Hilfe, meine Bilder haben einen Farbstich!

Hilfe, meine Bilder haben einen Farbstich!
Wer beim Betrachten am Monitor oder vor allem auf Ausdrucken feststellt, dass seine Bilder falsche Farben zeigen, sollte sich auf die Fehlersuche machen. Wir zeigen, wie Sie die Ursache systematisch aufspüren und beheben können.

1. Prüfung: Farbstich schon in der Aufnahme?

Wichtig ist zunächst einmal, zu klären, ob die Bilder wirklich schon nicht optimal aufgenommen worden sind oder der Farbstich erst in der Wiedergabe entstanden ist. Vor allem im Druck kann es zu deutlichen Abweichungen der Farbe vom Eindruck am Monitor kommen (siehe dazu auch Punkt 3 weiter unten).

Kameraeinstellungen - Weißabgleich
Die erste Prüfung des Fotos sollte daher in der Kamera erfolgen. Doch auch hier lauern Fehlerquellen, da das Farbempfinden subjektiv und auch vom Umgebungslicht abhängig ist. Wer ganz sicher gehen will, schaut sich die Aufnahmen auf einem kalibrierten Monitor an. Hat ein Foto auch dort etwa einen deutlichen Gelbstich oder wirkt zu kühl beziehungsweise zu blau, ist in der Regel der Weißabgleich nicht optimal eingestellt. Mit diesem regelt man bei Digitalkameras, wie sich die Kamera in Bezug auf wechselnde Lichtverhältnisse verhält. Vor allem bei Kunstlicht kann es zu Problemen kommen. Lesen Sie für eine Detailerläuterung auch unseren Beitrag „Weißabgleich – das A und O für Farbtreue“.

2. Weißabgleich korrigieren

Bei Digitalkameras ist oft die schnellste und einfachste Methode zur Korrektur des Weißabgleiches ein Durchprobieren. Alle, die über eine Kamera mit elektronischem Sucher verfügen, sind dabei im Vorteil, denn dieser zeigt schon in der Bildvorschau den späteren Eindruck an. Bei schwierigen Lichtverhältnissen – vor allem bei dem von Fotografen gefürchteten „Mischlicht“ – kann es schwierig sein und müssten Kamera-Einsteiger für die richtige Einstellung des individuellen Weißabgleiches meist das Handbuch konsultieren. Die einfachste Lösung in solchen Problemfällen ist aber gar nicht das Tüfteln am Weißabgleich vor Ort, sondern die Aufnahme im RAW-Modus. Damit kann das Foto später am Computer problemlos korrigiert werden. Das geht ohne Verluste der Bildqualität.

3. Farbwiedergabe im Druck oder Abzug falsch

Erscheinen die Farben erst auf dem Papierabzug oder im Fotobuch falsch, dann ist das Problem etwas komplexer. Generell muss man damit leben, dass die Farbwiedergabe auf Papier eine andere ist als am Bildschirm. Da letzter von selbst leuchtet kann er eine ganz andere Brillanz gewährleisten als ein Papierabzug oder ein Fotobuch – beides punktet wiederum mit anderen Vorteilen. Allerdings kann es im Rahmen der Möglichkeiten immer zu einer besseren oder schlechteren Wiedergabe kommen. Eine wesentliche Stellschraube dafür ist die „Automatische Bildkorrektur“, die bei den meisten Fotoservices gewählt werden kann. Sie sorgt meist für mehr Kontrast und etwas knalligere Farben. Wer es lieber natürlich mag und vor allem, wer seine Aufnahmen schon nachbearbeitet hat, sollte sie ausschalten.

Fotografieren in der Praxis 03 / 2015

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