Den Herbst im Sucher

Herbstlaub Bildgalerie betrachten Blende ,“Herbstlaub”
Alfred Graß

Herbstliche Natur und die derzeitige Farbenpracht sind eine besondere Herausforderung für jeden, der das Spiel mit Zeit und Blende liebt. Das Licht als Gestaltungsmittel spielt bei Herbstaufnahmen mit ihren Millionen Farben und intensiven Kontrasten eine entscheidende Rolle. Die besten Aufnahmen gelingen im Morgenlicht kurz nach Sonnenaufgang. Die Sonne fällt schräg auf das Motiv und modelliert plastisch viele Formen und Einzelheiten. Auch bei Aufnahmen im Herbst gilt, daß weniger oft mehr ist - kein leichtes Unterfangen, denn die Landschaften bestechen durch eine Vielzahl an Details und Formen, die man alle am liebsten in nur einem Bild einfangen möchte. Um die grandiose Tiefe einer Landschaft einzufangen, sollte von der Weitwinkeleinstellung des Zoomobjektives Abstand genommen werden.

Tips analog
Wer analog photographiert, der sollte die volle Bandbreite der Filmempfindlichkeiten - eventuell mit zwei Kameragehäusen - mit ISO 100 und ISO 400 für sich nutzen. Grundsätzlich tendieren hochempfindlichere Filme zu etwas wärmeren Farben. Zu beachten ist zudem, daß die Filme, je nach Filmhersteller, unterschiedliche Farbcharakteristiken aufweisen. Der Einsatz eines Stativs ist ratsam, denn nur so kann gerade bei langen Teleaufnahmen die Unschärfe durch Kameraverwackeln ausgeschlossen werden.

Tips digital
Eine Speicherkarte mit 64 MB oder besser noch 128 MB ist bei der Vielzahl an Herbstmotiven ein Muß. Auch wenn Digitalkameras meist leichter sind, so gelten auch hier die Gesetze der Phototechnik und auch diese Kameras benötigen für verwacklungsfreie Aufnahmen ein Stativ. Unbemerkt rutschen Digitalkameras mit ihrer Programmautomatik in die langen (verwacklungsgefährdeten) Zeiten. Ein Stativ leistet hier Abhilfe. Bedingt durch die im Vergleich zu Kleinbildfilm kleineren CCD-Chips gelten in der Digitalphotographie andere Schärfentiefen-Regeln. In der Praxis bedeutet das, daß bei Weitwinkeleinstellung meistens alles scharf abgebildet ist. Die bewußte Bildgestaltung mit "Scharf/Unscharf" ist etwas schwieriger und verlangt nach Übung. Das Experimentieren mit dem Weißabgleich lohnt sich für Farbverfremdungen.
 

Fotografieren in der Praxis 09 / 2004

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