Fototipp - Bizarre Winterlandschaften

Für Fotobegeisterte gibt es kein schlechtes Wetter und der Winter, der sich jetzt bereits mit seinen Temperaturen in unseren Breiten ankündigt, hat allein bezogen auf die Landschaftsfotografie so unendlich viel zu bieten, dass sich Fototouren einfach anbieten. Jede Zeit hat ihre ganz besonderen Reize und wie diese sich im Winter zur Schau stellen, das führen uns auch die Blende-Teilnehmer mit ihren Wettbewerbsbeiträgen zu „Blende 2016“ vor Augen. Die diesjährige thematische Vorgabe mit „Ob’s stürmt, ob’s schneit, ob Sonnenschein – Wetterimpressionen“ lud dazu ein, sich dem Thema Winter und damit dem Schnee zu stellen. Dem „Blende“-Teilnehmer Harry Reim ist mit seiner Bildeinsendung „Birken im Schnee“ eine Aufnahme gelungen, die den Betrachter förmlich die Kälte spüren lässt. Harry Rein hat nicht nur einfach ausgelöst, sondern spielt gekonnt mit einem geschickt gewählten Bildaufbau, der der Aufnahme Tiefe verleiht. Solch eine Aufnahme, wie sie Harry Reim gelungen ist, spricht für fotografisches Können und setzt Kenntnisse voraus, welcher Zutaten es für solche Bilder bedarf. Nachstehend einige Tipps für imposante Winteraufnahmen.

Harry Reim, Birken im Schnee
Harry Reim, Birken im Schnee

1. Akkus haben in der Kälte eine verminderte Leistung. Packen Sie also immer ausreichend Ersatzakkus ein. Wenn es richtig kalt ist, sollten Sie sich überlegen, Ersatzakkus nicht in der (genauso kalten) Kameratasche zu transportieren, sondern in einer Jacken- oder Hosentasche. Denken Sie auch an Ersatzspeicherkarten – bekanntlich wird der Auslöser öfter gedrückt und wenn Sie dann auch noch ein Video drehen, brauchen Sie entsprechende Speicherkapazitäten.

2. Fototasche oder Fotorucksack – was ist besser? Ein Fotorucksack ist leichter zu tragen und wenn Sie längere Wegstrecken zu Fuß gehen, ist er immer das Mittel der Wahl. Allerdings müssen Sie einen Rucksack womöglich abstellen, bevor Sie an Ihre Kamera kommen. Eine Schultertasche müssen Sie nicht zwangsläufig abstellen, um die Kamera zu entnehmen. Wenn Sie wieder zu Hause sind, dann stellen Sie bitte die Fototasche beziehungsweise den Fotorucksack nicht einfach in der Ecke ab, sondern räumen Sie alles aus und trocknen Sie alle Ausrüstungsteile. Nichts ist ärgerlicher, als wenn durch die winterliche Feuchtigkeit die Kameraausrüstung Schaden erleidet.

3. Auch wenn Kameras immer smarter – also intelligenter werden, so kann es beim Fotografieren von Winterlandschaften mit großen Schneeflächen zu Fehlbelichtungen kommen. Immer mehr Kameras verfügen über das Menüprogramm „Schnee“, das in der Regel sehr gute Dienste leistet. Wenn aber situationsbedingt nicht oder wenn die Einstellungen manuell erfolgen so die Grundregel: Belichten Sie etwas reichlicher, bis zu zwei Belichtungsstufen. Achten Sie darauf, dass Ihr Hauptmotiv nicht zu dunkel wird und setzen Sie vielleicht auch einen Aufhellblitz ein.

4. Gerade wenn Sie in schwierigen Lichtverhältnissen unterwegs sind, sparen Sie dabei nicht und fotografieren Sie im RAW-Modus. Denn so können Sie später noch auf ein Maximum an Bildinformationen zurückgreifen, was beim komprimierten JPEG nicht möglich ist. Wenn Ihnen der Aufwand mit RAW zu hoch erscheint, gehen Sie selektiver vor. Haben Sie mal den Mut, nur die fünf besten Bilder perfekt zu bearbeiten und nicht auch noch die „ganz netten“ Fotos.

5. Wenn Sie in der Dämmerung unterwegs sind – und die kann an wolkenverhangenen Tagen schon früh einsetzen – denken Sie daran, immer ein Stativ zumindest in Reichweite zu haben. Sie könnten zwar den ISO-Wert der Kamera hochsetzen, aber, je nach Kameramodell, können verrauschte Landschaftsaufnahmen das Ergebnis sein.

6. Spielen Sie mit den Kontrasten und den Linien wie unser „Blende“-Teilnehmer Harry Reim, die sich beispielsweise durch Birken oder auch Zäune ergeben. Ergebnis können sehr grafische anmutende Aufnahmen sein, die durch die Reduktion zum Blickfang werden.

7. Entziehen Sie Ihren Aufnahmen auch einmal die Farbe, indem Sie in Schwarzweiß fotografieren. Nahezu jede Kamera verfügt über einen Schwarzweiß- beziehungsweise Monochrommodus. Schwarzweiß lebt vom Kontrast zwischen Hell und Dunkel, von Schärfe und Unschärfe, trainieren Sie Ihren fotografischen Blick, indem Sie den Faktor Farbe mal außen vor lassen.

Fotografieren in der Praxis 11 / 2016

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