Hilfe, meine Bilder sind generell zu hell/dunkel

Hilfe, meine Bilder sind generell zu hell/dunkel
Kameras sind technische Wunderwerkzeuge, ausgestattet mit einem atemberaubenden Funktionsumfang, so dass prinzipiell jeder ohne große fotografische Kenntnisse zu eindrucksvollen Aufnahmen gelangt. Wie manchmal im Leben auch, so läuft es trotz aller Perfektion auch in der Fotografie manchmal nicht so, wie man es sich als Anwender wünscht. Das ist beispielsweise der Fall, wenn man feststellen muss, dass die Aufnahmen beim Betrachten auf dem Monitor zu hell oder zu dunkel sind. Hier gilt es, sich auf die Fehlersuche zu machen. Wir zeigen in den nachstehenden Ausführungen, wie Sie die Ursache systematisch aufspüren und beheben können. Zum besseren Verständnis haben wir die nachstehenden Ausführungen anhand eines Kameramodells entsprechend bebildert. Bezeichnungen und Menüeinstellungen ähneln bei den Kameramodellen zwar, unterscheiden sich aber beispielsweise in der Benutzerführung.

1. Prüfung: Schon nach der Aufnahme zu hell/dunkel?

Wichtig ist zunächst einmal, zu klären, ob die Bilder wirklich schon nicht optimal aufgenommen worden sind oder der Eindruck der Fehlbelichtung erst durch die Wiedergabe entstanden ist. Vor allem im Druck kann es leicht zu einer zu dunkeln Wiedergabe kommen, die nicht immer durch eine schon falsch belichtete Aufnahme verursacht worden ist (siehe dazu auch Punkt 4).

Die erste Prüfung des Fotos sollte daher in der Kamera erfolgen. Doch auch hier lauern Fehlerquellen, da das Empfinden von Helligkeit und Dunkelheit sehr subjektiv und oft stark vom Umgebungslicht abhängig ist. Daher schaut man sich die Aufnahmen am besten bei mittlerer Umgebungshelligkeit an – im gleißenden Sonnenlicht oder abgedunkelten Raum kann der Eindruck leicht täuschen. Da aber auch der Kameramonitor als solches unter Umständen schon sehr hell oder in seltenen Fällen auch zu dunkel eingestellt ist, kann einen die reine visuelle Kontrolle auch leicht auf eine falsche Fährte führen.

Kameraeinstellungen - Überbelichtungswarnung

Ein gutes Hilfsmittel für zu helle Aufnahmen ist daher der Foto-Wiedergabemodus, bei dem überbelichtete Bereiche als blinkende Fläche angezeigt werden. Bei den meisten Kameras mit Wechseloptik und mittlerweile auch bei vielen Kompakten kann er einfach über mehrfaches Drücken der Bildwiedergabetaste oder entsprechender Zusatztasten gewählt werden. In manchen Fällen muss er auch im Menü (z.B. als „Überbelichtungswarnung“) eingestellt werden.

In manchen Aufnahmesituationen wie etwa bei starken Kontrasten ist es allerdings kaum zu vermeiden, dass überbelichtete Bereiche auftreten. Achten Sie dann darauf, dass es nur in Bereichen blinkt, die für die Bildaussage nicht ganz so wichtig sind, wie etwa dem Himmel.

Ratsam ist es zudem, sich über die Überbelichtungswarnung hinaus auch die Histogramme anzuschauen. Das sind die kleinen Charts mit den „Hügeln“. Diese können auch zur Beurteilung zu dunkler Bereiche herangezogen werden. Eine detaillierte Anleitung zum Lesen von Histogrammen finden Sie in unserem Beitrag „Belichtung überprüfen – Spitzlichteranzeige und Histogramm“.

2. Überall zu dunkel: Belichtungskorrektur eingestellt?

Kameraeinstellungen - Belichtungskorrektur

Haben Sie aus der Kontrolle den Eindruck gewonnen, dass Ihre Aufnahmen generell falsch belichtet sind – also übers gesamte Bild zu hell/dunkel -, sollten Sie den ersten Blick auf die Belichtungskorrektur werfen. Viele Kameras bieten diese als separate Einstellungsmöglichkeiten mit Werten von -3 bis +3 Blenden. Kontrollieren Sie, ob diese Einstellung auf 0 steht.

3. Partiell zu hell/dunkel: Belichtungs-Modus richtig gewählt?

Spotmessung

Ist die Belichtungskorrektur genullt und die Bilder an den falschen Stellen zu hell/dunkel, schauen Sie als nächstes auf den gewählten Belichtungsmodus. Vor allem bei der Spotmessung (meist zu erkennen an einem kleinen weißen Punkt) schleichen sich schnell falsche Belichtungen ein, wenn dieser nicht gekonnt eingesetzt wird. Schalten Sie daher zur Kontrolle auf die Mehrfeldmessung und prüfen, ob das Belichtungsproblem dann behoben ist. Sehr häufig wird das der Fall sein.

4. Nur die Druckwiedergabe zu hell/dunkel?

Vor allem, wer seine Bilder am Monitor bearbeitet, erlebt nicht selten beim Druck Überraschungen. Besonders eine dunkle Wiedergabe kann leicht auftreten, obwohl die Bilder am Monitor noch prima aussahen. Das liegt oft daran, dass der Monitor zu hell oder sogar viel zu hell eingestellt ist. Tauchen solche Probleme häufiger auf, sollten Sie daher die Monitoreinstellungen prüfen. Noch besser ist eine Kalibrierung des Monitors (siehe dazu im Detail unseren Beitrag „Monitorkalibrierung – Korrekte Farben und Helligkeit für Abzüge und Druck sicherstellen“).

Fotografieren in der Praxis 03 / 2015

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