Wie gelingen richtig tolle Landschaftsaufnahmen

10 Fototipps wie Landschafsaufnahmen zum Volltreffer werden

© Fotograf: Paul Stachowiak, Feld II, Blende-Fotowettbewerb
Paul Stachowiak, Feld II, Blende-Fotowettbewerb

Die Landschaftsfotografie gehört seit jeher zu den Klassikern. Schon immer haben Menschen Landschaften im Bild festgehalten, auch schon zu Zeiten, als es noch gar keine Fotografie gab und die Malerei das Maß aller Dinge war. Aber wie macht man eigentlich ein gutes Landschaftsbild? Schließlich soll ein solches Foto auch die Stimmung transportieren, die der Fotograf vor Ort erlebt. Und so ein Bild soll zeigen, wie es denn an einem bestimmten Ort aussieht. Die gebräuchlichste Form der Landschaftsfotografie ist nicht umsonst die Postkarte. Hier sind zehn Tipps für bessere Landschaftsfotos.

  1. Rechtzeitig losgehen. Eine Landschaft in der prallen Mittagssonne ist meist langweilig, flach und emotionslos. Die beste Zeit, eine Landschaft zu fotografieren, ist deshalb der Moment, in dem das Licht wechselt. Also wenn die Nacht zum Tag wird oder wenn die Sonne langsam untergeht. Deshalb ist es wichtig, sich rechtzeitig auf den Weg zu machen und auch einen Zeitpuffer einzuplanen. Gleiches gilt übrigens bei schlechtem Wetter. Am dramatischsten werden Fotos, die aufgenommen werden, wenn sich das Wetter gerade wieder bessert. Das heißt: Der Fotograf muss losgehen, so lange es noch regnet.

    © Fotograf: Kai Hornung, Hintersee twilight, Blende-Fotowettbewerb
    Kai Hornung, Hintersee twilight, Blende-Fotowettbewerb

  2. Sich Zeit nehmen. Bilder, die in Hektik entstehen, sind meist Schnappschüsse. Deren Qualität reicht aber oft nicht an das heran, was man von einer tollen Landschaftsaufnahme erwartet. Wichtig ist, das Motiv auf sich wirken zu lassen und diese Emotionen in den Aufnahmen zu verankern. Dazu gehört, auch mal einige Schritte zur Seite, zurück oder nach vorne zu gehen. Auf diese Weise entdeckt man die bestmögliche Perspektive für seine Landschaftsaufnahmen.

  3. Stativ nicht vergessen. Gerade dann, wenn die Sonne nicht mehr allzu hoch am Himmel steht, können längere Belichtungszeiten notwendig sein. Dann ist ein Stativ ohnehin Pflicht, da sonst die Gefahr besteht, dass die Fotos verwackeln. Aber auch sonst ist ein Stativ eine große Hilfe, denn so hat man als Fotograf ausreichend Zeit und Gelegenheit, sich über die Gestaltung seines Bildes Gedanken zu machen und die Kamera richtig auszurichten. Nichts ist schlimmer als ein schiefer Horizont, wenn es aussieht, als ob das Meer zu einer Seite hin ausläuft.

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		<li><strong>Was ist das Hauptmotiv</strong>. Dieses sollte prominent in Bild platziert sein. Das heißt nicht, dass das Hauptmotiv das ganze Bild ausfüllen oder gar in der Bildmitte sein muss, aber es sollte dem Betrachter sofort klar sein, was wichtig ist. Muss sich der Betrachter nämlich zuerst einmal im Bild zurechtfinden, dann besteht die Gefahr, dass er das Foto schnell wegklickt oder zur Seite legt. <strong>Vorder- und Hintergrund</strong> gehören zu jedem Foto. Beide sind deshalb wichtig, fast so wichtig wie das Hauptmotiv. Was ist im Sucher beziehungsweise auf dem Kameradisplay zu sehen? Wenn man etwas Störendes entdeckt, dann reicht es manchmal schon, die Position ein wenig zu verändern, um einen anderen Bildwinkel zu erhalten. Besonders störend sind vor allem <strong>Objekte, die vom Hauptmotiv ablenken</strong>, also alles was besonders hell, farbig oder glänzend ist.<br />
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		<li><strong>Auf den Bildaufbau achten – dieser sollte spannungsgeladen sein</strong>. Eine Diagonale sorgt immer für Spannung, also ein Weg oder eine Straße, die sich durchs Bild schlängelt. Ansonsten gilt nach wie vor die Regel des Goldenen Schnitts. Und diese besagt, dass der beste Platz für das Hauptmotiv nicht in der Bildmitte liegt, sondern etwas außerhalb davon, kurz vor dem äußeren Bilddrittel.<br />
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    Ingrid Lutz, milky way, Blende-Fotowettbewerb

  4. Die Brennweite ist sorgsam auszuwählen. Es muss in der Landschaftsfotografie nicht immer das Weitwinkelobjektiv sein. Für eine Panoramaaufnahme ist es natürlich das Mittel der Wahl, ebenso wenn die Landschaft besonders weit wirken soll. Aber ist das Bild dann auch spannend? Manchmal ist es besser, sich auf das Hauptmotiv zu konzentrieren und einige Millimeter mehr Brennweite einzusetzen. Es sollte in jedem Fall nichts Überflüssiges im Bild sein. Und wenn es doch so ist, dann muss man entweder näher ans Motiv ran oder eine größere Brennweite wählen.

  5. Fotografieren ist nichts anderes als malen mit Licht – dies gilt es für sich zu nutzen. Gegenlicht kann zwar manchmal Probleme machen, es kann aber auch für interessante Lichteffekte sorgen. Mit dem Licht gilt es zu spielen und seiner Schaffenskraft freien Lauf zu lassen – der Wald, in dem einzelne Lichtstrahlen durch das Blätterdach fallen, ist ein bekanntes Beispiel. Wenn man die Möglichkeit hat, dann sollte man darauf achten, wie sich das Licht im Tagesverlauf ändert und Einfluss darauf nimmt, wie Landschaften wahrgenommen werden. In jedem Fall ist es besser, mit einer flach stehenden Sonne zu fotografieren, weil dadurch Hügel und Täler durch Licht und Schatten besser modelliert werden. Mit einer Aufnahme ist es meist nicht getan: Das Licht ändert sich im Bruchteil einer Sekunde – ratsam ist der Einsatz der Serienbildfunktion.

    © Fotograf: Klaus Rohn, Wassergeister, Blende-Fotowettbewerb
    Klaus Rohn, Wassergeister, Blende-Fotowettbewerb

  6. Gegebenenfalls die Kameraautomatik abschalten. Insbesondere flach einfallendes Licht oder das Licht in der Dämmerung kann die Automatik der Belichtungssteuerung oftmals nicht richtig einordnen. Automatiken an Kameras versuchen in der Regel, ein gleichmäßig belichtetes Bild zu erhalten. Wenn es aber nicht taghell ist, dann besteht die Gefahr, dass das Bild überbelichtet wird. Bei Gegenlicht oder dem angeführten Beispiel von Sonnenstrahlen im Wald besteht dagegen die Gefahr, dass Fotos unterbelichtet werden, weil der Belichtungsmesser von den hellen Bildteilen irritiert wird. Mit einer Belichtungsreihe ist man im Zweifelsfall auf der sicheren Seite.

  7. Gerade bei Landschaftsaufnahmen verspricht ein Polarisationsfilter bessere Ergebnisse. Es eliminiert Streulicht und erzeugt damit klarere Farben sowie bessere Kontraste. Ein Polarisationsfilter kann natürlich nicht zaubern, aber gerade, wenn es etwas dunstig ist oder sich am Himmel weiße Wolken vom tiefen Himmelsblau abheben sollen, kann er doch kleine Wunder vollbringen. Er gehört zur Standardausrüstung eines Landschaftsfotografen.

    © Fotograf: Fabian Künzel, Mystische Vollmondnacht , Blende-Fotowettbewerb
    Fabian Künzel, Mystische Vollmondnacht, Blende-Fotowettbewerb

  8. RAW bietet das Maximum an Bildinformationen. Noch ist es so, dass das RAW-Bildformat die erste Wahl ist. Aktuelle Kameras bieten vielfach die Option, Aufnahmen sowohl im JPEG- als auch RWA-Bildformat speichern zu können. Damit hält man sich alle Optionen offen. An Speicherkarten mit entsprechender Kapazität ist zu denken. RAW verhindert, dass es zu Abrissen in Farbverläufen kommt. Diese Gefahr besteht vor allem in Flächen mit sanften Farbverläufen, wie beispielsweise einem Himmel. Wenn die Kamera kein RAW unterstützt, dann sollte man die bestmögliche Qualitätsstufe wählen.

„Blende“ – Der generationsübergreifende Fotowettbewerb für Fotobegeisterte jeden Alters

„Blende“, ist der Wettbewerb für Fotobegeisterte aller Altersgruppen. Seit Jahrzehnten ist „Blende“ ein Trendbarometer für den Stand der Fotografie und damit ein wichtiges Zeitdokument. Die jährliche Gemeinschaftsaktion von Tageszeitungen und der Prophoto GmbH begeistert Teilnehmer, Veranstalter und Bildgenießer gleichermaßen.

„Blende“ bietet allen Amateurfotografen ein Forum und die große Chance, ihre Schaffenskraft zum Besten zu geben. „Blende“ schärft mit seinen jährlich wechselnden thematischen Vorgaben die Sinne. Die eingereichten Wettbewerbsbeiträge, zu „Blende 2017“ gingen über 80.000 Fotografien ein, sind allesamt fotografisch konservierte Augeneindrücke, die durch die Teilnahme an „Blende“ den Raum der privaten Betrachtung verlassen und den öffentlichen Schauplatz betreten.

„Blende“-Teilnehmer sind mit ihren eingereichten Wettbewerbsbeiträgen nicht nur wichtige Botschafter für die Fotografie. Sie treten den Beweis an, wie lohnenswert es ist, die Welt in der man sich aufhält aktiv wahrzunehmen.

Weitere Informationen zu „Blende“: https://www.prophoto-online.de/fotowettbewerb-blende

Fotografieren in der Praxis 07 / 2018

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