Fototipps - 10 Tipps für noch bessere Katzenbilder

Die Samtpfotengemeinde scheint kontinuierlich zu wachsen und manchmal wird man den Eindruck nicht los, Facebook wurde nur gegründet, um endlich eine Plattform für Katzenbilder zu schaffen. Zumindest ist das Samtpfoten-Aufkommen dort inflationär – ganz im Gegensatz mitunter zur Qualität der veröffentlichten Bilder. Das ist schade, denn so schwer ist es gar nicht, Stubentiger fotografisch gekonnt in Szene zu setzen. Natürlich sind all jene klar im Vorteil, die ihre Katze kennen. So weiß man um die Gewohnheiten und kann diese für sich fotografisch einsetzen, damit die Samtpfote noch mehr Likes erhält oder die Vergrößerung in den eigenen vier Wänden die Blicke auch wirklich auf sich zu lenken weiß. Hier zehn Tipps, wie Katzenfotos gelingen.

  1. © Fotograf: Florian Janssen, Katze aus Froschperspektive, Blende-Fotowettbewerb
    © Fotograf: Florian Janssen, Katze aus Froschperspektive, Blende-Fotowettbewerb
    Katzen sind ein bisschen eigensinniger als Hunde. Während ein Hund in der Regel schon das macht, was man von ihm will, ist das bei einer Katze nicht unbedingt gesagt. Der Fotograf sollte sich also schon von vornherein darauf einstellen, dass ein Katzenfoto ein bisschen mehr Geduld und vielleicht auch ein bisschen Glück braucht. Gehen Sie nicht mit überzogenen Erwartungen an das Thema heran und sparen Sie sich dann die mögliche Enttäuschung. Wie heißt es doch in der Fotografie vielfach: sich an den Erfolg herantasten. Katzen sind hier und da auch bestechlich – also Leckerlies können manchmal Wunder bewirken.

  2. Der bessere Weg zum Ziel ist, auf jeden Fall zu versuchen, die Katze zu verstehen. Wenn das die eigene Katze ist, dann ist ihr Verhalten ja bekannt. Aber wenn die Katze von einem Freund fotografiert werden soll, dann kann da die eine oder andere Überraschung lauern. Wenn Sie Zeit haben, dann beobachten Sie das Tier erst einmal in Ruhe und lassen Sie sich erzählen, wie sich der Vierbeiner verhält. Spannen Sie gegebenenfalls den Freund mit ein, der ja einen guten Draht zu seiner Katze haben sollte. Und nutzen Sie den Spieltrieb der Katze – Schützenhilfe von Familienmitgliedern oder Freunden kann also sehr hilfreich sein. Nur nicht zu hektisch sollte es zugehen und wenn die Katze auf das Fotoshooting keine Lust mehr hat, dann sollte man das schlichtweg akzeptieren.

  3. © Fotograf: David Linz, Entspannen in der Mittagssonne, Blende-Fotowettbewerb
    © Fotograf: David Linz, Entspannen in der Mittagssonne, Blende-Fotowettbewerb
    Lassen Sie Ihr Stativ zu Hause! Eine Katze ist kein Elefant, der gemütlich umher trottet. Bis Sie sich mit dem Stativ umgedreht haben, ist die Katze längst zweimal um Sie herumgelaufen. Auch ein Einbeinstativ macht wenig Sinn, es sei denn, Sie sind mit sehr großem Teleobjektiv in freier Wildbahn unterwegs. Aber alles, was im Haus oder der näheren Umgebung stattfindet, funktioniert wunderbar ohne Stativ. Verwenden Sie stattdessen – falls vorhanden – die Stabilisierungshilfe von Kamera oder Objektiv.

  4. Blenden Sie auf! Sie wollen die Katze ja – wenn möglich – ein wenig vom Hintergrund abheben. Das gelingt am besten mit Unschärfe im Hintergrund. Verwenden Sie also eine Blende mit kleiner Zahl. Achten Sie dann aber darauf, dass der Fokus sitzt, stellen Sie nicht auf die Ohren, sondern auf die Augen scharf.

  5. © Fotograf: Gunter Büsching, Müde, Blende-Fotowettbewerb
    © Fotograf: Gunter Büsching, Müde, Blende-Fotowettbewerb
    Wenn Ihre Kamera so etwas besitzt, dann wählen sie den Sportmodus. Der sorgt dafür, dass mit kurzer Verschlusszeit bei offener Blende fotografiert wird. Wenn Sie Einstellungen per Hand vornehmen, dann achten sie darauf, dass Sie eine kurze Verschlusszeit benutzen, auch in der Wohnung oder im Schatten. Lange Verschlusszeiten bergen die Gefahr des Verwackelns, vor allem, wenn die Katze flink unterwegs ist. Wenn nötig, erhöhen Sie die ISO-Empfindlichkeit.

  6. Und wenn die Katze tobt, dann tun Sie etwas dafür, dass Sie nicht das beste Motiv verpassen. Aktivieren Sie an der Kamera den Serienbild-Modus. Je nach Kameramodell können Sie die schnellste Einstellung verwenden, um keine Aktion zu verpassen. Denken Sie daran, dass Sie viele doppelte Bilder und auch Ausschuss produzieren werden, nehmen Sie also immer ausreichend Speicherkarten mit. Und sparen Sie, im Gegensatz dazu, später nicht beim Aussortieren der Bilder.

  7. © Fotograf: Jürgen Mensch, Verspielte Katze, Blende-Fotowettbewerb
    © Fotograf: Jürgen Mensch, Verspielte Katze, Blende-Fotowettbewerb
    Nicht nur in Wohnräumen oder auf kurze Distanz macht ein Blitz Sinn. Wenn Sie einen leistungsstarken Aufsteckblitz oder womöglich einen externen Studioblitz haben, dann verwenden Sie ihn auch – aber mit Umsicht. Katzen mögen in der Regel kein Blitzlicht. Statt das Tier direkt anzublitzen, ist es deshalb besser, indirekt zu blitzen. Das funktioniert über eine helle Decke ganz gut. Wenn der Stubentiger still hält, können Sie auch Hilfsmittel wie einen (matten) Reflektor verwenden. Die meisten Katzen haben ja ein Fell in eher gedeckten Farben, da macht es Sinn, ein wenig für Aufhellung zu sorgen.

  8. Und wenn Sie die Wahl haben: Fotografieren Sie im Gegenlicht! Denn dann scheint die Sonne von hinten in das Fell der Katze und lässt es glänzen. Gegenlicht können Sie aus der Fotografen-Richtung dann wieder wunderbar mit einem Blitz ausgleichen.

  9. © Fotograf: Johnny Krüger, Uups, ich wars nicht, Blende-Fotowettbewerb
    © Fotograf: Johnny Krüger, Uups, ich wars nicht, Blende-Fotowettbewerb
    In der Regel entstehen die besseren Bilder dann, wenn der Fotograf auf Höhe des Motivs ist. Fotografieren Sie Ihre Katze also nicht immer von schräg oben, weil das für den Fotografen bequemer ist, sondern tatsächlich auch mal von vorne. Und das heißt eben: Sie müssen sich dazu schon hinlegen oder clever sein und die Katze dazu bringen, einen erhöhten Standpunkt einzunehmen. Wenn Ihre Katze ein ausgewachsener Tiger ist, reicht’s natürlich auch, auf die Knie zu gehen, wobei dann ein Bild vom Boden, also von unten, auch eine interessante Perspektive bieten könnte.

  10. Wenn Sie mit einem mittleren oder großem Teleobjektiv die Katze noch nicht formatfüllend ins Bild bekommen, können Sie natürlich versuchen, die Distanz zu verkleinern. Wenn der Stubentiger aber nicht will und stattdessen davonläuft, ist es manchmal besser, einen Bildausschnitt zu nehmen, als den ganzen Tag Jagdszenen durch den heimischen Garten zu veranstalten. Speichern Sie deshalb Ihre Bilder in der bestmöglichen Qualitätsstufe ab, so dass Reserven für einen Ausschnitt bleiben.

Fotografieren in der Praxis 06 / 2014

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