Fototipp: Gartenzeit ist Fotozeit

Sabine Mohrmann, Frühlingsboten, Blende-Fotowettbewerb Bildgalerie betrachten Sabine Mohrmann, Frühlingsboten, Blende-Fotowettbewerb

Kleingärten, gern auch als Schrebergärten, Laube, Heimgärten, Familiengärten oder Parzelle, bezeichnet, liegen in Deutschland – so ist zu lesen – auch bei der jüngeren Bevölkerung voll im Trend. Diese kleinen Oasen bieten im Wechsel der Jahreszeiten eine Vielfalt an Fotomotiven – alle übrigens bestens für den selbstgestalteten Fotokalender oder als Fotogrußkarten hervorragend geeignet. Auch, wenn es Gartenbücher wie Sand am Meer gibt, so ist es als Gartenliebhaber mehr als einen Gedanken wert, auch sein eigenes Fotogartenbuch mit Tipps zu gestalten – in so einem Werk dürfen Bilder selbstredend nicht fehlen. Fotos sind aber auch dann überaus wertvoll, wenn Pflanzen von Krankheiten befallen sind und man von Dritten einen Rat benötigt. Diesen kann man über Internetforen und dem Handel aber nur dann erhalten, wenn das Schadbild in den Fotos unmissverständlich erkennbar ist. Fotos sind auch dann unentbehrlich, wenn man in anderen Gärten oder Grünanlagen Pflanzen sieht, die man gern für den eigenen Garten hätte. Über Bilder kann man so recherchieren, um welche Pflanze es sich handelt. Kleingärtner sind nicht nur Pflanzenliebhaber und machen ihren Rücken krumm, sondern feiern auch leidenschaftlich gern. Hier darf der Auslöser natürlich ebenfalls nicht stillstehen, wenn man mit Nachbarn und Freunden beispielsweise beim gemeinsamen Grillen zusammenkommt.

Das Smartphone, dass die meisten von uns immer mit sich führen, ist bestens als fotografisches Notizbuch oder als Gedankenstütze, beispielsweise wenn es darum geht pflanzliche Schadbilder wie beispielsweise Rosenrost zu visualisieren, geeignet. Möchte man einzelne Blüten wie die einer Rose großformatig in Szene setzen, dann liefert das Smartphone ebenfalls überzeugende Aufnahmen. Lohnenswert ist hier auch der Einsatz von Apps, mit denen sich die Blüten beim Einsatz entsprechender Filter künstlerisch wirkungsvoll verfremden lassen. Solche Aufnahme über einen Bilddienstleister als Postkartengruß aus dem Garten versendet verstehen zu überraschen und zu begeistern. Sehr beliebt ist die Ausgabe solcher Aufnahmen auch auf FineArt-Medien – also speziellen Fotopapieren, die im so gefragten quadratischen Format angeboten werden. Solche Aufnahmen, mit oder ohne Rahmen in den eigenen vier Wänden aufgehängt, holen einem den Garten nach Hause. Noch recht neu sind die sogenannten Smartphotoprinter – diese treten kabellos mit dem Smartphone in Verbindung und die Prints ähneln je nach Modell dem Sofortbild, das in der Beliebtheitsskala ganz oben steht. Solche Bilder sind es, mit denen man beispielsweise das Innere der Gartenhütte zum Leben erweckt oder über die sich Freunde und Nachbarn freuen.

Auch wenn es möglicherweise Smartphonehersteller nicht gerne lesen und hören, so bieten Kameras mit ihrer Ausstattung aus fotografischer Sicht deutlich mehr Möglichkeiten als Smartphones. Das eröffnet den Nutzern einen dementsprechend größeren fotografischen Spielraum mit der Entfaltung entsprechender Kreativität und die Erschließung einer größeren Motivwelt. Auch, wenn sicherlich die Pflanzenwelt im Garten im Mittelpunkt steht, so darf man beispielsweise die Tierwelt nicht vergessen. Um Vögel oder beispielsweise Eichhörnchen wirkungsvoll abzulichten muss man Distanzen überwinden und das gelingt nun einmal nur mit Teleoptik. Sind es die Raupen, die einen trotz aller Gefräßigkeit faszinieren, dann wird ein Makroobjektiv benötigt, um sie wirkungsvoll groß herauszubringen. Oder nehmen wir die Schärfentiefe. Smartphonebilder zeichnet eine durchgängige Schärfe aus während man bei Kameras (hochwertige Kompakt-, Spiegelreflex- kompakte Systemkameras) mit der Schärfentiefe spielen kann. So kann der Hintergrund in Unschärfe versinken während das Hauptmotiv scharf abgelichtet wird und dadurch noch imposanter in Erscheinung tritt. Sind die Lichtbedingungen, wie beispielsweise in der Dämmerung nicht optimal, dann ist das Smartphone mit diesen Begebenheiten trotz allen technischen Fortschritts noch immer überfordert. Für die Kamera spricht in den meisten Fällen zudem, dass die Auseinandersetzung mit dem Motiv und der Bildgestaltung eine intensivere ist, als mit dem Smartphone. Dies mag mit daran liegen, dass das Smartphone im täglichen Leben meist als visuelles Notizbuch und Schnappschusskamera eingesetzt wird wo es nicht immer unbedingt auf die perfekte Bildqualität ankommt. Auf welches Kamerasystem – also ob Kompakt-, Spiegelreflex- oder kompakte Systemkamera – man letztendlich setzt hängt von den persönlichen Vorlieben, von den Ansprüchen und auch von den Motiven ab. Spiegelreflex- und kompakte Systemkameras garantieren mit dem entsprechenden Zubehör den größtmöglichen fotografischen Spielraum, der auch den Gartenmotiven zugutekommt.

Der Garten ist trotz aller Arbeit die dort anfällt, ein Ort der Entspannung. Ein freier Kopf jenseits des Alltagsstress ist für die Entfaltung der fotografischen Schaffenskraft essenziell – erst dann ist man wirklich offen für die Motive und das eigene fotografische Spiel. Die Begeisterung für die Motive im Garten, und dazu zählen nicht nur Pflanzen und Tiere, sondern natürlich auch Menschen, ob sie nun der Gartenarbeit nachgehen oder feiern, ist für jeden Gartenliebhaber gegeben. Sie müssen nur durch die Betätigung des Auslösers eingefangen werden. Und es lohnt sich. Wie faszinierend sind beispielsweise Zeitrafferaufnahmen einer Blüte im Tagesverlauf – einfach imposant. Nicht weniger Interessant ist, wie sich der Garten im Wechsel der Jahreszeiten, aber auch im Laufe der eigenen Bewirtschaftung verändert. Dies lässt sich mit Hilfe der Fotografie wirkungsvoll dokumentieren. Als Gartenlieber wird man zudem eher früher als später Liebhaber der Makrofotografie, denn mit ihr lassen sich kleine Naturschönheiten pflanzlicher und tierischer Natur ganz groß herausbringen. Ja und Fotos sind es schlussendlich mit denen Gärtner auch ihren grünen Daumen und ihre Liebe zu ihrer Oase anderen zum Ausdruck bringen können.

„Blende“ – Der Fotowettbewerb für Fotobegeisterte jeden Alters

„Blende“, ist der Wettbewerb für Fotobegeisterte aller Altersgruppen. Seit Jahrzehnten ist „Blende“ ein Trendbarometer für den Stand der Fotografie und damit ein wichtiges Zeitdokument. Die jährliche Gemeinschaftsaktion von Tageszeitungen und der Prophoto GmbH begeistert Teilnehmer, Veranstalter und Bildgenießer gleichermaßen.

Auf der Motivjagd für „Blende“, dem Zeitungsleser-Fotowettbewerb für alle Amateurfotografen, sind Gärten eine lohnende Fundgrube, um sich den thematischen Vorgaben stellen zu können.

„Blende“ bietet allen Amateurfotografen ein Forum und die große Chance, ihre Schaffenskraft zum Besten zu geben. Dazu gehört auch, mit Gleichgesinnten zu den thematischen Vorgaben in den Wettstreit zu treten. Dabei wachsen die Teilnehmer über sich hinaus und geben Zeugnis über ihr kreatives fotografisches Potential. Ihre Bilder sind allesamt fotografisch konservierte Augeneindrücke, die durch ihre Teilnahme an „Blende“ zudem den Raum der privaten Betrachtung verlassen und den öffentlichen Schauplatz betreten. Nur die Präsentation der „Blende“-Bildeinsendungen in den Galerien auf unserer Homepage erscheint uns ausbaubar. Deshalb zeigen wir – vielfach mit Unterstützung der „Blende“-Fotografen – auf, was notwendig ist, um zu so sehenswerten Aufnahmen, wie hier veröffentlicht, zu gelangen. Damit soll nicht zum Kopieren inspiriert werden, sondern motiviert werden zum eigenen Spiel mit Zeit und Blende. Übrigens: in Kürze fällt mit „Blende 2017“ der Startschuß zur 43. Runde.

Fotografieren in der Praxis 04 / 2017

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