Fototipp: Feuerwerk - Ein Lichtermeer, wenn es zischt und knallt

© Fotograf: Karola Bromirski, Feuerwerk Herbstfest, Blende-Fotowettbewerb Bildgalerie betrachten Karola Bromirski, Feuerwerk Herbstfest, Blende-Fotowettbewerb

Insbesondere wenn der Jahreswechsel ansteht, dann ist der Himmel in weiten Teilen Deutschlands in ein farbiges Lichtermeer gehüllt. Ein Schauspiel das die Sinne von Groß und Klein gleichermaßen anspricht. Kein Feuerwerk gleicht dem anderen. Die Entwickler von Feuerwerkskörpern lassen sich immer wieder Neues einfallen und so zieht es einen Jahr für Jahr nach draußen – vielfach auch mit Kamera, um die leuchtenden Impressionen einzufangen. Diese Aufnahmen sind es dann beispielsweise auch, mit denen das Fotojahrbuch 2018 eingeläutet wird. Tolle Aufnahmen vom Feuerwerk setzen voraus, dass das Wetter mitspielt. Ist es regnerisch oder der Himmel wolkenverhangen, dann sind die Voraussetzungen für brillante Aufnahmen nicht gegeben. Früh dran sein sollte man. Mit jeder Rakete die gen Himmel geschossen wird, steigt der Dunst am Himmel. Der Aufnahmestandpunkt, der in jedem Fall erhöht sein sollte, entscheidet über die Bildwirkung. Ratsam ist es, sich schon vor dem Feuerwerk Gedanken über einen möglichen Standpunkt zu machen. Das kann ein Balkon im vierten Stock ebenso sein wie die Dachterrasse in 20. Stock. Je höher der Standpunkt gewählt wird, desto näher ist man als Fotograf am Feuerwerk und das verschafft einem schlichtweg mehr Zeit.

Fotoequipment für Feuerwerksfotografie

Sehenswerte Feuerwerksaufnahmen setzen eine Kamera als Aufnahmegerät voraus. Hochwertige Superzoomkameras, die auch den Weitwinkelbereich abdecken sind für die Feuerwerksfotografie ebenso geeignet wie Kameras mit Wechseloptik, also kompakte System- und Spiegelreflexkameras. Diese gilt es, mit einem Weitwinkelobjektiv zu bestücken, denn das garantiert mit seinem größeren Bildausschnitt eine höhere Ausbeute an brillanten Aufnahmen. Fällt die Wahl auf ein Zoomobjektiv, so lässt sich mit ihm der Bildausschnitt umgehend ändern und so zwischen Detail und Umgebung schnell wechseln. Teleobjektive setzen ein großes Gespür für die Flugbahn der Feuerwerkskörper voraus. Wenn Teleobjektive zum Einsatz kommen, dann sollten es leichte sein – mit einem Supertele mit Brennweiten von mehr als 600 mm hat verloren. Wichtigstes Fotozubehör neben Ersatzakkus und -speicherkarten ist ein Stativ – dem Dreibeinstativ ist der Vorzug zu geben. Befindet man sich jedoch in einen Menschenmasse, dann ist das Einbeinstativ – oftmals als Monopod bezeichnet – die bessere Wahl. Kommt das Dreibeinstativ zum Einsatz, so hat man die Option mit dem Fernauslöser fotografieren zu können. Damit minimiert man die Gefahr von Erschütterungen. Ob man sich für einen Kabel- oder Funkfernauslöser entscheidet, ist egal. Erstgenannte gelten als „ausfallsicherer“.

Kameraeinstellungen – was bietet sich an?

Am Objektiv ist der AF auszuschalten und der Fokus manuell auf unendlich zu stellen. Der ISO-Wert sollte gerade bei älteren Kameramodellen so niedrig wie nur möglich gewählt werden. Dies reduziert mögliches Rauschen, wodurch die Bildqualität erhöht wird. Neuere Kameramodelle zeichnet aus, dass mit höheren ISO-Einstellungen fotografiert werden kann, ohne dass die Aufnahmen verrauschen. Ratsam ist der Base ISO-Wert der Kamera, da hier der maximale Kontrastumfang genutzt werden kann. Über das Internet kann dieser in Erfahrung gebracht werden – einfach das Kameramodell eingeben.

Da es beim Fotografieren von Feuerwerken darum geht, Schweife abzulichten, ist eine längere Belichtungszeit erforderlich, weshalb man mit einer Blende zwischen 8 und 16 fotografieren sollte. Die Belichtungszeit wird dann bei über einer Sekunde liegen. Es empfiehlt sich, die Blende eher geschlossen zu halten, um die Schärfentiefe zu erhöhen und, falls es die Explosionen am Himmel erlauben, lieber etwas länger zu belichten. Probieren geht bekanntlich über Studieren und dazu zählt auch die Wahl einer optimaler Zeit- und Blendekombination, die nicht zu weißen Flächen führt.

Manche Fotografen stellen die Blende im Vorfeld ein, drehen die Belichtungszeit so lange hoch, bis die Kamera „Bulb“ anzeigt. In diesem Modus wird der Verschluss geöffnet, sobald man den Fernauslöser/Auslöser das erste Mal gedrückt hat. Wird dieser erneut gedrückt, schließt sich der Verschluss. Der Fotograf hat so die Möglichkeit, ganz genau die Dauer seiner Belichtung zu bestimmen und kann natürlich auch entsprechend auf die unterschiedlichen Feuerwerkskörper reagieren.

Mit der Belichtung sollte man im besten Fall beginnen, bevor die Raketen abgeschossen werden. Das Glück entscheidet über die Bildausbeute. Nicht jeder „Schuss“ wird also zu einem Volltreffer. Sehr viele Fotografen greifen zur Serienbildfunktion, wählen kürzere Belichtungszeiten und kombinieren die Einzelaufnahmen zu einer eindrucksvollen Collage.

Aktuelle Kameramodelle verfügen vielfach über den Menüpunkt „Feuerwerk“. In diesem Modus sind vom Werk aus die Einstellungen so gewählt, dass die Aufnahmeparameter optimiert für Feuerwerksaufnahmen sind.

„Blende“ – Der Fotowettbewerb für Fotobegeisterte jeden Alters

„Blende“, ist der Wettbewerb für Fotobegeisterte aller Altersgruppen. Seit Jahrzehnten ist „Blende“ ein Trendbarometer für den Stand der Fotografie und damit ein wichtiges Zeitdokument. Die jährliche Gemeinschaftsaktion von Tageszeitungen und der Prophoto GmbH begeistert Teilnehmer, Veranstalter und Bildgenießer gleichermaßen.

„Blende“ bietet allen Amateurfotografen ein Forum und die große Chance, ihre Schaffenskraft zum Besten zu geben. Dazu gehört auch, mit Gleichgesinnten zu den thematischen Vorgaben in den Wettstreit zu treten. Dabei wachsen die Teilnehmer über sich hinaus und geben Zeugnis über ihr kreatives fotografisches Potential. Ihre Bilder sind allesamt fotografisch konservierte Augeneindrücke, die durch ihre Teilnahme an „Blende“ zudem den Raum der privaten Betrachtung verlassen und den öffentlichen Schauplatz betreten. Nur die Präsentation der „Blende“-Bildeinsendungen in den Galerien auf unserer Homepage erscheint uns ausbaubar. Deshalb zeigen wir – vielfach mit Unterstützung der „Blende“-Fotografen – auf, was notwendig ist, um zu so sehenswerten Aufnahmen, wie hier veröffentlicht, zu gelangen. Damit soll nicht zum Kopieren inspiriert werden, sondern motiviert werden zum eigenen Spiel mit Zeit und Blende. Weitere Informationen zu „Blende“: https://www.prophoto-online.de/fotowettbewerb-blende

Fotografieren in der Praxis 12 / 2017

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