5 Fototipps für leckere Food-Fotos mit dem Smartphone

5 Fototipps für leckere Food-Fotos mit dem Smartphone
Food-Fotografie liegt im Trend: Ob man das toll angerichtete Menü im Restaurant seinen Freunde auf Facebook zeigen will oder stolz den selbstgebackenen Kuchen auf seinem Blog. Immer sagt ein Foto mehr als tausend Worte. War die Food-Fotografie früher die Domäne von Spezialisten, kann es einem heute sogar gelingen, mit dem Smartphone Aufnahmen zu machen, die anderen den Mund wässrig machen. Wir haben den Food-Foto-Spezialisten Steven A.J. Beltjes, der in Koch-Fotokursen sein Wissen vermittelt, nach den besten Fototipps gefragt und konnten ihm folgende entlocken:

1. Gute Vorbereitung fürs gute Bild

Das appetitliche Bild beginnt schon beim Einkauf der Zutaten. Profi-Köche wissen, dass das Auge mitisst und erledigen diesen Punkt schon für einen. Wer aber seine eigenen Kreationen auf die Speicherkarte bannen möchte, der muss selbst beim Einkauf darauf achten, makellose Produkte zu bekommen. „Eine Erdbeere mit leichtem Lagerschaden sieht einfach nicht so lecker aus“, kommentiert Beltjes. Dekomaterial, wie etwa frische Kräuter, sollte man ebenfalls nicht vergessen. Und dann hat er noch einen speziellen Tipp: Der clevere Foodfotograf stellt außerdem einen Pflanzensprüher (wie man ihn sonst für Blumen oder zum Bügeln benutzt) mit Wasser bereit. „Wassertröpfchen und eine ansprechende Dekoration der eigenen Kreation wirken oft Wunder für den appetitlichen Look“, sagt er. Und da man beim Smartphone – anders als bei DSLRs – kaum mit technischen Tricks punkten kann, sollte das Motiv perfekt sein.

2. Die richtige App auswählen

© Steven A.J. Beltjes
© Steven A.J. Beltjes
Neben dem Motiv gilt es, auch das Smartphone optimal vorzubereiten. „Oft ist die standardmäßig mitgelieferte Kamera-App fürs schnelle Bild optimiert und weist nur wenige Funktionen für eigene Einstellungen auf“, sagt Beltjes. Wer mehr aus seinem Smartphone herausholen möchte, der greift deshalb zu einer Foto-App für Fortgeschrittene. Für die Food-Fotografie sollte sie einige manuelle Einstellungsmöglichkeiten etwa zum Weißabgleich und zum Deaktivieren des Blitzes bieten: „Der Weißabgleich ist zum Beispiel wichtig, wenn man in Restaurants fotografiert. Dort herrscht oft künstliches Licht und das zeigt Essen häufig in unnatürlichen Farben“, erklärt Beltjes. „Ein Makro-Modus hilft, auch auf kurze Distanz scharfe Aufnahmen mit schön verschwimmendem Hintergrund hinzubekommen.“ Selbstredend kann er mit einem Makroobjektiv einer Kamera nicht mithalten, denn er verändert nicht die Leistung des Smartphoneobjektivs an sich, sondern optimiert nur die Einstellungen. Schließlich findet Beltjes noch Nachbearbeitungsmöglichkeiten, wie etwa die Auswahl eines Ausschnittes, bei einer Aufnahme-App praktisch.

Die App-Stores der verschiedenen Betriebssysteme bieten dazu einige Auswahl. Beltjes selbst verwendet ein iPhone und empfiehlt dafür Camera+ (knapp 3 Euro). Bei Android leistet zum Beispiel die kostenlose App „Zoom Kamera“ ähnliches, bei Windows Phone die Lumia Camera App.

3. Hübsch anrichten

© Steven A.J. Beltjes
© Steven A.J. Beltjes
Sind Kamera und Essen vorbereitet, geht´s an Ambiente. Das Auge isst nicht nur beim Gericht selbst mit, sondern auch bei der Umgebung. „Eine hübsch gemaserte Tischplatte oder ein farbiges Tischset, das mit einer interessanten Tellerform harmoniert, werten die Speise auf“, rät Beltjes. Wer Gerichte im Restaurant fotografiert, muss sich darum meistens nicht mehr kümmern, da die Profis das schon erledigen. Aber auch dort sollte man darauf achten, dass nicht gerade die Speisekarte oder das Smartphone des Nachbarn noch auf dem gewählten Tischausschnitt herumliegen. Auch muss man den Teller manchmal noch auf die Schokoladenseite drehen, denn nicht immer sieht die Kochkreation von allen Seiten gleich gut aus.

4. Gutes Licht

© Steven A.J. Beltjes
© Steven A.J. Beltjes
Fehlt nur noch das richtige Licht. Hier ist der Food-Fotograf mit Smartphone im Restaurant klar im Nachteil. Meist muss er sich mit dem begnügen, was da ist und das ist manchmal nur wenig Licht. Und gerade solche Situationen zählen nicht zu den Stärken von Smartphone-Kameras, die meist nur über kleine Sensoren und wenig lichtstarke Objektive verfügen. Hier ist man mit einer hochwertigen Kamera – ideal mit Wechselobjektiv – doch deutlich besser bedient. Dennoch gibt Beltjes als wichtigen Tipp: „Den eingebauten Blitz beim Smartphone unbedingt ausschalten, weil das Licht einfach nicht schön aussieht. Das vorhandene Licht ist in der Regel deutlich besser.“ Eine Kamera-App mit Weißabgleich hilft, Farbstiche von Kunstlichtquellen auszugleichen. Als weiteren Tipp verrät Beltjes: „Wer zufällig ein weißes Blatt Papier oder eine helle Speisekarte und einen Spiegel greifbar hat, kann diese wie einen Reflektor nutzen, um Schatten aufzuhellen und mehr Licht auf das Gericht zu bringen“.

Wer Aufnahmen der eigenen Kreationen zu Hause fotografiert, kann noch gezielter mit einem Aufheller (aus Pappe selbst zu basteln oder für wenige Euro im Fotofachhandel erhältlich) und einem größeren Spiegel das vorhandene Licht lenken oder eine Foto-LED-Lampe zu Hilfe nehmen. „Da muss es dann auch gar kein komplizierter Aufbau mit eigenen Lampen oder Blitzen sein“, beruhigt Beltjes. Etwas Übung und genaues Hinschauen zum Abschätzen der Wirkung sind aber nötig. „Das lernt man am besten in einem Workshop, bei dem einen ein Profi auf die Details hinweist und einem die richtige Position zeigt“, meint Beltjes.

5. Aufnahme durch geschickten Bildausschnitt aufwerten

© Steven A.J. Beltjes
© Steven A.J. Beltjes
Der letzte Schritt vom gewöhnlichen zum besonderen Bild ist die Wahl des Bildausschnittes. „Das Smartphone leicht schräg zu halten, ist ein Tipp, der das Gericht direkt dynamischer und pfiffiger aussehen lässt“, verrät Beltjes. Außerdem empfiehlt er, nah heran zu gehen – vor allem bei Aufnahmen im Restaurant, wo man wenig Einfluss auf das Ambiente und das Licht hat. So kann das Essen wirken und der Hintergrund stört nicht. Wer experimentieren möchte, dem empfehlen wir einen Selfie-Stick oder ein Monopod als verlängerten Arm. Da lässt sich dann auch das Essen des Nachbarn oder gleich die ganze Tafel aus ungewöhnlicher Perspektive aufnehmen. Aber probieren Sie so etwas lieber zu Hause, damit andere Restaurant-Gäste nicht gestört werden.

Wer diese Tipps berücksichtigt, muss seine leckeren Bilder nur noch genießen! Und immer dran denken: Gern auch den anderen was davon abgeben und sie teilen.

Fotografieren in der Praxis 11 / 2015

2 Kommentare

Hallo und danke für den Artikel. Ich habe mir daraufhin auch die Zoom Kamera Pro auf das Samsung geladen. Wie bekomme ich das hin, dass das z. B. das Gericht scharf ist und der Hintergrund verschwommen wie man das so oft sieht?

Nina Bernhart

von Nina Bernhart
02. Oktober 2016, 15:31:44 Uhr

Das Thema finde ich gut präsentiert. Auf jeden Fall gibt es gute Anregungen.

Klaus

von Klaus
23. November 2015, 10:07:06 Uhr

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