Das Familienportrait - Auf das richtige Licht kommt es an

Familienportrait Bildgalerie betrachten Blende ,“Familienportrait”
Ralf Hanisch

Eine Variante von Gruppenaufnahmen sind Familienbilder. Neben der rein photographischen Aussage sind sie von ungehörigem Erinnerungswert, der jedoch erst mit den Jahren entsteht. Oftmals wirken Familienaufnahmen gestellt, was aber durchaus auch seinen Reiz haben kann - gerade dann, wenn man das Portrait der Familie Jahr für Jahr in genau der gleichen Anordnung wiederholt.

Etwas Regie ist bei Gruppenaufnahmen von Familienmitgliedern in jedem Fall Pflicht, denn das Licht sollte beispielsweise optimal sein, damit alle Angehörigen gut zur Geltung kommen. Strahlende Sonne und blauer Himmel sind scheinbar ideale Voraussetzungen für gute Photos, aber für Aufnahmen von Menschen sind diese Lichtverhältnisse wenig geeignet. Direkte Sonne ist zu grell, um die Feinheiten von Oberflächenstrukturen und Hauttönen hervortreten zu lassen, und bei bestimmten Einfallsrichtungen kann hartes Licht beispielsweise feine Fältchen in tiefe Furchen verwandeln. Die Mittagssonne ist also für das Portrait der Familie besonders ungünstig, weil sie harte Schlagschatten unter Nase und Kinn erzeugt und die Augen in dunkle Höhlen verwandelt werden. Das schwächere Sonnenlicht in den Morgen- oder späteren Nachmittagsstunden ist wesentlich günstiger. Die Familienangehörigen sollten so positioniert werden, daß das Licht etwa im Winkel von 45 Grad auf das Gesicht fällt. Der Blick der Familienmitglieder in die Sonne führt hingegen zu zugekniffenen Augen, was natürlich weniger vorteilhaft ist und zu keinem guten Bildergebnis führt. Wird schräg gerichtetes Tageslicht zur Herausarbeitung charakteristischer Gesichtszüge eingesetzt, tragen Dunst und leichte Wolken dazu bei, das Sonnenlicht weicher zu machen. Dichtere Wolken führen zu noch diffuserem Licht und modellieren die Gesichter sanft heraus. Bedeckter Himmel bietet aber noch den großen Vorteil, daß es wesentlich einfacher ist, die optimale Belichtung zu finden, so daß sowohl die Lichter als auch die Schatten ausreichend durchgezeichnet werden. Gerade bei Gruppenaufnahmen ist die ideale Beleuchtung das gleichmäßige Licht. Dieses bringt alle Details deutlich zum Vorschein. Bei nicht zu hellem Licht kann man auch die Blende etwas weiter öffnen, um die für die selektive Scharfeinstellung die notwendige geringere Schärfentiefe zu erhalten.
 

Fotografieren in der Praxis 10 / 2004

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