Zehn Fototipps für imposante Fotos von Brücken

Stefan Liebermann, Aufblitzen, Blende-Fotowettbewerb Bildgalerie betrachten Stefan Liebermann, Aufblitzen, Blende-Fotowettbewerb

Sie verbinden Menschen und überbrücken Grenzen: Brücken. Egal ob aus Holz, Stein oder Stahl, sie sind die Verbindungen, die Reisende weiterbringen. So wichtig Brücken sind, so selten werden sie wahrgenommen. Wer über sie fährt merkt es vielleicht nicht einmal und abgesehen von den wenigen berühmten Brücken dieser Welt, wer kennt schon all die namenlosen Bauwerke? Grund genug, sie mal ins rechte Licht zu rücken. Hier sind zehn Fototipps für imposante Brücken-Fotos.

  1. Orientieren Sie sich, was Sie fotografieren wollen und wo Sie fotografieren wollen. Wenn Sie die Möglichkeit haben, dann beurteilen Sie die Brücke aus verschiedenen Blickwinkeln. Eine Sonntags-Radtour kann sich dafür anbieten. Viele Brücken sehen von oben nicht so spektakulär aus.
  2. Suchen Sie sich einen außergewöhnlichen Standort. Es muss ja nicht immer die Totale von der Seite sein. Stellen Sie sich beispielsweise nahe an eine Autobahnbrücke und fotografieren Sie nach oben, nehmen Sie die Flucht der Brücke auf und setzen Sie diese als Diagonale in Ihrem Foto in Szene. Versuchen Sie entweder ein total symmetrisches oder ein vollsymmetrisches unsymmetrisches Bild zu machen, irgendetwas dazwischen wirkt meist nicht so spannend.
  3. Gehen Sie nicht um 12 Uhr mittags zum Fotografieren, sondern nutzen Sie die tief stehende Sonne am Morgen oder Abend. Dann erhalten Sie ein angenehmeres Licht, spielen Sie mit den Schatten und nehmen Sie diese bewusst in Ihr Motiv auf. Wenn Sie viel Himmel im Bild haben, nehmen Sie unbedingt einen Polarisationsfilter mit. Er hilft auch, den Dunst etwas zu eliminieren und ein Filter kann das besser als eine nachträgliche Bildbearbeitung.
  4. Wenn Sie ein Shift oder Tilt-/Shift-Objektiv haben, dann ist das die Gelegenheit, es einzusetzen. Sie können mit einem Shiftobjektiv optisch an Höhe gewinnen, obwohl Sie den Boden nicht verlassen. Setzen Sie den Tilt-Effekt so ein, wie er ursprünglich gedacht war: Mit möglichst durchgängiger Schärfentiefe, nicht mit dem Modellbahneffekt. Wenn Sie nahe an der Brücke stehen und diese von vorne bis hinten knackscharf ist, dann kann das Bild ein Hingucker werden.
  5. Nehmen Sie ein Stativ mit. Gerade bei Architekturaufnahmen stören schiefe Bilder ungemein. Wenn Sie eine Brücke aufnehmen, dann soll die ja nicht so aussehen, als breche sie demnächst zusammen. Ein Stativ macht das gefühlvolle Nachjustieren außerdem viel einfacher, vor allem wenn die Kamera auf einem Getriebeneiger montiert ist, der dafür die beste Wahl ist.
  6. Wenn Sie Ihre Radtour im großen Bogen gemacht haben, dann haben Sie vielleicht einen Aussichtspunkt entdeckt, von dem Sie die Brücke einsehen können. Gehen Sie ruhig mal auf Distanz und zeigen Sie, weshalb da überhaupt eine Brücke steht – meistens, um ein Tal oder Gewässer zu überbrücken. Zeigen Sie das Bauwerk in seinem Umfeld, am besten mit einem Teleobjektiv, so dass alles ein wenig dichter im Bild erscheint.
  7. Gehen Sie doch mal in stockdunkler Nacht los und beleuchten Sie die Brücke selbst. Mit einer einfachen Taschenlampe, gerne auch mit farbigem Licht, können Sie eine Brücke effektvoll in Szene setzen. Denken Sie für die Langzeitbelichtung an einen Fern- oder Drahtauslöser, der sich arretieren lässt. Denken Sie zudem daran, dass Sie den Verkehr auf der Brücke nicht blenden dürfen.
  8. Halten Sie sich vor allem nachts aber auch sonst von Straßen, Autobahnen und Bahnlinien fern. Wenn Sie Ihr Foto nur machen können, wenn Sie dazu auf dem Randstreifen der Autobahn stehen müssen, dann entfällt dieses Foto eben. Setzen Sie sich und andere keiner Gefahr aus!
  9. In der Dämmerung oder bei Dunkelheit sollten Sie mit der Belichtungszeit spielen. Die Lichter von Autos oder Zügen verwischen, wenn Sie lange belichten. Versuchen Sie verschiedene Einstellungen von 1/10 Sekunde bis zu mehreren Minuten. Wenn es zu hell wird, nutzen Sie einen neutralen Graufilter. Damit können Bilder länger belichtet werden. Denken Sie daran, dass lange Belichtungszeiten mehr Akku verbrauchen, nehmen Sie also ausreichend Ersatzakkus mit.
  10. Setzen Sie eine Brücke das Jahr über in Szene. Wenn Sie einen tollen Standort gefunden haben, kehren Sie immer wieder dorthin zurück. So schaffen Sie eine nette Serie eines Bauwerks im Wechsel der Jahreszeiten.

Blende“ – Der Fotowettbewerb für Fotobegeisterte jeden Alters

„Blende“, ist der Wettbewerb für Fotobegeisterte aller Altersgruppen. Seit Jahrzehnten ist „Blende“ ein Trendbarometer für den Stand der Fotografie und damit ein wichtiges Zeitdokument. Die jährliche Gemeinschaftsaktion von Tageszeitungen und der Prophoto GmbH begeistert Teilnehmer, Veranstalter und Bildgenießer gleichermaßen.

„Blende“ bietet allen Amateurfotografen ein Forum und die große Chance, ihre Schaffenskraft zum Besten zu geben. Dazu gehört auch, mit Gleichgesinnten zu den thematischen Vorgaben in den Wettstreit zu treten. Dabei wachsen die Teilnehmer über sich hinaus und geben Zeugnis über ihr kreatives fotografisches Potential. Ihre Bilder sind allesamt fotografisch konservierte Augeneindrücke, die durch ihre Teilnahme an „Blende“ zudem den Raum der privaten Betrachtung verlassen und den öffentlichen Schauplatz betreten. Nur die Präsentation der „Blende“-Bildeinsendungen in den Galerien auf unserer Homepage erscheint uns ausbaubar. Deshalb zeigen wir – vielfach mit Unterstützung der „Blende“-Fotografen – auf, was notwendig ist, um zu so sehenswerten Aufnahmen, wie hier veröffentlicht, zu gelangen. Damit soll nicht zum Kopieren inspiriert werden, sondern motiviert werden zum eigenen Spiel mit Zeit und Blende. Übrigens: Der Stratschuss zu „Blende 2017“ ist inzwischen gefallen. Weitere Informationen: https://www.prophoto-online.de/fotowettbewerb-blende/blende-2017-startschuss-zur-43-runde-gefallen-10010700

Fotografieren in der Praxis 07 / 2017

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