Fototipp: Vogelfütterung - lohnende Motive spielend fotografiert

© Fotograf: Philipp Blank, Futterplatz, Blende-Fotowettbewerb Bildgalerie betrachten Philipp Blank, Futterplatz
Im Winter, insbesondere wenn es schneit, werden die Vögel von uns im Garten gefüttert.

In unseren Breiten ist es beliebt, Vögel im Winter mit ausreichend Nahrung zu versorgen damit sie diesen gut überstehen. Für Fotobegeisterte bieten diese Futterplätze ein Eldorado an Motiven, auch deshalb, weil sie nicht nur Vögel anziehen, sondern unter anderem auch Katzen und Eichhörnchen. In Vorteil ist jeder, der sich dieses fotografische Motivgebiet erschließen möchte, der eine Futterstation im Garten und/oder auf dem Balkon hat und zudem über entsprechendes Fotoequipment verfügt, damit die meist kleinen Singvögel an den Futterstationen auch groß herauskommen.

Für das sehenswerte Ablichten bedarf es einer entsprechenden Kameraausrüstung. Auch, wenn die Bildqualität und der Funktionsumfang bei aktuellen Smartphones immer umfangreicher werden, so sind diese Aufnahmegeräte ebenso wenig dafür geeignet wie Kompaktkameras mit beispielsweise einem Dreifachzoom. Sogenannte Bridgekameras – auch als Superzoomkameras bezeichnet – und natürlich kompakte System- und Spiegelreflexkameras mit Teleoptik sind Voraussetzung für tolle Vogelbilder. Mit diesen Aufnahmegeräten lassen sich Distanzen überwinden und man kann mit dem notwendigen Abstand aus dem Verborgenen fotografieren. Ratsam ist zudem der Einsatz eines Stativs. Das entlastet nicht nur die Arme und Hände, sondern wirkt auch Verwacklungen entgegen. Ob man sich für ein Dreibein- oder ein Einbeinstativ entscheidet, hängt natürlich auch davon ab, wie und wo man die Vögel ablichtet. Prinzipiell ist ein Dreibeinstativ ratsamer.

Vögel sind sehr scheu. Durch Futterstationen lässt sich diese überwinden – man gewöhnt die Vögel an diese, aber auch an den Menschen. Unerlässlich für lebensnahe Aufnahmen, wie sie den „Blende“-Teilnehmern Philipp Blank, Holger Isensee, Marianne Bendix, Antonia Pauli und Fred Reichel gelungen sind, ist Beobachtungsgabe. Nur wer die Verhaltensweisen und somit die Gewohnheiten der Vögel kennt, kann aus fotografischer Sicht vorausplanen. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit wirkungsvoller Aufnahmen, wie sie den „Blende“-Teilnehmern mit ihren Wettbewerbsbeiträgen gelungen sind, die sie zur Gemeinschaftsaktion von Tageszeitungen und der Prophoto GmbH eingereicht haben.

Vögel sind nicht nur scheu, sondern auch verdammt schnell. Viel Zeit zwischen den einzelnen Aufnahmen hat man als Fotograf dementsprechend nicht, weswegen die Zeitautomatik als Kameraeinstellung meist optimal ist. Diese Einstellung hat den großen Vorteil, dass die Kamera sich um die richtige Belichtungszeit kümmert. Da die Vögel im Mittelpunkt stehen sollten, gilt es, mit der Schärfentiefe zu spielen. Aus diesem Grund ist einer mittelgroßen bis großen Blendenöffnung der Vorzug zu geben. Der Hintergrund ist unscharf, wodurch sich der Vogel von diesem besser abhebt. Auf die Verschlusszeit gilt es zu achten. Diese sollte kurz gewählt werden, mit Werten zwischen 1/500 Sekunde und 1/1.000 Sekunde. Um unterbelichtete Aufnahmen zu verhindern, muss gegebenenfalls der ISO-Wert entsprechend auf beispielsweise 800 erhöht werden. Das mittige Autofokusfeld erweist sich in der Regel als das zuverlässigste, um scharfe Aufnahmen zu erhalten. Alternativ, sofern die Kamera die Option bietet, kann man auch die Autofokuseinstellung wählen, mit der das Motiv verfolgt wird. Prädestiniert für die Vogelfotografie ist die Serienbildfunktion – die Frequenz, in der Bilder aufgenommen werden, hängt von der Kamera ab. Verfügt man über ein 4K-taugliches Aufnahmegerät, dann spielt dies einem beim wirkungsvollen Ablichten von Vögeln klar in die Karten. 4K revolutioniert die Momentfotografie und sie ist deshalb eine technologische Innovation, die auch für Fotografen einen klaren Mehrwert bietet. Mit 4K-tauglichen Aufnahmegeräten werden Videosequenzen festgehalten aus denen anschließend Standbilder, also Fotografien extrahiert werden können.

Fotografieren in der Praxis 11 / 2016

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