Fototipp: Rückansichten - Lassen Platz für Interpretationen

© Fotograf: Heinz Beckers, Tiger-Turtle, Blende-Fotowettbewerb
Heinz Beckers, Tiger-Turtle, Blende-Fotowettbewerb

Rückansichten von Menschen sind ein sehr beliebtes Stilelement in der Fotografie, denn sie räumen dem Bildbetrachter einen großen Raum der eigenen Interpretation ein. Der Fotograf gibt seine Stimmung in den Aufnahmen vor, die vom Bildbetrachter sozusagen auf seine eigene Art weitererzählt werden. Das hat zur Folge, dass die ausgelösten Stimmungen extrem variieren können – und das macht das Fotosujet Rückansicht als Motivthema so spannend. Die Aufnahmen sind in der Regel von hoher Emotionalität getragen und lösen beim Bildbetrachter Sehnsüchte, Glücksmomente oder beispielsweise Ängste aus. Denken wir bei letztgenanntem nur an Unterführungen, beziehungsweise einen langen Tunnel mit einer von hinten fotografieren Person, die ins Nichts läuft. Solch eine Aufnahme kann für Einsamkeit ebenso stehen wie für Bedrohung – jeder interpretiert das Nichts auf seine eigene Art.

© Fotograf: Isa Ehrmann, Ponttor Aachen, Blende-Fotowettbewerb
Isa Ehrmann, Ponttor Aachen, Blende-Fotowettbewerb

Beliebt sind Rückansichten in der aktuellen Fotografie aber auch deshalb, weil man mit ihnen eine Verletzung des „Recht am eigenen Bild“ umgeht. Damit sind diese Aufnahmen, ohne Rücksprache mit den abgelichteten Personen, prädestiniert, um sie zu Fotowettbewerben wie „Blende“ einzureichen, wenn wie in diesem Jahr die thematische Vorgabe „Urbanität – Großstädte – Streetfotografie“ lautet. Hier steht der Mensch bevorzugt im Mittelpunkt des Aufgenommenen. Rückansichten beschränken sich aber natürlich nicht nur auf die Streetfotografie, sondern ebenso auf die Landschaftsfotografie. Ob der von hinten fotografierte sitzende Mensch, mit dem zum Meer gerichteten Blick, oder der Wanderer, der einem Waldweg folgt.

© Fotograf: Steffen Ebert, Klimaerwärmung - Fake News?, Blende-Fotowettbewerb
Steffen Ebert, Klimaerwärmung – Fake News?, Blende-Fotowettbewerb

Augenmerk bei der fotografischen Umsetzung des Themas „Rückansichten“ ist der Bildaufbau, das Spiel mit Linien, die in die Ferne führen oder beispielsweise die grenzenlose Weite abzubilden.

„Blende“ – Der Fotowettbewerb für Fotobegeisterte jeden Alters

„Blende“ ist der Wettbewerb für Fotobegeisterte aller Altersgruppen. Seit Jahrzehnten ist „Blende“ ein Trendbarometer für den Stand der Fotografie und damit ein wichtiges Zeitdokument. Die jährliche Gemeinschaftsaktion von Tageszeitungen und der Prophoto GmbH begeistert Teilnehmer, Veranstalter und Bildgenießer gleichermaßen.

© Fotograf: Stefan Kreutschmann, Jump into the light..., Blende-Fotowettbewerb
Stefan Kreutschmann, Jump into the light…, Blende-Fotowettbewerb

„Blende“ bietet allen Amateurfotografen ein Forum und die große Chance, ihre Schaffenskraft zum Besten zu geben. Dazu gehört auch, mit Gleichgesinnten zu den thematischen Vorgaben in den Wettstreit zu treten. Dabei wachsen die Teilnehmer über sich hinaus und geben Zeugnis über ihr kreatives fotografisches Potential. Ihre Bilder sind allesamt fotografisch konservierte Augeneindrücke, die durch ihre Teilnahme an „Blende“ zudem den Raum der privaten Betrachtung verlassen und den öffentlichen Schauplatz betreten. Nur die Präsentation der „Blende“-Bildeinsendungen in den Galerien auf unserer Homepage erscheint uns ausbaubar. Deshalb zeigen wir – vielfach mit Unterstützung der „Blende“-Fotografen – auf, was notwendig ist, um zu so sehenswerten Aufnahmen, wie hier veröffentlicht, zu gelangen. Damit soll nicht zum Kopieren inspiriert werden, sondern motiviert werden zum eigenen Spiel mit Zeit und Blende. Weitere Informationen zum laufenden Fotowettbewerb „Blende 2017“.

© Fotograf: Peter Meisenberg, Lichtgestallt, Blende-Fotowettbewerb
Peter Meisenberg, Lichtgestallt, Blende-Fotowettbewerb

Fotografieren in der Praxis 09 / 2017

1 Kommentare

Für mich ein tolles Thema weil die Bilder für den Betrachter so viel offen lassen

Pauline

von Pauline
19. September 2017, 11:45:18 Uhr

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