Fototipp: Rauch wirkungsvoll in Szene setzen

© Fotograf: David Kullack, Galaxy, Photoglobus Bildgalerie betrachten © Fotograf: David Kullack, Galaxy, Photoglobus

Draußen vor der Haustür mangelt es wahrlich nicht an Motiven – dennoch ist es überaus reizvoll, sich in den eigenen vier Wänden der experimentellen Fotografie hinzugeben und ganz besondere Fotomotive zu schaffen, die an Einzigartigkeit nicht zu übertreffen sind. Ein beliebtes Fotomotiv stellt Rauch dar – und es ist gar nicht so schwer, ihn in Szene zu setzen. Sehr beliebt sind Räucherstäbchen mit ihrer recht langen Abbrennzeit, die dem Fotografen auch genügend Zeit zum fotografischen Spiel einräumen. Beim Kauf ist natürlich darauf zu achten, dass einem der Geruch zusagt. Alternativ können auch Streichhölzer oder Zigaretten – jedoch recht kostspielig – zum Einsatz kommen. Eine Kamera als Aufnahmegerät ist für solche Aufnahmen natürlich Pflicht. Prädestiniert für überzeugende Aufnahmen sind Kameras, bei denen man die volle Kontrolle über Blende, Verschlusszeit und ISO-Empfindlichkeit hat. Ein Muss ist zudem ein Stativ, und zwar ein Dreibein- oder Vierbeinstativ, das der Kamera sicheren Stand garantiert und über das das Aufnahmegerät optimal auf die Szenerie ausgerichtet werden kann. Empfehlenswert ist zudem ein Fernauslöser – denn nur so behält man alle fotografischen Freiheiten. Dann wird noch eine schwarze Pappe beziehungsweise schwarzer Stoff als Hintergrund benötigt sowie zwei helle Lichtquellen, die von links und rechts ins Kamerablickfeld einleuchten.

Da Rauch meistens die schärfsten Konturen an der Quelle hat, sollte die Kamera auf kurz oberhalb der Rauchentstehung ausgerichtet sein. Die Bewegung des Rauchs gilt es, mit einer kurzen Belichtungszeit einzufrieren. Empfehlenswert ist 1/250 Sekunde, da die Blitzsynchronzeit der Kamera, also die kürzeste Zeit, in der noch eine korrekte Blitzbelichtung mit der Kamera zeitgenau abgestimmt werden kann, diesen Wert bei der Verwendung von externen Blitzgeräten vorgibt. Eine Blende von 11 sowie die Wahl einer niedrigen ISO-Empfindlichkeit von ISO 100 verhindert, dass Umgebungslicht mit in die Belichtung einfließt. Ratsam ist es, außer den beiden seitlichen Lichtquellen, weitere Beleuchtungen zu vermeiden. Perfekte Aufnahmen gelingen, wenn reflektierendes Streulicht, das auch von weißen Wänden kommt, ausgeschlossen wird.

Entspricht die Belichtung noch nicht den Vorstellungen so kann man über die Blende oder den ISO-Wert Einfluss darauf nehmen. Den Weißabgleich sollte man je nach verwendeter Lichtquelle im Blick haben. Glühbirnen sorgen beispielsweise für ein gelbliches Licht – mit dem Ergebnis, dass der Rauch gelbstichig wird. Kommen externe Blitzgeräte zum Einsatz, die Licht ähnlich dem Tageslicht erzeugen, dann braucht man auf den Weißabgleich nicht zu achten.

Kommen wir zur Fokussierung. Hier kann man sich des Tricks bedienen, das man einen kleinen Gegenstand in den Rauch hält, auf den fokussiert wird – den Autofokus gilt es zu deaktivieren. Somit ist die Schärfeebene perfekt bestimmt und man kann sich auf den richtigen Auslösezeitpunkt konzentrieren.

Die Geschwindigkeit des Rauchs ist übrigens temperaturabhängig. Warmer Rauch steigt schneller als kalter. Rauch kann durch Hilfsmittel, wie zum Beispiel einen Löffel, an dem er über die Ränder effektvoll verwirbelt, gekühlt werden.

Eine Frage der eigenen Intention, aber auch des Geschmacks ist, ob man als Fotograf den Kontrast von Schwarz und Weiß bevorzugt oder mit ein wenig Farbe seiner Aufnahme das gewisse Etwas geben möchte. Um Farbe ins Spiel zu bringen, kann man sich der digitalen Bildbearbeitung bedienen oder aber auf Hilfsmittel wie Laserpointer, Farbfolien oder farbiges Licht zurückgreifen.

Rauchbilder sind ein toller Wandschmuck, der beispielsweise in jedem Wohnzimmer ein toller Blickgang ist. Geizen sollte man nicht mit der Formatgröße. Die ist ja oftmals gar nicht so leicht festzulegen. Abhilfe schaffen Apps, mit denen man vorab visualisieren kann, wie sich das fotografische Werk beispielsweise über dem Sofa so macht.

Fotografieren in der Praxis 02 / 2015

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