Fototipp: Miniaturfotografie - Mit kleinen Figuren eigene Welten schaffen

© Blende, Susanne Weisel, Serie: Unfaires Wettrennen - Klein gegen Gross & Bauarbeiten am Apfel Bildgalerie betrachten © Blende, Susanne Weisel, Serie: Unfaires Wettrennen – Klein gegen Gross & Bauarbeiten am Apfel

Wir sind begeisterte Anhänger der sogenannten Miniaturfotografie, die für uns einen kreativen Schaffensprozess nicht nur in Bezug auf die fotografischen Leistungen darstellt. Diese Art der Fotografie versteht es auf ganz besondere Art und Weise Geschichten zu erzählen – ob als Einzelaufnahme oder in Bildserien. Solche Fotografien sind es, die überaus betrachtenswert sind und sich dementsprechend wunderbar als Wandschmuck in den eigenen vier Wänden machen. Neben einer kreativen Ader benötigt man natürlich einen Fundus an kleinen Figuren. Je realer diese wirken, desto größer ist natürlich die Täuschung des Betrachters. Wichtig ist das Spiel mit den Proportionen, denn das schafft zusätzlich eine völlig neue Sicht auf die Welt, in der sich die Miniaturfigur behaupten muss. Einige Hilfsmittel, wie beispielsweise Vaseline, Wimpernkleber oder doppelseitiges Klebeband, sind sehr nützlich, um den Miniaturfiguren sicheren Stand zu geben, damit sie nicht umfallen.

Kompaktkameras, sofern sie mit Makromodus über entsprechende Optik verfügen, liefern durchaus überzeugende Bildergebnisse beim Ablichten von Miniaturfiguren in der realen Welt. Einen deutlich größeren gestalterischen Spielraum garantieren jedoch kompakte System- beziehungsweise Spiegelreflexkameras mit Makroobjektiv. Das Angebot an Makroobjektiven ist umfangreich. Die meisten Hersteller bieten universelle Makroobjektive mit Brennweiten zwischen 50 und 100 mm an. Diese Objektive sind recht leicht, klein und in der Regel günstiger als Telemakroobjektive. Sie bieten sich zum Beispiel nicht nur für das Fotografieren von Blüten und Pilzen an, sondern auch für selbst geschaffene Motivwelten mit Miniaturfiguren. Telemakroobjektive mit 180 oder 200 mm Brennweite gehen natürlich auch – sie gestatten einen größeren Aufnahmeabstand, der bei dieser Art der Fotografie auch von Vorteil sein kann.

Wichtig ist in jedem Fall ein Stativ. Wird in Bodennähe fotografiert, muss es dafür auch tauglich sein. Und auf eine optimale Ausleuchtung mit Blitzgerät sowie gegebenenfalls Reflektor und Diffusor ist natürlich auch zu achten.

Schafft man sich zu Hause seine eigenen Minitaturwelten, so kann sich durchaus die Anschaffung eines Tabletops lohnen. Hierbei handelt handelt es sich um einen Aufnahmetisch und Halterahmen, der zur Befestigung von Farb- oder Diffusionsfolien, zum Bau eines Lichtzeltes oder zum Anklemmen kleiner Strahlerleuchten dient. Solche Tabletops gibt es fertig zu kaufen – natürlich besteht auch die Möglichkeit, sie selbst zu bauen – dies erfordert allerdings die nötigen Kenntnisse.

Das Licht stellt in der Tabletop-Fotografie die größte Herausforderung dar. Beleuchtet wird meist mit zwei Kunstlichtlampen, man kann auch ein einzelnes punktförmiges Licht einsetzen. Ratsam ist es, mit dem Licht zu spielen, um die optimale Lichtsituation zu erhalten. Empfehlenswert sind Belichtungsreihen mit leicht unterschiedlichen Belichtungen und unter Umständen auch mit unterschiedlichen Einstellungen der Farbtemperatur. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass man möglichst die reale Farbe erhält.

Da es sich bei der Tabletop-Fotografie um Nahaufnahmen handelt, benötigt man die entsprechenden Hilfsmittel, wie Nahlinse, Zwischenring, Makroobjektiv oder Balgengerät. Um Verwacklungen zu vermeiden, ist ein Stativ in jedem Fall Pflicht.

Fotografieren in der Praxis 03 / 2015

1 Kommentare

Hallo, einen Beitrag dazu: Blende 2014 Platz 29! Gruß CarloC5

Karl-Heinz Knop

von Karl-Heinz Knop
04. März 2015, 14:20:11 Uhr

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