Fototipp: Fokussierung auf einen Motivbereich wie Beine aller Art

© Fotograf: Burkhard Schwotzer, Look, Blende-Fotowettbewerb Bildgalerie betrachten Burkhard Schwotzer, Look – Lustiges Hundeshooting, spontane Idee beim Pärchenshooting.

Die Welt ist für Fotografen voller Motive. Sinnbildlich bedeutet dies, dass man deshalb oftmals den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sieht und man die sprichwörtlich auf der Straße liegenden Motive auch nicht mehr wahrnimmt. Man möchte zwar fotografieren und zieht mit seinem Fotoequipment los, aber erkennt die sich bietenden Motive nicht, weil einem die Fokussierung fehlt. Der Fotowettbewerb Blende, der jährlich wiederkehrende Fotocontest für alle Fotobegeisterten, schafft mit seinen thematischen Vorgaben immer wieder neue Herausforderungen und eröffnet dadurch den Teilnehmern neue Themenbereiche, die sie mitunter zuvor noch nicht im Blick hatten. Mit ihren Einsendungen belegen die Blende-Teilnehmer jedes Jahr aufs Neue eindrucksvoll, wie vielfältig thematische Vorgaben interpretiert werden können, auch wenn sie mitunter thematisch, wie mit „Beine aller Art“, sehr eng gefasst sind.

Die Blende-Teilnehmer Burkhard Schwotzer, Jan Thoden, Andreas Kling, Johann P. Gebhardt, Monika Rösler und Daniel Schöne, die mit ihren Bildeinsendungen stellvertretend für die vielen anderen Blende-Teilnehmer von 2016 stehen, die sich dem Thema „Beine aller Art“ stellten, zeigen eindrucksvoll, wie viel in der thematischen Vorgabe an Optionen der Umsetzung steckt. Die Interpretation ist natürlich die eine Sache – Motive gekonnt in Szene zu setzen die andere.

Fotografen haben, sofern sie nicht im Automatikmodus fotografieren, auch außerhalb der Kameraeinstellungen unendliche viele Entscheidungen zu treffen. Schwarzweiß oder in Farbe, Hoch- beziehungsweise Querformat oder gar das quadratische Format, Effektfilter ja oder nein und wenn ja, welcher und dann natürlich auch die Wahl des Bildausschnittes und der Aufnahmeperspektive. Handelt es sich nicht um Inszenierungen, dann stehen Fotografen vor der Herausforderung Motive in Bruchteilen von Sekunden zu erfassen und diese in Szene zu setzen. Hier macht bekanntlich Übung den Meister und deshalb ist es ratsam, wann immer es geht, mit seiner Kamera loszuziehen.

Das Sehen in Bildern gilt es zu verinnerlichen. Mit jeder gemachten Aufnahme wird man immer weniger über den Bildausschnitt oder die zu wählende Aufnahmeperspektive nachdenken, weil man instinktiv durch seine Erfahrungen weiß, wie man das Motiv am besten in Szene setzt. Fotografieren bedeutet deshalb schlichtweg Sehen lernen – das klingt banal, ist es aber nicht. Wichtig ist hier auch, offen gegenüber anderen Fotografen und ihren Werken zu sein. Das schult das eigene Sehen im Negativem wie im Positivem, ungemein. Inspirierend für die eigene Kreativität ist es auch, gemeinsam mit anderen Fotobegeisterten loszuziehen und sich einem Motivgebiet zu stellen. Es geht hier nicht darum, die Fotooptionen in einem „Diskussionskreis“ zu zerreden. Fotobegeisterte wollen fotografieren und, wenn man in seiner eigenen Schaffenskraft einen Stillstand verspürt, dann hilft gegenseitige Inspiration.

Von Vorteil ist für jedes fotografische Handeln, dass man eins mit seinem Fotoequipment ist. Gerade als Einsteiger oder wenn man eine neue Kamera erworben hat, ist es ratsam, sich Zeit zum Probieren einzuräumen und den Funktionsumfang der Kamera Schritt für Schritt für sich zu erkunden und zu erobern. Die Fotografie ist eine Betätigung, bei der man nie auslernt und das ist sicherlich mit einer der Gründe, warum sie auch mit so einem großen Spaßfaktor verbunden ist, der von unerschöpflicher Kreativität geprägt wird.

Fotografieren in der Praxis 10 / 2016

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