Fototipp: Herbstimpressionen - Waldeslust

© Fotograf: Helmut Büchner, Herbstwald, Blende-Fotowettbewerb
© Fotograf: Helmut Büchner, Herbstwald, Blende-Fotowettbewerb
Herbstimpressionen im Fokus – da kommt man um einen Waldspaziergang mit der Kamera nicht herum. A und O für überzeugende Landschaftsaufnahmen ist natürlich die richtige Umgebung. Man kann vieles technisch beeinflussen und am Computer tricksen, aber nach wie vor gilt: Wo kein gutes Motiv, da kein gutes Bild. Entscheidend für die herbstliche Stimmung ist auch die Wahl des richtigen Forstgebiets. Nicht alle Bäume bilden kräftig-rote Blätter aus. Mit Buchen, Ahorn oder Roteichen ist man auf der sicheren Seite. Helle Stämme machen sich für solche Waldeslust-Aufnahmen auch gut, sie wirken weniger düster als manche Borken von dunklen Nadelbäumen. Wer es sehr hell liebt, zum Beispiel auch für große Drucke im XXL-Format an der Wohnzimmerwand, sollte mit Birken experimentieren.

Der „Blende“-Fotograf Helmut Büchner hat für seine Herbstimpression die Tageszeit perfekt gewählt. Die Sonne scheint seitlich auf die Stämme, das lässt diese plastischer erscheinen. Ein gutes Beispiel dafür, dass nicht jede Landschaft in der blauen Stunde abgelichtet werden muss. Das Bild lebt von seiner Tiefe. Dazu ist es nötig, auch einen großen Schärfentiefenbereich zu haben. Die Blende wird dazu weit geschlossen – die Blendenzahl wird dadurch hoch: ab 8,0 aufwärts ergibt sich ein für die meisten Situationen ausreichender Schärfentiefenbereich. Die Wirkung sollte man noch vor Ort über das Kameradisplay kontrollieren.

Die scheinbare Dichte der Bäume kann man mit der verwendeten Brennweite beeinflussen: Der Einsatz leichter bis mittlerer Teleobjektive ist hier ideal. Das bedeutet: Reinzoomen, bis die ideale Wirkung erreicht ist. Die Kamera gehört dazu auf ein Stativ. Damit kann man in Ruhe den Ausschnitt wählen und auf eine gerade Ausrichtung achten. Zudem kann der Fotograf die Kamera auch einmal kurz aus der Hand nehmen, ohne dass sich alles wieder verstellt. Das ist sinnvoll, wenn man eine Wolke passieren lassen muss, Spaziergänger daherkommen oder man auffällige Spuren auf dem Weg beseitigen möchte.

Dann heißt es: Möglichst viele Bilder mit unterschiedlichen Brennweiten und Belichtungen (etwas heller, etwas dunkler, das kann man im Kameramenü einstellen) schießen. Auch ein Wechsel des Standorts um einige Meter kann viel ausmachen. Das beste Bild kann man in Ruhe am Rechner aussuchen. Dann ist auch Gelegenheit, etwas an den Farbreglern des Bildbearbeitungsprogramms zu drehen, um vielleicht noch etwas mehr Brillanz, Leuchtkraft der Farben oder weichere Schatten zu erzeugen. Wenn das Ergebnis passt, schließt sich die nächste Aufgabe an: Zurückkehren ins Naturidyll und für eine Serie die Aufnahme zu einer anderen Jahreszeiten wiederholen.

Fotografieren in der Praxis 09 / 2016

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