Hilfe, meine Bilder sind „krisselig“ und verrauscht!

Hilfe, meine Bilder sind „krisselig“ und verrauscht!
Wer beim Betrachten am Monitor oder vor allem auf Ausdrucken feststellt, dass seine Bilder irgendwie verrauscht, wie bei einem alten Fernseher mit schlechtem Empfang aussehen, sollte sich auf die Fehlersuche machen. Wir zeigen, wie Sie die Ursache systematisch aufspüren und beheben können.

1. Aufnahme schon problematisch oder erst der Druck?

Zunächst gilt es zu prüfen, ob die Aufnahme an sich „krisselig“ und verrauscht ist oder nur das Papierbild. Um dies zu klären, ist es ratsam, sich die Aufnahmeparameter anzuschauen, die bei den meisten Kameras bei der Bildwiedergabe eingeblendet werden können. Wichtig hier ist die Empfindlichkeit (ISO), mit der das Foto gemacht worden ist.

ISO Bildwiedergabe
Der Wert ist auch in der Fülle anderer Angaben in der Regel leicht erkennbar an dem kleinen Zusatz „ISO“. Bei ihm gilt: Je höher er ist, desto „krisseliger“ werden die Aufnahmen. Der Fachmann sagt auch „verrauscht“ dazu. Je nach Kameramodell und Sensorgröße sind es Werte ab etwa ISO 800 bei Kompaktkameras und ISO 1.600 bis 3.200 bei Kameras mit Wechseloptik (kompakte System- und Spiegelreflexkameras) ab denen ein Rauschen deutlich sichtbar erkennbar ist.

Als Faustregel kann man sagen, dass die ISO-Werte in der Regel so niedrig gewählt werden sollten, dass die Belichtungszeit noch so hoch liegt, dass man verwacklungsfrei aus der Hand aufnehmen kann (je nach Objektiv und eigener Handsicherheit ab etwa 1/60 aufwärts). Alternativ kann man auch auf „Auto-ISO“ einstellen, das die meisten Kameras als Option bieten. Die Automatik wählt dann selbst nach der genannten Prämisse. Dabei kann man sogar praktischerweise bei vielen Kameras in den Voreinstellungen noch angeben, bis zu welchem Maximalwert die ISOs einstellt werden dürfen. Wie bei jeder Automatik gilt aber auch bei Auto-ISO, dass die versierte Einstellung von Hand noch bessere Ergebnisse garantiert.

Kameraeinstellungen ISO
Wer die ISO-Empfindlichkeit nicht automatisch von der Kamera einstellen lässt, dem kann es schnell passieren, dass sich falsche Werte einschleichen, wenn man vergisst, die ISO-Einstellung flexibel der Aufnahmesituation anzupassen. Viele fortgeschrittene Fotografen kennen das Phänomen vor allem aus dem Urlaub, wo sie beispielsweise beim Kirchenbesuch die ISOs hochstellen und dann nachher beim Hinausgehen aus dem Gotteshaus die Umstellung vergessen. Das ist tückisch, da auf dem kleinen Kameramonitor ungeübten Betrachtern oft gar nichts ins Auge fällt, aber nachher beim Abzug oder im Fotobuch deutliche Qualitätseinbußen sichtbar sind.

2. Erst die Druckwiedergabe wirkt „pixelig“

Betrachten Sie Ihr Bild am Monitor in 100%-Vergrößerung und können dort kein Rauschen entdecken, obwohl das Bild im Druck nicht sauber wiedergegeben wird, ist möglicherweise die Auflösung für den Druck zu niedrig. Bei kleinen Differenzen äußert sich das in eher unscharf aussehenden Aufnahmen. Bei großen Differenzen wirkt das Bild sogar pixelig und wie aus kleinen Kästchen zusammengesetzt. Lesen Sie zu diesem Phänomen unseren Detailartikel „Fotodruck – die richtige Auflösung für den Druck“.

Fotografieren in der Praxis 02 / 2015

1 Kommentare

"... dass die Belichtungszeit noch so hoch liegt, dass man verwacklungsfrei aus der Hand aufnehmen kann" "noch so kurz ist" müsste es heißen. Für verwackelungsfrei Aufnahmen nutzt man kurze ("niedrige"?) Zeiten. Leider ein häufiger sprachlicher Fehler. Zeiten sind grundsätzlich besser kurz oder lang statt niedrig oder hoch oder sonstwas. Ansonsten gute Tipps im Artikel.

Jürgen Sonnemeyer

von Jürgen Sonnemeyer
18. Februar 2015, 11:36:31 Uhr

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