Fototipp - Brücken

© Fotograf: Dennis Mohrmann, Endlos, Blende-Fotowettbewerb
© Fotograf: Dennis Mohrmann, Endlos, Blende-Fotowettbewerb
Fällt das Wort Brücken, dann assoziieren das ganz viele mit dem Lied „Über sieben Brücken musst Du gehn“ – wer kennt diesen Ohrwurm nicht und stimmt ihn womöglich auch gleich an. Uns geht es aber nicht um die musikalische Darbietung, sondern um das Thema Brücken aus fotografischer Sicht. Keine Brücke gleicht der anderen, sie sind mitunter architektonisch überaus reizvoll oder aber schauderhaft, sie durchziehen mehr oder weniger gelungen Landschaften. Für den Fotografen haben Brücken den großen Vorteil, dass sie nicht weglaufen. Dementsprechend hat man nahezu alle Zeit, sie ins rechte Licht zu rücken. Und ein tolles Projekt kann man daraus auch noch entstehen lassen und beispielsweise für das nächste Jahr einen selbstgemachten Kalender mit seinen sehenswerten 12 Brückenmotiven gestalten.

© Fotograf: Rolf Rippke, Irgendwie gehts immer weiter ..., Blende-Fotowettbewerb
© Fotograf: Rolf Rippke, Irgendwie gehts immer weiter …, Blende-Fotowettbewerb
Brücken haben was Verbindendes – es gibt sie von klein bis groß. Letztere stehen aus fotografischer Sicht durch ihre Erscheinung sicherlich mehr im Fokus. Mit welcher Kamera Brücken in Szene gesetzt werden, hängt davon ab, welche man besitzt. Mit dem Smartphone gelingen natürlich auch Aufnahmen von Brücken – aber Hand aufs Herz, so richtig zu überzeugen wissen diese nicht. Kompaktkameras mit einem großen Zoombereich, der auch Weitwinkel mit einschließt, sind da schon die bessere Wahl und wer einen noch größeren fotografischen Spielraum wünscht, der greift zu einer Spiegelreflex- beziehungsweise kompakten Systemkamera. Prädestiniert, wie auch in der Landschaftsfotografie, sind Weitwinkelobjektive. Mit ihren kleinen Brennweiten können Brücken mit ihren Ausmaßen unter Einbeziehung der Umgebung, eindrucksvoll in Szene gesetzt werden. Wichtig ist natürlich, die Brücke als Fixpunkt zu setzen und das der leere Hinter- und Vordergrund möglicherweise nicht zu sehr in Gewicht fällt. Interessant ist das Spiel mit perspektiven Verzeichnungen. Als Kameraeinstellung ist die Zeitautomatik – die Kamera wählt automatisch die Belichtungszeit – ratsam und eine geschlossene Blende von f/11 oder f/16. Wichtig ist, für genügend Schärfentiefe zu sorgen. Die ISO-Einstellung sollte bei 100 liegen, denn dadurch kann eventuelles Bildrauschen ausgeschlossen werden.

Je nach Lichtsituation ist der Einsatz von Kamerafiltern wie einem ND-Verlaufsfilter ratsam. Aber Achtung, denn der dunkle Verlauf sollte natürlich nicht auf der Brücke liegen. Interessant ist auch das ND-Filter, denn mit ihm lassen sich Belichtungszeiten verlängern. Dies ist dann aus fotografischer Sicht interessant, wenn die Brücke über eine Wasserfläche führt. Mit ND-Filtern sind richtig lange Belichtungszeiten möglich. Mit einem Polarisationsfilter lassen sich durch Wasser verursachte Reflextionen verringern und Farben verstärken.

© Fotograf: Karl-Hermann Ziegler, Nordlicht, Blende-Fotowettbewerb
© Fotograf: Karl-Hermann Ziegler, Nordlicht, Blende-Fotowettbewerb
Prädestiniert als Aufnahmezeit sind die Nacht und die blaue Stunde kurz vor Sonnenauf- beziehungsweise -untergang. Das Licht hat zu dieser Zeit seine besonderen Qualitäten und garantiert warme sowie kräftige Farben. Sofern die Kamera darüber verfügt, sollte mit der Serienbildfunktion fotografiert werden. Gerade in der blauen Stunde ändern sich die Impressionen im Bruchteil von Sekunden. Viele Aufnahmen setzen natürlich voraus, auch genügend Speicherplatz einzuplanen und dass die Akkus voll geladen sind. Ersatzakkus bitte ebenso nicht vergessen wie mindestens eine Speicherkarte in Reserve.

Die Kamera gehört natürlich als dritte Hand des Fotografens auf ein Stativ. Das entlastet auch die Hände sowie Arme und natürlich hat man beispielsweise bei der Serienbildfunktion immer den gleichen Ausschnitt. Das Stativ sollte robust und stabil sein. Ist es stürmisch, so muss man darauf achten, ob das Stativ so ausgelegt ist, dass es den Windverhältnissen trotzt beziehungsweise einen windgeschützten Aufnahmestandpunkt einnehmen. Wer mögliche Erschütterungen ausschließen möchte, fotografiert mit einem Fernauslöser oder beispielsweise über ein Tablet.

© Fotograf: Simone Jahnke, Eisgang, Blende-Fotowettbewerb
© Fotograf: Simone Jahnke, Eisgang, Blende-Fotowettbewerb
Für welches Bilddateiformat man sich entscheidet, hängt davon ab, ob man seine Bilder nachträglich bearbeitet. Hat man nicht vor, Zeit in die digitale Bildbearbeitung zu stecken, dann wird sicherlich das JPEG-Format die Wahl sein. Ansonsten sollte man RAW als Bilddateiformat wählen, denn damit bewahrt man sich die bestmögliche Flexibilität der Einflussnahme.

Interessante Impressionen garantiert auch HDR – also mindestens drei Aufnahmen bei unterschiedlicher Belichtung – und das anschließende Zusammenfügen zu einer Aufnahme sowie Bearbeitung. Auf diese Art und Weise entstehen nicht nur sehr eindrucksvolle Aufnahmen, sondern man kann seinen Aufnahmen auch eine sehr unnatürliche Anmutung verleihen. Ob das sinnvoll ist, hängt natürlich von der Brücke ab und auch von der Intention, die man als Fotograf verfolgt.

Fotografieren in der Praxis 09 / 2014

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