Fototipp: Auf den Hund gekommen - Fotos mit Wau-Effekt

Nein, alles andere als auf den Hund gekommen ist man, wenn man den besten Freund des Menschen – alle Katzenliebhaber mögen uns vergeben – als Fotomotiv für sich entdeckt. Der eigene Hund gehört zur Familie und da wäre es sogar eher absonderlich, wenn man ihn nicht immer mal wieder fotografiert. Hunde mit ihrer großen Zuneigung zum Menschen und ihrer Lernfähigkeit sind dankbare Fotogeschöpfe, über die man sich gerade auch als Einsteiger die Tierfotografie wunderbar erschließen kann. Und wenn der Vierbeiner einmal nicht so will, wie man als Fotograf, dann helfen Leckerlis wunderbar weiter und erhöhen die Trefferquote. Hat der Hund trotz dessen keine Lust mehr vor der Kamera das Objekt der Begierde zu sein, so gilt dies zu respektieren.

© Fotograf: Heide Röger, Spass im Alter, Blende-Fotowettbewerb
Heide Röger, Spass im Alter, Blende-Fotowettbewerb

Lebensnahe Aufnahmen von Hunden stehen für Authentizität. Dass bedeutet, dass man sie in alltäglichen Szenen zu Hause, in der Hundeschule oder beim Spaziergang ablichtet. Der Vorteil des eigenen Hundes ist, dass man seine Verhaltensweisen kennt und so als Fotograf die kommenden Reaktionen besser einschätzen kann. Die Bandbreite seinen Vierbeiner wirkungsvoll in Szene zu setzen ist im Freien weitaus größer als in den vier Wänden. Der „Blende“-Teilnehmerin Heide Röger ist mit ihrem Wettbewerbsbeitrag „Spaß im Alter“, eingereicht zur thematischen Vorgabe „Ob’s stürmt, ob’s schneit, ob Sonnenschein – Wetterimpressionen“ ein sehenswerter Volltreffer gelungen. Die Schärfe, und dies ist der erste Fototipp, liegt auf Augen und Nase. Hunde mit schwarzem Fell zu fotografieren ist übrigens weitaus schwieriger, weil es wesentlich Anspruchsvoller ist, den Schärfepunkt festzulegen. Die dunkle Fläche ist eine Herausforderung für den Autofokus. Als Fotograf sollte man alles daransetzen, auf die Schnauze scharf zu stellen. Das ist natürlich bei einem ruhenden Hund wesentlich einfacher als wenn dieser spielt. Das Auge ist der wesentlich bessere Schärfepunkt. Gerade wenn der Hund in Bewegung ist, hilft es meist etwas abzublenden. Je nach Lichtsituation ist es ratsam, die Empfindlichkeit zu erhöhen, um mit kleinerer Blende (große Blendenzahl) arbeiten zu können.

Geht es einem um ein Hundeporträt und der Vierbeiner still hält, dann kann man mit offener Blende in aller Ruhe seine Fotos machen. Aber wenn der Hund in Bewegung ist, dann leistet der Sportmodus wertvolle Dienste. Sport-Modus heißt: große Blende, kurze Zeiten. Muss wegen der Schärfe abgeblendet werden, dann muss gegebenenfalls die Empfindlichkeit erhöht werden, damit die Belichtungszeit kurz bleibt. Sofern die Möglichkeit bei der Kamera besteht, ist der Autofokus auf kontinuierliche Schärfeanpassung umzustellen, damit der Hund nicht aus dem Fokus rennt.

© Fotograf: Swenja Ericsson, der natürliche Fön, Blende-Fotowettbewerb
Swenja Ericsson, Der natürliche Fön, Blende-Fotowettbewerb

Geht es einem, wie der „Blende“-Teilnehmerin Swenja Ericsson mit ihrem Wettbewerbsbeitrag „Der natürliche Fön“ um eine aktiongeladene Hundeaufnahme, dann lässt der Serienbildmodus einen nahezu keinen Moment mehr verpassen. Verfügt man über eine Kamera, die 4K unterstützt, so erhöht dieses Features die Wahrscheinlichkeit um ein Vielfaches, den entscheidenden Moment eingefangen zu haben. Sowohl beim Einsatz des Serienbildmodus als auch für 4K gilt, sich mit genügend Speicherplatzkapazität auszustatten und den Ersatzakku auch nicht zu vergessen.

Wichtig ist, auf die Perspektive zu achten. Die meisten schlechten Hundebilder sind von schräg oben aufgenommen. Ein Motiv wirkt aber meistens besser, wenn es auf Augenhöhe fotografiert wird, und das ist bei einem Hund nicht anders. Das heißt im Umkehrschluss: Der Fotograf muss in die Knie gehen. Ausnahme: Wenn der Hund herumtollt, dann darf es wegen der größeren Mobilität auch mal ein etwas erhöhter Standpunkt sein.

Die Brennweite des Objektivs entscheidet über die Bildwirkung. Was schlechte Hundefotos noch schlechter macht, ist neben der Perspektive auch noch das Weitwinkelobjektiv. Das verzerrt die Proportionen und sorgt für eher lächerliche Porträts. Wenn man ein Weitwinkel benutzen möchte, um eine andere Perspektive zu erhalten, dann richtig mit einem Fisheye-Objektiv und minimalem Abstand zum Motiv. So überzeichnet kann ein Weitwinkelbild auch wieder gut aussehen. Auf jeden Fall ist es mal etwas anderes und damit auch ein Blickfang.

Steht der Hund im Mittelpunkt der Betrachtung, dann ist auch auf den Hintergrund zu achten. Entweder verschwimmt dieser in Unschärfe oder man muss den Aufnahmestandpunkt so wählen, dass weder Bäume, Büsche oder was auch immer aus den Köpfen oder Körpern herauswachsen. Da macht der Hund keinen Unterschied zum Menschen.

„Blende“ – Der Fotowettbewerb für Fotobegeisterte jeden Alters

„Blende“, ist der Wettbewerb für Fotobegeisterte aller Altersgruppen. Seit Jahrzehnten ist „Blende“ ein Trendbarometer für den Stand der Fotografie und damit ein wichtiges Zeitdokument. Die jährliche Gemeinschaftsaktion von Tageszeitungen und der Prophoto GmbH begeistert Teilnehmer, Veranstalter und Bildgenießer gleichermaßen.

„Blende“ bietet allen Amateurfotografen ein Forum und die große Chance, ihre Schaffenskraft zum Besten zu geben. Dazu gehört auch, mit Gleichgesinnten zu den thematischen Vorgaben in den Wettstreit zu treten. Dabei wachsen die Teilnehmer über sich hinaus und geben Zeugnis über ihr kreatives fotografisches Potential. Ihre Bilder sind allesamt fotografisch konservierte Augeneindrücke, die durch ihre Teilnahme an „Blende“ zudem den Raum der privaten Betrachtung verlassen und den öffentlichen Schauplatz betreten. Nur die Präsentation der „Blende“-Bildeinsendungen in den Galerien auf unserer Homepage erscheint uns ausbaubar. Deshalb zeigen wir – vielfach mit Unterstützung der „Blende“-Fotografen – auf, was notwendig ist, um so sehenswerten Aufnahmen, wie sie den beiden „Blende“-Teilnehmerinnen Heide Röger und Swenja Ericsson gelungen sind, einzufangen. Damit soll nicht zum Kopieren inspiriert werden, sondern motiviert werden zum eigenen Spiel mit Zeit und Blende.

Fotografieren in der Praxis 01 / 2017

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