Photopraxis - Mit der Kamera in den Urlaub

Badespaß auf Island Bildgalerie betrachten Blende ,“Badespaß auf Island”
Petra Mumme

Alle Reiselustigen, Urlaubsreifen und ambitionierten Liebhaberphotographen, die Erinnerungen von den schönsten und ereignisreichsten Tagen des Jahres in Bildern mit nach Hause bringen möchten, sollten schon weit vor Reiseantritt die Vorbereitungen für den unbeschwerten Photospaß treffen. Denn: Funktioniert die bewährte Kamera noch tadellos, sitzen die wichtigsten Handgriffe bei dem neu erworbenen Kameramodell, sind die Batterien frisch, die Akkus geladen? Ist das Akkuladegerät tauglich für die 110 Volt Stromspannung in Asien oder USA. Oder liegt das passende Zoomobjektiv, der Polfilter für klarere Farben und das Stativ für verwacklungsfreie Aufnahmen bereit? Auf welches Filmmaterial sollen die Urlaubserlebnisse gebannt werden? Reichen die vorhandenen Speicherkarten aus oder steht die Anschaffung eines mobilen Festplattenspeichers an. Vor allem steht jedoch auch die Frage: Wo geht es hin, denn für die Bergtour empfiehlt sich möglicherweise eine andere Kameraausrüstung als für denjenigen, der in der Wildnis an einer Photosafari teilnehmen möchte.

Die akrobatische Bergsteigertour und der schnelle Erinnerungsschnappschuß am Strand verlangen eher eine leichte, handliche, möglichst wasserfeste Kompaktkamera als eine schwergewichtige Ausrüstung. Kompakte Zoomkameras erlauben es, mit unterschiedlichsten Brennweiteneinstellungen zu photographieren, was bei nicht vorhersehbaren Reisemotiven nützlich ist. Zudem lassen sich entfernte Motive "heranzoomen". Stehen ausschließlich ausgedehnte Strandspaziergänge an oder das Sonnenbad, so sollte die Kamera, sofern sie nicht zum Einsatz kommt, vor der salzhaltigen Luft, extremen Sonneneinstrahlungen und Sand geschützt werden. Ist gar ein Bootsausflug geplant, so kann sicherlich eine Plastiktüte kurzfristig für Schutz vor Feuchtigkeit sorgen. Wer aber sicher gehen möchte, der ist mit einem Unterwassergehäuse gut beraten, mit dem man auch mal abtauchen kann.

Wer Reiseeindrücke wie ein Profi ins Bild setzen möchte, ist mit einer Spiegelreflexausrüstung gut beraten. Neben dem oder den Kameragehäuse/n mit einem möglichst lichtstarken Standardobjektiv erweitern Zoomobjektive mit Brennweitenbereichen von 30 - 200 mm oder mit Megazooms 28 - 300 mm den Aktionsradius. Landschaften und Straßenszenen lassen sich ebenso scharf einfangen, wie "herangezoomte" Details und Portraits.

Für die unbeschwerte und praktische Urlaubsphotographie eignet sich auch das Advanced Photo System (APS), bei dem das Filmeinlegen durch die Drop in-Technik besonders einfach ist und man schon vor der Aufnahme dem Motiv entsprechend unter drei Bildformaten wählen kann.

Eine ausreichende Filmmenge und Ersatzbatterien gehören jedenfalls vor der Abreise ins Photogepäck, da diese Produkte unterwegs meist teurer sind und nicht überall in nötiger Auswahl und guter Qualität zur Verfügung stehen.

Farbnegativfilme sind äußerst beliebt für die Dokumentation der schönsten Urlaubseindrücke. Wer mit Farbdiafilmen unterwegs ist, hat den Vorteil, seine Werke später etwa in einer Diaschau auf der großen Kristall-Leinwand in aufregend bestechender Qualität zu präsentieren. Die künstlerisch anspruchsvolle Photographie läßt sich nach wie vor kaum besser als mit der klassischen Schwarzweißphotographie vermitteln. Neben den Standardempfindlichkeiten ISO 100 und ISO 200 sollten einige Filme mit höherer Empfindlichkeit ISO 400 und ISO 800 für ungünstige Lichtverhältnisse im Filmsortiment nicht fehlen.

Bei einer Flugreise gehört die Kameraausrüstung und der gesamte Speicherkarten- und Filmvorrat ins Handgepäck. Filme mögen keine Strahlen, wie sie bei Röntgenkontrollen auftreten, und schließlich könnten sie, wie die Speicherkarten, bei einem möglichen Verlust der Koffer verloren gehen.

Am Urlaubsort angelangt, warten traumhafte Motive von Land und Leuten. Doch bereits auf dem Weg dorthin gibt es eine Fülle lohnenswerter Eindrücke und Erlebnisse, die ein analoges oder digitales Photo wert sind. Wer ein Motiv mit veränderten Blenden, aus immer anderen Perspektiven, zu verschiedenen Tageszeiten und etwa mit Effektfiltern photographiert, schafft sich ein ergiebiges Photoreservoir, aus dem er zu Hause seine Motiv-Highlights auswählen kann, die seine erlebten Empfindungen eindrucksvoll vermitteln.

Spielerische Kreativität, ein wenig Geduld, ein waches Auge für phantastische Momente und eine griffbereite Kamera sind das Rezept für aufregende Reise- und Urlaubsbilder.

Die Schönheit, das Besondere und das Alltägliche heute visuell widerzuspiegeln, darin liegt der ungebrochene facettenreiche Reiz der Photographie.
 

Fotografieren in der Praxis 03 / 2004

Kommentare

Es wurden noch keine Kommentare zu diesem Artikel abgegeben.

Artikel kommentieren
* Diese Felder müssen ausgefüllt werden