Fotowissen: Unterschiedliche Autofokus-Modi garantieren immer scharfe Treffer

© Fotograf: Ole Yssing, polar bear, Blende-Fotowettbewerb
Automatischer AF gute Wahl bei sich nicht so schnell bewegenden Tieren
© Fotograf: Ole Yssing, polar bear, Blende-Fotowettbewerb
Gerade als fotografischer Einsteiger, wenn man die Tiefen der Fotografie für sich noch nicht erschlossen hat, stellt man sich mitunter die Frage, warum Kameras mit einem so gewaltigen Funktionsumfang ausgestattet sind und beispielsweise über unterschiedliche Autofokus-Modi verfügen. Die Antwort liegt ganz klar auf der Hand, garantieren diese doch, immer bestens gerüstet für seine Motive zu sein. Wir alle kennen doch die Situation, dass wir beispielsweise in der Dämmerung ein Motiv anvisieren und der automatische Autofokus mit uns sein Spielchen zu treiben scheint, weil er einige Sekunden – die uns wie eine Ewigkeit vorkommen – braucht, um scharfzustellen. Dies haben die Hersteller natürlich erkannt und statten deshalb ihre Kameras beispielsweise mit dem manuellen Autofokus (AF) aus.

Welcher Autofokus für welches Motiv?

Automatischer AF

Beim automatischen AF muss man als Fotograf nicht ständig die Einstellungen anpassen, was zum Beispiel bei sich nicht so schnell bewegenden Tieren sehr praktisch ist. In diesem Modus wechselt die Kamera automatisch vom Einzelbild AF in den kontinuierlichen AF und umgekehrt.

Einzelbild AF

© Fotograf: Uli Med, Wüste, Blende-Fotowettbewerb
Einzelbild AF gute Wahl bei ruhigen Motiven (Landschaft, Porträt, Architektur)
© Fotograf: Uli Med, Wüste, Blende-Fotowettbewerb
Der Einzelbild AF kommt bevorzugt bei ruhigen Motiven in der Landschafts-, Porträt- und Architekturfotografie sowie bedingt in der Makrofotografie zum Einsatz. Drückt man den Auslöser halb durch, stellt der Autofokus scharf und hält diese Einstellung – im Sucher leuchtet der aktive AF-Punkt. Sollte die Kamera nicht scharf stellen, dann ist möglicherweise der Aufnahme-Mechanismus blockiert.

Kontinuierlicher AF

Der kontinuierliche AF ist dann meist die erste Wahl, wenn man sich schnell bewegende Motive wie Sportler und/oder Tiere ablichtet. Wie der Name schon zum Besten gibt, stellt die Kamera fortwährend scharf, solange der Auslöser halb gedrückt ist und sich das Objekt im Sucherbereich befindet. Schauen Sie einmal in Ihre Bedienungsanleitung, denn, je nach Kameramodell, kann der kontinuierliche AF noch feiner abgestimmt werden.

Manueller AF

© Fotograf: Jan Strauß, Kontrollflug, Blende-Fotowettbewerb
Kontinuierlicher AF gute Wahl bei sich schnell bewegenden Motiven
© Fotograf: Jan Strauß, Kontrollflug, Blende-Fotowettbewerb
Wie in unserer Einleitung bereits ausgeführt, gibt es Situationen, wo wir als Fotografen den Kameras überlegen sind. Dies ist beispielsweise bei kontrastarmen Aufnahmen der Fall, wenn die Lichtsituation nicht optimal oder das Motiv einfach zu schnell ist. Die Kamera hat Probleme mit dem Scharfstellen, wir müssen ihr als Fotograf unter die Arme greifen und die Schärfe manuell festlegen. Bei sich sehr schnell bewegenden Motiven geschieht dies, indem man vorab auf einen Punkt fokussiert, abwartet bis das Objekt dort ist und dann abdrückt.

Noch etwas Theorie kann ja nie schaden, um das Autofokussystem besser zu verstehen. Kommen wir zu den Autofokus-Messfeldern. Diese sind über das Bildfeld in Form von Autofokus-Sensoren verteilt. Je nach Einstellung sind entweder alle Messfelder aktiv, nur die Messfelder in einer bestimmten Zone oder nur ein einzelnes Messfeld. Bei schnellen Objekten fällt die Wahl bevorzugt auf einen großen Messfeldbereich, während bei statischen Motiven gern dem zentralen AF der Vorzug gegeben wird. Entscheidend für die Güte des Autofokus-System ist nicht nur die Anzahl der Messfelder - je mehr, desto besser -, sondern auch deren Bauart. Hier wird zwischen Linien- und Kreuzsensoren unterschieden. Liniensensoren sind kostengünstiger und können nur vertikale oder horizontale Strukturen erkennen. Kreuzsensoren, ohne jetzt zu tief in die Technik einsteigen zu wollen, sind im Grunde kombinierte Liniensensoren. Sie messen die Schärfe in beiden Richtungen. Wie gut das Autofokussystem arbeitet, hängt natürlich auch von der Güte der eingesetzten Optik ab. Lichtstarken Objektiven ist immer der Vorzug zu geben – auch, wenn sie in der Anschaffung teurer sind. Grund hierfür ist, dass die Messfelder nur dann gute Arbeit leisten, wenn genügend Licht auf sie fällt. Dies ist ja auch der Grund dafür, dass bei schlechten Lichtverhältnissen der manuelle AF gewählt werden muss.

Fotografieren in der Praxis 09 / 2015

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