Fototipps: Fotografieren in den Bergen - Zehn Tipps für gelungene Fotos

Die Wanderschuhe sind gut eingelaufen, die Kondition ist auch einigermaßen in Ordnung, dann kann es ja losgehen: Hinauf zu Almen sowie Gipfeln und natürlich mit einer Kamera im Gepäck, denn diese Impressionen gehören einfach eigefangen. Mit dem Smartphone, das zwar leicht und überaus handlich ist, stoßen Sie schnell an Ihre fotografischen Grenzen. Kameras, ob nun Kompaktkameras mit einem ordentlichen Zoombereich oder die sogenannten Bridgekameras – auch als Superzoomkameras bezeichnet – sowie Kameras mit Wechseloptik bieten Ihnen mit ihrem Funktionsumfang den größten fotografischen Spielraum.

  1. Dolomiten am Abend
    Wenn Sie ins Gebirge gehen – und da ist es egal, ob Sie im Schwarzwald oder Himalaya unterwegs sind – packen Sie Ihren Fotorucksack und nicht die Schultertasche! Eine Schultertasche hat viele Vorteile, man muss sie nicht abstellen, sie wird nicht nass, alles ist sehr bequem zu erreichen, aber im Ernst, Sie wollen doch nicht mit einer Schultertasche auf Wanderung gehen? Selbst eine sogenannte Slingshot-Tasche, die Sie über einer Schulter tragen, kann für einen Stadtspaziergang ok sein, aber doch bitte nicht in freier Wildbahn, wenn es auch noch mit Wanderstöcken bergauf geht.

  2. Auch, wenn Sie einen guten Fotorucksack haben, der bequem über weite Strecken zu tragen ist, packen Sie ihn so leicht wie möglich. Nehmen Sie nur das Nötigste mit und entscheiden Sie sich im Zweifelsfall lieber für ein Zoomobjektiv als für drei zusätzliche Festbrennweiten, wenn Sie mit einer Kamera mit Wechseloptik fotografieren. Wenn es bergauf geht, womöglich in dünner Hochgebirgsluft, zählt jedes Gramm. Dazu müssen Sie kein Bergsteiger sein, das gilt auch für den Wanderer im Sommerurlaub, der mit der Seilbahn zur Bergstation fährt und dann eine gemütliche Wanderung zur nächsten Hütte macht. Sortieren Sie nochmals aus, bevor Sie alles im Rucksack verstauen.

  3. Im Schnalstal Südtirol
    Sparen Sie sich ein paar zusätzliche Gramm Gewicht, indem Sie Ihre Akkus sorgfältig laden und überprüfen. Dann müssen Sie mitunter keine Ersatzakkus mitschleppen, es Sei denn, Sie sind im Winter unterwegs. Kälte kann die Leistung von Batterien und Akkus stark beeinträchtigen, nehmen Sie dann entsprechende Reserven mit. Im Sommer können Sie sich das sparen – außer Sie halten sich über einen längeren Zeitraum abgeschieden in den Bergen ohne Strom auf.

  4. Haben Sie schon einmal überlegt, ob Sie überhaupt Ihre Spiegelreflexkamera mitschleppen müssen? Es gibt viele Gründe, die für eine gut sortierte SLR-Ausrüstung sprechen. Und es gibt das Gewicht, das dagegen spricht. In den vergangenen Jahren haben kompakte Systemkameras einen beachtlichen Marktanteil erreicht. Sie sind oft ohne Spiegelgehäuse, klein, leicht und bieten ansprechende Bildqualität mit allen Vorzügen der Spiegelreflexkameras. Wenn Sie öfters in den Bergen unterwegs sind und nicht immer die Vollformat-Kamera tragen wollen, denken Sie doch mal darüber nach, ein solches System anzuschaffen.

  5. In den Dolomiten
    Sie wollen einen Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang fotografieren? Oder einen Bach, dessen Wasser verwischt? Klar, dazu braucht es lange Belichtungszeiten und das heißt: ein Stativ muss mit. Hier gilt dasselbe wie bei der Kamera: Wenn Sie öfter in den Bergen unterwegs sind, schreiben Sie auf ihren nächsten Wunschzettel ein leichtes Carbon-Stativ. Das spart einige Kilo, es gibt kompakte Stative, die zwar nicht so komfortabel sind wie ein großes Stativ, aber in den Bergen können Sie ja auch einmal ein bisschen in die Knie gehen. Übrigens muss es da oben auch nicht der drei Kilogramm schwere Getriebeneiger sein, ein Kugelkopf ist viel leichter.

  6. Sofern Ihre Kamera den Einsatz von Filtern zulässt, gehören die in jedem Fall in den Fotorucksack – zwei, drei Filter sollten Sie einpacken. Zum einen natürlich ein Polarisationsfilter, das in das Gepäck jedes Landschaftsfotografen gehört. Es hilft, Farben besser darzustellen und im Gegenzug den Einfluss von Dunst ein wenig zu reduzieren. Im Hochgebirge macht auch ein UV-Filter Sinn. Schließlich tragen Sie selbst ja (hoffentlich) auch eine Sonnenbrille. Optional können Sie dann noch ein Grauverlaufsfilter mitnehmen, mit dem der Helligkeitsunterschied zwischen Boden und Himmel reduziert werden kann. Wenn Sie losziehen, um Wildwasser zu fotografieren, nehmen Sie ein Neutralgraufilter mit, das es ermöglicht, länger zu belichten.

  7. Katharinaberg
    Sie gehen hoffentlich gut ausgerüstet los, auch für einen Wetterumschwung, der oftmals schneller kommt, als einem lieb ist. Denken Sie auch an den Regenschutz für Ihren Fotorucksack, sonst tragen Sie womöglich irgendwann einen Wasserbeutel auf dem Rücken und Ihre Fotoausrüstung geht förmlich baden.

  8. Wenn Sie die Wahl haben oder etwas Bestimmtes fotografieren möchten, wählen Sie Ihre Route so, dass Sie nicht gerade in der größten Mittagssonne fotografieren müssen. Landschaften wirken immer besser, wenn die Sonne morgens oder am Nachmittag etwas flacher steht. Vielleicht können Sie Ihre Wanderrichtung so anpassen. Schauen Sie vorher auf der Landkarte, wann der tolle Berggipfel nicht gerade im Schatten liegt oder verwenden Sie die App „The Photographer’s Ephemeris“: http://www.prophoto-online.de/iphone-ipad-apps/The-Photographers-Ephemeris-fuer-iPhone-und-iPad-10002783.

  9. Windrad vor Ortlergruppe
    Wenn Sie Gegenlicht haben oder die Sonne im Bild: Setzen Sie beides bewusst ein. Berglandschaften im Gegenlicht ergeben eine besondere Stimmung. Ein Bild im Gegenlicht mit der Sonne in einer Ecke kann überaus dramatisch wirken, also keine Angst vorm Gegenlicht!

  10. Denken Sie immer an Ihre eigene Sicherheit. Immer! Kein Foto ist es wert, dafür Kopf und Kragen zu riskieren. Wenn Sie dann unten im Bild noch ein Stück Wiese haben, dann schneiden Sie es eben hinterher ab. Das ist in jedem Fall besser, als vorne über die Klippe zu rutschen.

Fotografieren in der Praxis 05 / 2014

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Auf www.IMS.bz findet Ihr den IMS Photo Contest 2014, einer der größten Fotowettbewerbe weltweit zum Thema Berg. Das diesjährige Motto lautet: Der Berg und die 4 Elemente. Also, los geht's, der Gesamtwert der Preise beträgt 7.800€, Einsendeschluss ist der 31.Juli 2014!

IMS Photo Contest 2014: Mountain.Four.Elements powered by BMW vi

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18. Juni 2014, 17:00:20 Uhr

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