Fototipp - Greifvögel und Co. im Flug

© Fotograf: Markus van Hauten, Weißkopfseeadler, Blende-Fotowettbewerb
© Fotograf: Markus van Hauten, Weißkopfseeadler, Blende-Fotowettbewerb
Jeder, der sich der fotografischen Herausforderung des Ablichtens von Vögeln schon einmal gestellt hat, der weiß, dass x-mal der Auslöser betätigt werden muss, bis der Sonntagsschuss sozusagen im Kasten ist. Mit aktuellen Kameras, die wahre Geschwindigkeitsweltmeister sind und mit immer besseren Serienbildfunktionen aufwarten, steigt die Wahrscheinlichkeit auf den so heißersehnten fotografischen Volltreffer. Distanzen gilt es, zu überbrücken, weshalb Superzoomkameras, die auch als Bridgekameras bezeichnet werden, und kompakte System- sowie Spiegelreflexkameras mit entsprechender Teleoptik die erste und beste Wahl sind. Ob man sich für ein leichtes oder sogenanntes schweres Teleobjektiv entscheidet, hängt zum einen vom Kamerasensor (Cropfaktor), aber auch von der zu überbrückenden Distanz bis hin zur Größe des Vogels ab. Brennweiten von 300 bis 500 mm gelten als optimal, wenn Vögel in der freien Natur fotografiert werden. Um die Reichweite zu erhöhen, können auch Telekonverter zum Einsatz kommen. Lichtstark sollten die Objektive in jedem Fall sein – am falschen Ende zu sparen, zahlt sich nicht aus und es ist mehr als ärgerlich, wenn die Lichtstärke des Objektivs eher einer Dunkelkammer gleicht. Sehr hilfreich ist ein Stativ. Es entlastet nicht nur die Arme und Hände des Fotografens, sondern hilft, Verwacklungen zu vermeiden und dass die Kamera nicht verkantet wird. Wichtig ist, darauf zu achten, dass Stativ und Kamera eine Einheit bilden. Die Traglast sollte man also im Blick haben – eine zu schwere Kamera kann ein Stativ durchaus einmal in die Knie zwingen, was zur Beschädigung der Kamera führen kann. Wichtig ist natürlich auch, dass das Stativ sicheren Halt hat – Füße und Bodenbeschaffenheit sollten passen. Mit einer Kompaktkamera mit 3-Fach-Zoom oder gar einem Smartphone braucht man sich dieses Themengebiet nicht erschließen zu wollen, denn die Aufnahmen werden nicht überzeugen. Die gefiederten Freunde werden, wenn überhaupt, höchstens als Klekse sichtbar sein.

Die beste Kameraausstattung nutzt natürlich nichts, wenn man als Fotograf keine Kenntnisse über die Luftkünstler hat. Dementsprechend gilt es, sich dieses anzueignen, und das bedeutet, zu beobachten. Greifvögelvorführungen bieten gerade Einsteigern die gute Gelegenheit, sich dieses fotografischen Themengebiet zu erschließen. Zudem ist man meist wesentlich näher dran am Geschehen, was bedeutet, dass weniger große Distanzen überbrückt werden müssen. Von Nachteil ist, dass mit einem auch andere das Schauspiel fotografieren möchten. Also rechtzeitig vor Ort sein und sich einen guten Standpunkt sichern. In der freien Wildbahn hat man damit nicht zu kämpfen, denn hier ist man bestenfalls allein mit den Luftkünstlern. Dazu ist es natürlich notwendig, die Jagdreviere und die für jede Vogelart typischen Flugmuster zu kennen. Die beste Tageszeiten, wegen der besonderen Lichtverhältnisse, sind übrigens die frühen Morgen- und Abendstunden. Ob eine Aufnahme gelingt, darüber entscheidet zu mindestens 10 Prozent das Timing. Der Autofokus sollte in den Modus „Nachführen“ geschaltet, ein einzelner Schärfenpunkt festgelegt und die Verschlusszeit bei 1/500 oder noch kürzer eingestellt sein.

Fotografieren in der Praxis 04 / 2015

1 Kommentare

Die Ausführungen des Beitrages sind sehr allgemein ausgeführt. Zwar ist der Hinweis bzgl. Distanz eingefügt, aber genau das ist das Problem. Greifvögel in der freien Natur am Himmel, möglichst einigermaßen akzeptabel formatfüllend abzulichten ist nur in entsprechender Nahdistanz (vielleicht 20 bis 30 Meter möglich). Selbst mit einem 600mm Tele, einer Nikon D3S und einem stabilen Stativ mit Teleneiger sind einige Versuche und viel Übung nötig. In entsprechenden Tierparks, oder Tiere in Ruhe sind die Chancen schon wesentlich größer. Ein genervter Einsteiger

Detlef Degner

von Detlef Degner
02. August 2015, 17:16:52 Uhr

Artikel kommentieren
* Diese Felder müssen ausgefüllt werden