Hochzeitsfotografie - Wenn Freunde fragen

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© Blende, Manfred Geiger, JA in Schwarzweiß

Heiraten Freunde, dann kommt im Vorfeld schnell die Frage auf, ob man nicht der Hochzeitsfotograf an diesem Tag für sie sein darf. Natürlich fühlt man sich geehrt, denn sie gehen davon aus, dass man von diesem unwiederbringlichen Tag grandiose Aufnahmen schafft. Welche Verantwortung einem damit übertragen wird, ist den wenigsten bewusst. Bei aller Ehre, die einem das Paar als Freund zuteil werden lässt, gilt es, kritisch zu sich selbst zu sein. Dazu gehört auch, sich zu hinterfragen, ob man über das notwendige Equipment und auch über die entsprechenden Kenntnisse verfügt, um die Hochzeit wirkungsvoll in Szene zu setzen. Aus Selbstschutz würden wir – und das ist unser erster Tipp – in jedem Fall dem Hochzeitspaar anraten, auch einen Profifotografen zu kontaktieren bzw. ihn zu beauftragen. Diese bieten, je nach Budget, die unterschiedlichsten Leistungen an. Unser zweiter Tipp lautet, das neben uns, noch drei bis fünf weitere Freunde mit der Aufgabe betraut werden, die Hochzeitsimpressionen einzufangen. Vorteile sind hier, dass so nicht alles auf der Schulter eines Einzelnen lastet und dass so eine große Auswahl an Aufnahmen zustande kommt, aus denen später die besten für beispielsweise das Hochzeitsfotobuch ausgewählt werden können. Ist man als einziger Freund als Hochzeitsfotograf engagiert, so muss man sich darüber bewusst sein, dass man in den seltensten Fällen etwas von diesem einmaligen Erlebnis hat.

Fotoausrüstung für Hochzeitsfotos

Hochwertige Kompaktkameras mit einem großen Zoombereich, der möglichst auch den Weitwinkelbereich abdeckt, sind für die Hochzeitsfotografie eine gute Wahl. Noch besser ist es allerdings, wenn man auf eine kompakte System- und/oder Spiegelreflexkameras mit entsprechender Optik zurückgreifen kann. Das Normalobjektiv sollte aus unserer Sicht in der Fototasche ebenso nicht fehlen wie ein leichtes Teleobjektiv und ein Weitwinkelobjektiv. Klar im Vorteil sind all jene unter uns, die über zwei oder sogar drei Kamerabodys mit dem entsprechenden Objektiv (Normal, Tele, Weitwinkel) ausgestattet, verfügen. Hier kann, situationsbedingt, schnell die entsprechende Kamera gezückt werden.

Ob nun im Rathaus, auf dem Standesamt, in der Kirche oder auf dem anschließenden Fest sind die Lichtbedingungen nicht immer optimal, weswegen ein separates Blitzgerät, das wesentlich leistungsfähiger ist als die eingebauten, nicht vergessen gehört. So ein separates Blitzgerät ist auch immer dann gut, wenn es beispielsweise darum geht, die Gesichter des Brautpaares oder die der Hochzeitsgesellschaft aufzuhellen. Wird draußen bei Sonnenschein fotografiert, dann sind Reflektoren überaus nützliche Diener. Mit ihnen lässt sich das Licht wunderbar lenken und zum Beispiel Schlagschatten in den Gesichtern verhindern. An ein Stativ ist auch zu denken – dieses findet nicht nur seinen Einsatz bei der Gruppenaufnahme, wo man als Freund mit aufs Bild möchte. Nützliche Dienste leistet es auch in der Kirche, wenn beispielsweise dort nicht mit Blitz fotografiert werden darf. Ist man im Besitz eines neueren Kameramodells, das die Kamerasteuerung über ein Tablet oder Smartphone bietet, dann ist das sehr praktisch. Die Kamera ist auf einem Stativ ruhend beispielsweise in der Kirche auf das Brautpaar am Altar sitzend ausgerichtet. Man befindet sich als Fotograf bei der Hochzeitsgesellschaft und steuert über das Tablet/Smartphone die Kamera. So stört man den Pfarrer, das Brautpaar und die Hochzeitsgesellschaft nicht.

Ohne Strom nichts los, darf es als Hochzeitsfotograf nie lauten. Ersatzakkus gehören ebenso in die Fototasche wie Ersatzspeicherkarten. Vergessen sollte man auch das Ladegerät nicht, denn so ein Hochzeitstag kann verdammt lang sein von morgens um 10 Uhr bis weit nach Mitternacht. 1.000 und mehr Aufnahmen setzen entsprechende Stromreserven ebenso voraus, wie die Videosequenzen, die während des großen Tages abgedreht werden.

Der Dreh – Videos

Ein Bild sagt mehr als 1.000 Worte, und ein Video oft noch sehr viel mehr. Für Videos spricht zudem, dass sie heute auch wunderbar über den QR-Code in Fotobücher integriert werden können. Noch recht neu auf dem Markt ist das Fotobuch mit Display, über das zum Beispiel das Hochzeitsvideo abgespielt werden kann. Gerade von so einem besonderen Moment wie der Hochzeit bietet sich so ein Fotobuch mit Display an.

Kommen wir zurück zum Thema Video. Alle aktuellen Aufnahmegeräte verfügen heute über die Option, damit auch Filmsequenzen aufzeichnen zu können. Aus unserer Sicht dürfen heute bei einer Hochzeit Videosequenzen nicht fehlen, denn es ist einfach toll, wenn beispielsweise im Film festgehalten wird, wie das Brautpaar die Kirche nach der Trauung verlässt. Toll sind auch Zeitrafferaufnahmen, wie sich die Kirche vor der Trauung langsam füllt.

Wir erachten es als herausfordernd, wenn man als einzige Person sowohl für die Fotografien als auch für die Videos zuständig ist. Hier sollte Arbeitsteilung erfolgen, außer man ist schon im Besitz einer Kamera mit 4K. Diese bieten den großen Vorteil, dass die Videoqualität so gut ist, dass Einzelbilder in Topqualität später rausgeschnitten werden können. Guter Ton ist bei Videos die halbe Miete, denn es ist schon ärgerlich, wenn man beispielsweise das Ja-Wort im Film nicht zu hören bekommt. Aus diesem Grund bietet sich der Einsatz eines externen Mikrofons an. Auch, wenn heutige Kameras gegenüber früher Leichtgewichte sind, so gewinnen sie auf die Dauer einer Hochzeit an Gewicht. Aus diesem Grund ist ein Rig mehr als empfehlenswert. Das entlastet ungemein, und das macht sich in den eingefangenen Video-Sequenzen auch bemerkbar. Als hilfreich erachten wir auch den Einsatz eines größeren externen Displays, das dem Kameradisplay aufgrund seiner Größe klar überlegen ist.

Was man als Hochzeitsfotograf im Vorfeld wissen sollte

Wichtig ist, dass man vorab vom Brautpaar über den Ablauf der Hochzeit informiert ist. So hat man die Möglichkeit, die unterschiedlichen Locations (Standesamt, Kirche, Festsaal) schon vorab zu besuchen und sich ein Bild von den Begebenheiten machen zu können. Mit dem Brautpaar sollte zudem im Vorfeld besprochen werden, welche Aufnahmen sie sich vom großen Tag wünschen. Man sollte sich hier aber auch als Fotograf mit einbringen und schon vorher Bildideen sammeln. Gegebenenfalls muss man noch entsprechende Requisiten einpacken, wie beispielsweise einen Regenschirm. Auch, wenn sich keiner wünscht, dass es am Tag der Hochzeit regnet, so kann dies natürlich nie ausgeschlossen werden. Als Brautpaar wünscht man sich natürlich auch Außenaufnahmen. Damit man nicht klatschnass wird, hilft ein Schirm – dieser sollte natürlich dem festlichen Rahmen entsprechen und möglicherweise tut es der Szenerie gut, wenn er knallbunt ist.

Die klassischen Hochzeitsimpressionen, wie der Kuss in der Kirche, das Brautpaar mit dem Pfarrer, den Trauzeugen sowie Eltern, die Hochzeitstorte, die Ringe, das Gruppenfoto, die Blumenkinder etc., sind Pflicht – die Kür sind Fotos, die über die klassischen Hochzeitsfotos hinausgehen. Hier sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt.

Wichtig als Hochzeitsfotograf ist es natürlich, seine Fotoausrüstung vor der Hochzeit noch einmal zu checken und beispielsweise die Linsen der Objektive zu reinigen. Mit seiner Kamera sollte man natürlich vertraut sein und sie quasi blind beherrschen.

Fotografieren in der Praxis 05 / 2015

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1 Kommentare

ich sehe das genauso wie ihr. Auch ich habe Freunde, die mich regelmäßig fragen, ob ich ihre Hochzeit fotografieren mag. Auf der einen Seite ehrt es mich natürlich, auf der anderen Seite wäre ich lieber als Gast dort und nicht beruflich. Liebste Grüße aus Berlin.

von Hochzeitsfotograf in Berlin - Fotos eurer Hochzeit
18. Mai 2017, 16:54:01 Uhr

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