Kamera - Sie können sehr viel mehr und beflügeln Ihre Kreativität

© Fotograf: Riccardo Franke, Der Herbstspaziergang, Blende-Fotowettbewerb
© Fotograf: Riccardo Franke, Der Herbstspaziergang, Blende-Fotowettbewerb
Kameras sind für uns technische Wunderwerkzeuge, die einen Funktionsumfang haben, der uns nur staunen lässt. Berührungsängste muss man wahrlich nicht haben und sicherlich ist es, wie bei anderen technischen Geräten, auch ganz normal, dass man nur einen Bruchteil dessen nutzt, was aktuelle Kameramodelle heute so zu bieten haben. Das ist schade, denn der Funktionsumfang garantiert noch bessere Bildergebnisse, aber auch ein höheres Maß an fotografischer Kreativität. Hinzu kommt der grenzenlose Spaß, den es einfach mit sich bringt, wenn man um die Funktionen weiß.

Auch, wenn der Automatikmodus in der Regel gute Bildergebnisse liefert, so gibt es immer wieder fotografische Bedingungen, die ihn überfordern oder wo er nicht unseren Ansprüchen genügt. Nehmen wir das Beispiel mit einem zu hellen Hintergrund. Sie werden selbst schon die Erfahrung gemacht haben, dass Ihre Kamera da zur Unterbelichtung neigt. Abhilfe schafft in diesem Fall eine Belichtungskorrektur um +1 oder +2 und schon wird das Hauptmotiv richtig belichtet. Oder der Hintergrund ist zu dunkel – dann wird das Hauptmotiv überbelichtet. In diesem Fall einfach die Belichtungskorrektur auf -1 oder -2 stellen und schon ist Ihre Aufnahme optimal belichtet. Ein sehr nützliches Tool Ihrer Kamera ist auch der Belichtungsspeicher (AE-L). Wenn Sie den AE-L-Knopf drücken, dann behalten Sie die Belichtung trotz Änderung des Ausschnitts bei. Das ist sehr hilfreich, wenn der Hintergrund sehr dunkel oder hell ist und Sie keine Belichtungskorrektur vornehmen möchten.

© Fotograf: Sigrid Wolf-Feix, Windräder, Blende-Fotowettbewerb
© Fotograf: Sigrid Wolf-Feix, Windräder, Blende-Fotowettbewerb
Möchte man unter sehr hellen Lichtbedingungen lange Belichtungszeiten oder weite Blendeöffnungen wählen, so muss man ein Polarisationsfilter nutzen. Sie haben die Eigenschaft, die Farbsättigung zu erhöhen, Reflexionen zu verringern und Licht zu reduzieren. Sehr beliebt sind auch Graufilter, die einen mit langen Belichtungszeiten arbeiten lassen, wenn es hell und sonnig ist. Diese werden zum Beispiel dann bevorzugt eingesetzt, wenn man die Fließbewegung von Wasser einfrieren möchte. Verlaufsgraufilter kommen dann zum Einsatz, wenn es gilt, die Belichtung von hellen und dunklen Bildbereichen auszugleichen. Aber nun wieder zurück zu den Kameras und den Einstellmöglichkeiten.

Gerade bei sehr kontrastreichen Motiven lohnt sich immer eine Belichtungsreihe. Sofern die Kamera eine HDR-Funktion besizt können mehr Details in die Lichter und Tiefen gebracht werden. Je nach Intensität können die Aufnahmen ihren natürlichen Charakter verlieren und dementsprechend wie von einer anderen Welt anmuten. Das ist Geschmackssache, wobei wir Aufnahmen bevorzugen, denen man HDR nicht gleich ansieht. Eventuell liegt es auch daran, dass wir uns an den extremen HDRs bereits übersehen haben.

© Fotograf: Helmut Strauß, Dornbuschfeuer, Blende-Fotowettbewerb
© Fotograf: Helmut Strauß, Dornbuschfeuer, Blende-Fotowettbewerb
Raus aus der Automatik könnte möglicherweise in Zukunft einer Ihrer fotografischen Grundsätze sein, wenn Sie für sich den Programm-Modus entdeckt haben. Er unterscheidet sich vom Automatik-Modus darin, dass Sie die kreative Kontrolle haben. Nutzen Sie diese für sich durch die Wahl der verschiedenen Kombinationen von Blendenöffnung und Belichtungszeit. Auf dieser Weise lernt man auch spielerisch deren Zusammenspiel – natürlich muss man hierbei auch die ISO-Einstellung noch im Blick haben.

Möchte man Schärfentiefe und Belichtung kontrollieren, so ist die Blendenpriorität ein sehr nützlicher Belichtungsmodus. Hier können Sie vorgeben, ob beispielsweise bei Blende f4 Hintergrund und Vordergrund in Unschärfe verschwimmen oder bei Blende f16 der größte Teil Ihres Motivs scharf abgebildet wird.

© Fotograf: Helmut Kober, Aufbruch, Blende-Fotowettbewerb
© Fotograf: Helmut Kober, Aufbruch, Blende-Fotowettbewerb
Wenn Ihnen der Programm-Modus zu wenige Freiheiten lässt zur kreativen Entfaltung, dann ist der manuelle Modus die optimale Wahl. Hier legen Sie alles selbst fest. Die meisten Kameras zeigen an, ob die gewählte Belichtung korrekt ist. Ratsam sind in jedem Fall Probeaufnahmen.

Das Histogramm ist eines der nützlichsten Hilfsmittel, denn über das erhalten Sie detaillierte Informationen über die Belichtung Ihrer Aufnahmen. Auf Über- und Unterbelichtung deuten Lücken ganz rechts und links hin. Ein Mehr an Informationen garantieren Ihnen RGB-Histogramme. Da das Histogramm aus dem JPEG generiert wird, gilt es nicht für RAW.

Fotografieren in der Praxis 09 / 2014

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