Was bedeutet ISO bei einer Kamera

Was ist Kamerarauschen und wie hängt das mit ISO zusammen

Was versteht man unter dem Belichtungsdreieck

© Fotograf: Claudia Pfeiffer, Wenn die Regenbogenfarben den ganzen Himmel ausleuchten, Blende-Fotowettbewerb
© Fotograf: Claudia Pfeiffer, Wenn die Regenbogenfarben den ganzen Himmel ausleuchten, Blende-Fotowettbewerb
Bei diesen Lichtverhältnissen, wie sie die Blende-Teilnehmerin Claudia Pfeiffer vorgefunden hat, ist eine ISO-Erhöhung meist unausweichlich

ISO steht in der Fotografie für Sensorempfindlichkeit. Digitalkameras bieten den großen Vorteil, dass, je nach Aufnahmesituation, die Lichtempfindlichkeit des Sensors den Aufnahmebedingungen von Bild zu Bild angepasst werden kann. Das war in der Fotografie übrigens nicht immer so. Zu analogen Zeiten musste man sich beim Filmkauf für eine Filmempfindlichkeit entscheiden und legte sich somit für 36 Aufnahmen fest.

Was bedeutet eine ISO Verdopplung in der Praxis

Die Basisempfindlichkeit bei Digitalkameras liegt bei ISO 100. Eine Verdopplung auf ISO 200 bedeutet für den Fotografen, dass er eine halb so lange Belichtungszeit einsetzen kann. Die typische ISO-Skala gibt den Verlauf 100, 200, 400, 800, 1.600 und so weiter an. Manche Digitalkameras gleichen heute mit Empfindlichkeiten von über ISO 102.400 beinahe Nachtsichtgeräten.

Das Belichtungsdreieck – Warum man ISO nicht alleine betrachten kann

Wird die Sensorempfindlichkeit verändert so hat dies Einfluss auf die zu verwendete Blende und Verschlusszeit. Die Rede ist vom Belichtungsdreieck mit ISO – Blende – Verschlusszeit. Wird ein Parameter verändert, so wirkt sich dies auf die anderen beiden aus.

© Fotograf: Rudolf Büchi, Widderchen-Paar, Blende-Fotowettbewerb
© Fotograf: Rudolf Büchi, Widderchen-Paar, Blende-Fotowettbewerb
An das Belichtungsdreieck mit ISO – Blende – Verschlusszeit denken.

Welcher ISO-Wert ist perfekt

Angestrebt werden sollte eine Sensorempfindlichkeit von ISO 100 oder 200. In der Praxis zeigt sich allerdings, dass die vorhandenen Lichtbegebenheiten einen höheren ISO-Wert oftmals unausweichlich machen. Wird im Automatikmodus fotografiert, so ergibt sich der von der Kamera genutzte ISO-Wert aus den Begebenheiten. Je schlechter das vorhandene Licht ist, desto mehr geht die Sensorempfindlichkeit in die Höhe und die Belichtungszeiten verlängern sich bei offener Blende. Die Sensorempfindlichkeit kann auf über ISO 1.600 gehen. Ja nach Kameramodell können ISO-Werte über 1.600 nur über die Option „ISO-Erweiterung“ eingestellt werden. Damit soll sichergestellt werden, dass der Fotograf sich bewusst für diese hohe Empfindlichkeit entscheidet und gegebenenfalls Bildrauschen in Kauf nimmt. Bei zahlreichen Kameramodellen hat man als Fotograf die Option, den maximalen ISO-Wert zu bestimmen.

© Fotograf: Steffen Urban, Gerstenwald, Blende-Fotowettbewerb
© Fotograf: Steffen Urban, Gerstenwald, Blende-Fotowettbewerb
Bei Tageslicht ist unter guten Lichtbedingungen ISO 100 beziehungsweise 200 die perfekte Wahl.

Fotografen meiden oftmals extreme ISO-Werte, auch wenn sie das Bildergebnis verbessern, da Verwacklungen – wenn kein Stativ zum Einsatz kommt – dadurch minimiert und/oder die Schärfentiefe durch den Einsatz einer kleineren Blende vergrößert werden können.

Was ist der Nachteil eines hohen ISO-Wertes

Je höher die ISO-Empfindlichkeit gewählt wird, desto mehr macht sich, je nach Alter der Kamera und verwendetem Sensor, Bildrauschen bemerkbar. Aktuelle Kameramodelle und größere Sensoren neigen bei höheren ISO-Werten zu weniger Bildrauschen als kleine Sensoren und in die Jahre gekommene Kameras. Unterschieden werden verschiedene Rauscharten. Helligkeitsrauschen ähnelt der Körnung von Schwarzweißfilmen, während sich Farbrauschen regenbogenartig, verwaschen zeigt. Mittels Bildbearbeitung kann Bildrauschen nachträglich reduziert werden.

Ab welcher ISO-Einstellung beginnt das Bildrauschen

Wer wissen möchte, ab welcher ISO-Einstellung bei seiner Kamera mit Bildrauschen zu rechnen ist, der sollte ein Stillleben mit vielen Farben sowie Details und Schwarz zusammenstellen und dies unter Tageslichteinfall bei unterschiedlichen ISO-Einstellungen fotografieren. Die Kamera sollte auf einem Stativ ruhen, damit der Bildausschnitt immer der gleiche ist und Verwacklungen vorgebeugt wird. Die unter verschiedenen ISO-Einstellungen entstandenen Aufnahmen werden anschließend auf dem Rechner geladen und bei 100 Prozent betrachtet.

Blende – Der generationsübergreifende Fotowettbewerb für Fotobegeisterte jeden Alters

„Blende“, ist der Wettbewerb für Fotobegeisterte aller Altersgruppen. Seit Jahrzehnten ist Blende ein Trendbarometer für den Stand der Fotografie und damit ein wichtiges Zeitdokument. Die jährliche Gemeinschaftsaktion von Tageszeitungen und der Prophoto GmbH begeistert Teilnehmer, Veranstalter und Bildgenießer gleichermaßen.

„Blende“ bietet allen Amateurfotografen ein Forum und die große Chance, ihre Schaffenskraft zum Besten zu geben. Blende schärft mit seinen jährlich wechselnden thematischen Vorgaben die Sinne. Die eingereichten Wettbewerbsbeiträge, zu „Blende 2017“ gingen über 80.000 Fotografien ein, sind allesamt fotografisch konservierte Augeneindrücke, die durch die Teilnahme an „Blende“ den Raum der privaten Betrachtung verlassen und den öffentlichen Schauplatz betreten.

Blende-Teilnehmer sind mit ihren eingereichten Wettbewerbsbeiträgen nicht nur wichtige Botschafter für die Fotografie. Sie treten den Beweis an, wie lohnenswert es ist, die Welt in der man sich aufhält aktiv wahrzunehmen.

Weitere Informationen zu Blende.

Fotografieren in der Praxis 07 / 2018

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