Worauf ist bei einer Fototour durch die Wüste zu achten

Wo liegen die fotografischen Herausforderungen

Der Gepard in der Namibia-Wüste
Ingrid Lutz, catwalk, Blende-Fotowettbewerb

Die Wüste mit ihrer atemberaubenden Schönheit, die sich in einem ständigen Wandel zu befinden scheint, gehört mit zu den reizvollsten Fotomotiven. Hohe Temperaturen, Staub und Sand, wie sie in der Wüste vorliegen, verlangen nach Vorkehrungen nicht nur für die Kameraausrüstung, möchte man nicht an seine fotografischen Grenzen stoßen.

Eine Sonnenbrille ist beispielsweise unentbehrlich, um die Augen vor zu starker Sonneneinstrahlung aber auch vor Sand und Staub zu schützen. Wer mit einem Polfilter arbeitet, der sollte auf eine polarisierende Sonnenbrille verzichten, weil sonst Schwierigkeiten bei der richtigen Stellung des Polfilters auftreten. Wurde als Kopfbedeckung ein breitkrempiger Hut gewählt, so ist auf die Krempe zu achten, dass sie ggf. beispielsweise bei Weitwinkelaufnahmen nicht mit aufs Bild kommt. Um sich besser auf die Aufnahmen konzentrieren zu können, sollte die Körperbekleidung möglichst bequem sein, denn es kann durchaus ratsam sein, mal aus der Hocke zu fotografieren. Von Vorteil sind in der Wüste helle Stoffe aus Naturfasern. Für den sicheren Stand, aber auch für die Wanderung durch die Wüste ist festes Schuhwerk wichtig, denn zum einen lebt so manches giftiges Getier in der Wüste, aber es gilt auch, die Füße vor Sand und steinigem bis felsigem Untergrund zu schützen. Und an Proviant, insbesondere Wasser, ist zu denken.

Wann ist die beste Fotozeit

Wer in der Wüste frühmorgens oder am Abend fotografiert, der ist klar im Vorteil. Zum einen herrschen zu dieser Tageszeit niedrigere Temperaturen und zum anderen tragen die längeren Schatten dazu bei, die Konturen der Wüstenlandschaft eindrucksvoller im Bild festhalten zu können.

Sicheldünen am Rande der Wüste Namib
Werner Fischer, Wüstenmorgen, Blende-Fotowettbewerb

Warum Fototasche beziehungsweise -rucksack wichtig sind

Wer zu Fuß in der Wüste unterwegs ist, der sollte sich bei der Fotoausrüstung auf das nötigste beschränken. Im kühlen Hotelzimmer beispielsweise lässt sich kaum feststellen, wie schwer eine Fotoausrüstung bei einem mehrere Kilometer langen Gang durch die heiße Wüste werden kann. Eine Fototasche beziehungsweise ein Fotorucksack dient nicht nur zum bequemen und komfortablen Transport der Fotoausrüstung, sondern schützt sie auch vor Staub, Sand und direkter Sonneneinstrahlung. Hellen Fototaschen beziehungsweise Fotorucksäcken, die die Sonnenstrahlen reflektieren, ist der Vorzug zu geben. Um das Objektiv vor Sand und Staub zu schützen, sollte ein Skylight- oder UV-Filter zum Einsatz kommen. Schwarze Geräte können bei extremen Sonneneinstrahlungen so heißt werden, dass man sie ggf. nicht mehr anfassen geschweige denn bedienen kann. Die Fachliteratur empfiehlt hier das Bekleben mit weißem Klebeband. Bevor man jedoch die Kamera bzw. das Objektiv beklebt, sollte in jedem Fall im Fotohandel oder beim Hersteller Rat eingeholt werden, denn nichts ist ärgerlicher, als wenn beispielsweise sich der Klebstoff löst und das Kameragehäuse beziehungsweise Objektiv Schaden erleidet.

Großes Sandmeer in der lybischen Wüste nahe der Oase Siwa
Hermann Mohr, Regen in der Wüste …?, Blende-Fotowettbewerb

Warum das Kameraequipment zu schützen ist

Das elektronische Innenleben von Kameras ist gegenüber extremer Hitze sowie Kälte, Feuchtigkeit, Sand und Staub empfindlich. In der Wüste und insbesondere bei Wind lässt sich nicht vermeiden, dass das Kameraequipment mit Sandkörnern in Verbindung kommt. Sofern mit einer Kamera für Wechseloptik fotografiert wird und ein Objektiv- beziehungsweise Akku- oder Speicherkartenwechsel erfolgen soll, so ist darauf zu achten, dass dabei kein Sand in das Innere der Kamera gelangt. Bestmöglich sollte der Wechsel an einem wind-/staubgeschützten Ort erfolgen. Das lässt sich allerdings nur dann umsetzen, wenn man beispielsweise mit einem Auto unterwegs ist. Hat man diese Option nicht, so sollte man sich beim Wechsel von Objektiv, Speicherkarte, Akku Kameraschützend positionieren. An einen Luftpinsel sollte man in jedem Fall denken. Mit diesem lassen sich Sand und Staub von der Kameraausrüstung entfernen.

© Fotograf: Basim Ghomorlou, Wüste, Blende-Fotowettbewerb
Basim Ghomorlou, Wüste, Blende-Fotowettbewerb

Wer analog in der Wüste unterwegs ist

Auch, wenn Digitalkameras heute die bevorzugten Aufnahmegeräte sind, so wird es sicherlich Nutzer geben, die sich für eine Analogkamera entscheiden. In diesem Fall sollte man nur die Filmmenge auf die Wüstentour mitnehmen, die voraussichtlich benötigt wird – ein oder zwei Filme in Reserve schaden natürlich nicht, denn die Wüste liefert eine Vielzahl an beeindruckenden Motiven. Bewusst sollte man sich darüber sein, dass hohe Temperaturen den Alterungsprozess des Filmmaterials beschleunigen, so dass dessen Lichtempfindlichkeit nachlässt oder, falls es schon belichtet ist, sich die Bildqualität verschlechtert. Bei Farbaufnahmen, die bei extrem hohen Temperaturen gemacht wurden, kann es eventuell zu Farbverschiebungen kommen.

Blende – Der generationsübergreifende Fotowettbewerb für Fotobegeisterte jeden Alters

„Blende“, ist der Wettbewerb für Fotobegeisterte aller Altersgruppen. Seit Jahrzehnten ist Blende ein Trendbarometer für den Stand der Fotografie und damit ein wichtiges Zeitdokument. Die jährliche Gemeinschaftsaktion von Tageszeitungen und der Prophoto GmbH begeistert Teilnehmer, Veranstalter und Bildgenießer gleichermaßen.

„Blende“ bietet allen Amateurfotografen ein Forum und die große Chance, ihre Schaffenskraft zum Besten zu geben. Blende schärft mit seinen jährlich wechselnden thematischen Vorgaben die Sinne. Die eingereichten Wettbewerbsbeiträge, zu „Blende 2017“ gingen über 80.000 Fotografien ein, sind allesamt fotografisch konservierte Augeneindrücke, die durch die Teilnahme an „Blende“ den Raum der privaten Betrachtung verlassen und den öffentlichen Schauplatz betreten.

Blende-Teilnehmer sind mit ihren eingereichten Wettbewerbsbeiträgen nicht nur wichtige Botschafter für die Fotografie. Sie treten den Beweis an, wie lohnenswert es ist, die Welt in der man sich aufhält aktiv wahrzunehmen.

Weitere Informationen zu Blende.

Fotografieren in der Praxis 08 / 2018

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