlt, wenn Sandpartikel mit unserer Haut Kontakt aufnehmen. Man fühlt sich an Schmirgelpapier erinnert. Ja und auch wenn wir nicht in die See eintauchen, dann haben wir alle schon die Erfahrung gemacht, wie sich ein Film auf unsere Haut setzt der salzig ist.

Wird nicht mit einer Outdoorkamera fotografiert, die sowohl staub- als auch wasserdicht ist, so gilt es, die Kamera vor Sand und Wasser auch dann zu schützen wenn man nicht abtaucht. Je näher man sich am Meer aufhält und je tobender die See ist, desto stärker ist die Luft mit Feuchtigkeitspartikeln sozusagen geschwängert. Diese setzen sich nicht nur auf unserer Haut ab, sondern natürlich auch auf der Kamera. Für den Kameraschutz ratsam, sofern es angeboten wird, ist ein Unterwassergehäuse. Dieses ist erstrecht dann zu empfehlen, wenn man auch mit seiner Kamera abtauchen möchte. Der Anschaffungspreis variiert je nach Modell und kann auch jenseits der 1.000 Euro Grenze liegen. Wer diese Investition nicht tätigen möchte, der sollte beim Fotohändler nachfragen, ob er Unterwassergehäuse auf Verleihbasis anbietet. Gehört man jedoch zu denjenigen, die es im Urlaub nicht nur einmalig ans Meer zieht, der auch gern eine Schiffstour macht oder der gern abtaucht, dann lohnt sich die Investition in ein Unterwassergehäuse in jedem Fall.

© Fotograf: Beate Achenbach, Kleiner Sandbuddler, Blende-Fotowettbewerb
© Fotograf: Beate Achenbach, Kleiner Sandbuddler, Blende-Fotowettbewerb
Eine Alternative zu Unterwassergehäusen bieten wasserdichte Kamerahüllen, die meist aus einem durchsichtigen, UV-stabilen TPU-Kunststoff gefertigt sind. Diese Hüllen besitzen eine zylindrische Aussparung mit durchsichtiger Plastikscheibe für das Objektiv der Kamera, sind 100% wasserdicht und in der Regel bis zu einer Wassertiefe von 5 Metern einsetzbar. Für Aufnahmen zum Tauchen raten wir jedoch zu Unterwassergehäusen.

Das TPU-Material der wasserdichten Kamerahüllen ist weich und mit der Konsistenz von Silikon vergleichbar, wodurch es die rudimentäre Bedienung der Kameraelemente erlaubt. Insgesamt sollten die Grundeinstellungen der Kamera im manuellen Modus festgelegt werden, ehe das Aufnahmegerät in die Schutzhülle kommt. Bevor die Kamera jedoch in Wassernähe gebracht wird oder gar auf Tauchfahrt geht sollte unbedingt geprüft werden, ob die Schutzhülle auch wirklich wasserdicht ist. Hierfür gibt man ein oder zwei Tücher Küchenrolle in die Schutzhülle und macht den Wassertest. Bleiben die Küchentücher trocken ist die Hülle dicht.

Wenn die Kamera in die Schutzhülle kommt sollte natürlich die Passform für das Objektiv geprüft werden. Hierbei sollte sichergestellt sein, dass der Objektivring bündig auf der Plastikscheibe aufliegt. Beim Fotografieren empfiehlt es sich, diese Position jeweils händisch zu fixieren. Um ein Beschlagen von Objektiv und Plastikscheibe zu unterbinden wird noch ein Trockenmittelbeutel mit Kieselgel (am bekanntesten sind hier Silica Päckchen) in die Schutzhülle gegeben, bevor diese wasserdicht verschlossen wird.

Wenn nicht fotografiert wird, gehört die Kameraausrüstung in die Fototasche beziehungsweise in den Fotorucksack. Wichtig ist natürlich, sie am Strand auch nicht unbeaufsichtigt zu lassen und sie zum Beispiel nicht unter dem Strandlaken zu verstauen, wenn man sich im Meer abkühlt.

Nicht immer ist man bestens vorbereitet, wenn es an den Strand geht. Da wird nicht nur die Sonnencreme vergessen, sondern man hat es im Vorfeld versäumt, sich mit dem Schutz seiner Kamera auseinanderzusetzen. Das bedeutet im Umkehrschluss nun nicht, dass man nicht fotografieren kann. Wichtig ist hier das Risiko zu minimieren, indem man sich dem Meer beispielsweise nicht zu sehr nähert. Ist starker Wind, der den Sand in die Luft wirbelt, so sollte man sich entgegen der Windrichtung stellen.

Am Abend, wenn es in die Unterkunft geht, sollte man so oder so sein Kameraequipment in jedem Fall einer Reinigung unterziehen. Hierzu bietet der Handel spezielle Reinigungssets an. Von der Säuberung der Objektive mit Papiertaschentüchern ist abzuraten. Die kleinen Holzpartikel zerkratzen die Linsen.

Fotoshooting – Das Spiel mit den Möglichkeiten

Der Strand als Fotolocation bietet unendlich viele Optionen, sein Gegenüber fotografisch in Szene zu setzen. Ob nun stehend, liegend, kauernd im oder außerhalb des Wassers – alles ist denkbar. Wichtig ist, sich Zeit zu nehmen. So nebenbei gelingen in den seltensten Fällen überzeugende Aufnahmen. Spielen Sie mit den Möglichkeiten und zwar nicht nur jenen, die das Fotoequipment bietet. Sehr beliebt als Location ist die direkte Nähe zum Meer. Hier können beispielsweise die Wellen wunderbar in die Bildgestaltung integriert werden. Als Aufnahmeposition ist eine entsprechend Tiefe zu wählen. Perfekte Ausleuchtung garantieren Reflektoren und auch der Blitz leistet selbst bei Sonnenschein immer wieder gute Dienste. Denken wir hier nur an Gegenlichtaufnahmen.

Für die Fotos bietet sich eine tiefe Aufnahmeposition an, um auch die Wellen abzubilden oder aber teilweise unter dem Wasserspiegel zu fotografieren. Je nach Intensität ist ein Reflektor sinnvoll, um das Model ins rechte Licht zu setzen. Ist die Kamera vor äußeren Einflüssen geschützt, steht den actionreichen Aufnahmen nichts mehr im Weg. Das Model sitzt auf dem Strand und wird von Wellen umspült. Die Brandung und das Brechen der Wellen kann der Aufnahme ungeahnte Dynamik verleihen. Das Model kann sich bewegen, durch das Wasser rennen, hochspringen oder in die Wellen eintauchen. Unterschiedlichste Posen im seichten Wasser mit interessanten Spiegelungen auf der Wasseroberfläche sind ebenso denkbar wie gezielte Unterwasseraufnahmen, wenn das Wasser klar genug ist.
Insgesamt erweitert eine Schutzhülle das Spektrum der möglichen Aufnamesituationen am Strand. Dieser nützliche Ausrüstungsgegenstand schützt nicht nur vor Salzwasser, sondern auch vor Sand, Staub und sogar Sonnencreme. Auf jeden Fall lohnt es sich über eine Anschaffung für den nächsten Badeurlaub nachzudenken.

Fotografieren in der Praxis 08 / 2016

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