Im Flug

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Bernd Lamm

Für den Naturphotographen sind Vögel im Flug besonders begehrenswert. Das Anvisieren, das Einstellen der Schärfe und das Auslösen innerhalb von Sekundenbruchteilen erfordert ein großes Maß an Geschicklichkeit, aber auch an Schnelligkeit. Beides kann man durch Üben erwerben.

Der Anfänger sollte damit beginnen, Vögel zu photographieren, die auf einen gewohnten Platz fliegen oder ihn verlassen, beispielsweise ein Nest, ein Vogelbad oder ein Futterhäuschen. Die Kamera, die auf einem Stativ befestigt ist, sollte auf die Flugbahn des Vogels ausgerichtet sein. Blende und Belichtungszeit sind vorneweg einzustellen, damit man sich ganz darauf konzentrieren kann, in dem Sekundenbruchteil den Auslöser zu betätigen, wenn der Vogel im Sucher beziehungsweise auf dem Display erscheint. Hat man schon etwas Übung erworben, kann man im nächsten Schritt versuchen, die Kamera auf einem Einbeinstativ in dem Bogen mitzuziehen, der der Flugbahn des Vogels entspricht. Der Verschluß wird ausgelöst, sobald der Vogel im Schärfenbereich ist. Hat der Naturphotograph erst einmal das Gefühl für die Bewegung bekommen, kann die Entfernungseinstellung verändert werden, während Vogel und Kamera sich bewegen. Hat man schon die gewisse Routine erworben, kann gegebenenfalls auf das Stativ ganz verzichtet werden.

Analoge und digitale Spiegelreflexkameras sind dank ihrer einfachen Bedienung und ihrer Handlichkeit für fliegende Geschöpfe prädestiniert. Um ein Teleobjektiv kommt man nicht umhin, möchte man einen vernünftigen Abbildungsmaßstab erreichen. Am häufigsten werden Objektive mit Brennweiten zwischen 200 mm und 400 mm verwendet. Einige Photographen bevorzugen kurze Brennweiten, denn je kürzer diese ist, um so leichter ist das Objektiv und um so größer ist die Schärfentiefe. Kommen extreme Teleobjektive zum Einsatz sind ein Pistolengriff und eventuell ein Schulterstativ nützliche Hilfsmittel für Aufnahmen aus der Hand.

Die Belichtungszeit ist bei Aufnahmen von fliegenden Vögeln kurz zu wählen und sollte bei 1/500 oder 1/1.000 Sekunde liegen. In einigen Fällen reicht selbst diese Verschlußzeit nicht aus, um die Flügelbewegungen ohne Bewegungsunschärfe aufs Bild zu bekommen. Vielfach ist dieser Effekt gewünscht, da unscharfe Schwingen der Aufnahme eine zusätzliche realistische Note verleihen. Wichtig ist, dass der Vogel aber ansonsten scharf abgelichtet wird.

Die Aerodynamik des Vogelflugs ist äußerst kompliziert und es für den Photographen kein leichtes, diese im Bild festzuhalten. Von Vorteil ist, wenn der Photograph Kenntnisse über grundlegende Flugmerkmale hat, die ihm helfen, das Bild schon im Voraus planen zu können. So schwirren Meisen hin und her, Kolibris schweben wie Hubschrauber und Möwen lieben es, sich von aufsteigenden Luftströmungen tragen zu lassen. Übung, aber auch Beobachtung sind der Schlüssel für gute Aufnahmen. An Filmmaterial, sofern analog photographiert wird, sollte nicht gespart werden. Nicht jede Aufnahme wird ein Volltreffer sein. Für Digitalphotographen gilt, sich mit genügend Speicherkarten einzudecken, damit sie nicht während des Photoshootings Aufnahmen löschen müssen.
 

Fotografieren in der Praxis 04 / 2006

1 Kommentare

Klasse erklärt,ich danke dafür.

Werner Birkwald

von Werner Birkwald
01. März 2015, 13:46:19 Uhr

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