Fototipp: Sankt Martin - Stimmungsvolle Aufnahmen gar nicht schwer

Heute, und nicht nur am 11. November, dem alljährlichen Martinstag, sondern oftmals auch ein paar Tage vorher, ziehen Kinder mit ihren Laternen in vielen Regionen Deutschlands durch die Straßen in der Dunkelheit. Stimmungsvolle Impressionen mit leuchtenden Kinderaugen sind garantiert und die gehören fotografiert. Und es ist heute sehr viel einfacher, diese einzigartigen Momente mit der Kamera zu konservieren. Insbesondere aktuelle Kameramodelle spielen in der Available-Light-Fotografie ihre Stärke aus. Kameras, natürlich auch die älteren Modelle, sind in jedem Fall die besseren Aufnahmegeräte. Smartphones, hier auch die aktuellen Modelle, sind für das Fotografieren bei Dunkelheit wenig bis gar nicht geeignet. Das liegt an vielem, wie beispielsweise dem kleinen Sensor aber auch an dem kleinen Objektiv.

Sankt Martin - Latternen

Aktuelle Kameramodelle verfügen heute über eine Vielzahl an Menüprogrammen. Diese Automatiken liefern in der Regel sehenswerte Bildergebnisse und sind in jedem Fall dann die erste Wahl, wenn man mit der Available-Light-Fotografie und den manuellen Einstellmöglichkeiten seiner Kamera noch nicht so vertraut ist. Nahezu alle Kameramodelle sind heute mit den Menüprogrammen „Kerzenlicht“ und „Nachtfotografie“ ausgestattet und damit die perfekte Wahl um den Laternenumzug in tollen Bildern festzuhalten. Natürlich kann man die Kameraeinstellungen, wenn es das Aufnahmegerät zulässt, auch manuell vornehmen.

Auf den Blitz sollte nach Möglichkeit verzichtet werden – er ist vielfach ein Stimmungskiller. Wird der Blitz dennoch eingesetzt, so erhält man zwar scharfe Aufnahmen ohne Verwacklungen, aber der Frontalblitz bei Nacht führt dazu, dass die Kinder in der ersten Reihe stark angestrahlt wirken und alle dahinter in der Finsternis untergehen. Zudem wird gerade das Kerzenlicht der Laternen, das man einfangen möchte, leicht weggeblitzt. Damit die Stimmung nicht ganz verloren geht, sollte man als Fotograf so nah wie nur möglich ans Motiv herangehen. Dann versucht die Kameraautomatik auch nicht, die gesamte Straße mit Licht zu fluten, sondern stimmt die Lichtmenge auf die Kinder ab, die das Bildformat möglichst ausfüllen sollten.

Wird ohne Blitz fotografiert, dann gilt es, aus dem vorhandenen Licht das Beste zu machen. Die hohen Empfindlichkeiten moderner Sensoren, in Verbindung mit den Bildstabilisatoren in Kameras, erlauben durchaus ein paar Versuche, den Martinszug aus der Hand zu fotografieren. Wichtig auch hier: ISO-Einstellung hochsetzen und „ran ans Motiv“. Das Bildrauschen, das bei Erhöhung der ISO-Einstellung eintreten kann, ist übrigens bei neueren Kameramodellen längst nicht mehr so stark ausgeprägt. Wenn zum Schein der Laterne ein wenig zusätzliches Licht, etwa von einer Straßenlampe oder aus einem Schaufenster, kommt, könnte es für ein gelungenes Bild ausreichen. Es ist dabei gar nicht schlimm, wenn sich ein Teil des Zuges bewegt. Die Wischeffekte bringen Dynamik ins Bild. Hauptsache, das zentrale Motiv – das eigene Kind – hält einen Moment still.

Stative machen das Fotografenleben leichter. Prädestiniert für den Martinszug sind Einbeinstative, denn da stolpert auch niemand über das Stativbein. Gerade zu Beginn und am Ende eines Martinsumzugs, wenn die Kleinen noch stillstehen, können Aufnahmen vom Stativ die besten Ergebnisse bringen. Da die Kamera ruht, spielt Verwacklung keine Rolle, die Belichtungszeiten können so lange wie nötig sein und sorgen garantiert für eine tolle Nachtstimmung. Lediglich die Eigenbewegung der Kinder kann noch zu Unschärfen im Bild führen. Wie immer beim Fotografieren gilt hier: Viele Bilder machen und später die besten raussuchen.

Wenn es die Verkehrssicherheit erlaubt, sollte man seinem Kind während des Umzugs eine Oberbekleidung ohne Reflektoren anziehen oder die Leuchtstreifen notfalls vorübergehend mit schwarzem Klebeband überkleben. Reflektoren sind nämlich Gift für jede Blitzaufnahme. Diese werfen so viel Licht zurück ins Objektiv, dass grellweiße Flecken auf den Aufnahmen entstehen.

Fotografieren in der Praxis 11 / 2017

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