Kameramodelle - Welche Kamera darf's denn sein …

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Blende ,“Zerrspiegel”
Ann-Kathrin Mitschke

Der Kauf einer neuen Kamera stellt uns vor die Qual der Wahl - noch nie gab es eine so unendlich große Auswahl an Kameramodellen. Von der preisgünstigen Schnappschußkamera bis zu ausgefeilten Spiegelreflex- und Mittelformatkameramodellen, die mehrere tausend Euro kosten, reicht die Palette. Ob Designermodell, All-in-One-Kamera oder exklusive Sucherkamera - die Entscheidung fällt schwer.

Photographieren kann man mit allen Kameras, doch die Gestaltungsmöglichkeiten und die Bildqualität variieren. Kaufentscheidend bei einer Kamera sind der Preis, das Design, die Marke und die Ausstattungsmerkmale.

Das Preis-Leistungsverhältnis war noch nie so günstig. In einer Zeit, wo vorwiegend Großmärkte mit immer neuen Schnäppchenangeboten versuchen Käufer zu gewinnen, soll der Preis zum ausschlaggebendsten Argument für den Kauf werden. Der Preis, den man für die neue Kamera ausgeben möchte, ist sicherlich ein Kaufkriterium, sollte aber nicht kaufentscheidend sein.

Lange Zeit haben sich die meisten Hersteller um neue Ideen im Aussehen der Kameras wenig Gedanken gemacht. Viele der traditionsreichen Marken finden gerade eine begeisterte Anhängerschaft wegen der konservativen Gestaltung ihrer Kameras. Gerade im hohen Preissegment legt man Wert auf ein Design, das nicht kurzfristigen Modetrends unterliegt. Vorwiegend junge Leute werden sich für Designermodelle begeistern können, die nicht nur vollkommen neue Formen haben, sondern auch in poppigen Farben präsentiert werden. Gerade bei Jugendlichen kann das moderne Aussehen einer Kamera oft mehr begeistern als die technischen Feinheiten.

Ebenso wie die Autobranche, hat auch die Kameraindustrie Marken zu bieten. Mit viel Erfahrung im Kamera- und Objektivbau und langen Entwicklungszyklen steht bei den Marken Qualität im Vordergrund - auch im Mittelklasse- und Einsteigerbereich. Die Marke ist sicherlich eines der wichtigsten Kaufkriterien neben der Ausstattung.

Der Kauf einer Kamera, die einem über längere Zeit Freude bereiten soll, muß wohl überlegt sein. Je genauer man analysiert, wie und wann man die Kamera nutzt und welche Kriterien im Vordergrund stehen, umso sicherer wird man die richtige Entscheidung beim Kauf treffen. Auch die genauesten Zahlen und Fakten einer Kamera vermitteln nicht immer alles, was sich vor dem Kauf zu wissen lohnt. Gefallen oder Nicht-Gefallen sind auch immer vom persönlichen Empfinden abhängig, das sich erst einstellt, wenn man die Kamera wirklich in der Hand hält.

Wer heute eine neue Kamera kauft, der hat die Wahl zwischen analog oder digital. Der Trend geht zweifelsfrei zur Digitalkamera, die bei den Kameraverkäufen in diesem Jahr schon die Apparate mit Film überholt hat. Macht es da überhaupt noch Sinn, eine analoge Kamera zu kaufen, wird sich der eine oder andere fragen. Für die Kamera mit Film sprechen die Treue zur traditionellen Form des Bilderaufnehmens und die bisherigen guten Erfahrungen mit der Analogtechnik oder die Scheu vor Neuem und Ungewohntem. Für manche Photoenthusiasten sind es gerade die puristisch ausgestatteten Modelle, denen ihre ganze Liebe gilt. Hier reizt nicht das schnelle Bild, sondern die intensive Beschäftigung mit dem Medium Photographie. Wer sich ungern mit neuer Technik beschäftigt und viel auf Reisen ist, der ist mit einer Analogkamera eventuell glücklicher, denn der Energie- und Speicherbedarf der Digitalen wird oft unterschätzt.

Ist man mit dem Computer und dem Internet vertraut, so entscheidet man sich wahrscheinlich viel schneller für eine Digitalkamera. Die Möglichkeiten Bilder zu bearbeiten, zu versenden und zu archivieren nehmen immer mehr zu, und auch der Abzug für das Familienalbum ist von der Speicherkarte inzwischen genauso unkompliziert wie vom Film.

Kaum zu glauben, in welchen Miniformaten Kameras heute gebaut werden können. Wer seine Kamera immer mit dabei haben möchte, der kann zwischen verschiedenen superflachen Fliegengewichten wählen. Wem Kompaktes über alles geht, der wird deshalb auf manches Feature, wie zum Beispiel einen besonders großen Zoombereich, verzichten. Für manchen ist die Entscheidung für ein größeres Gerät auch eine Sache der Handhabung. Was kleine Frauenhände, sei es bei Mobiltelefonen oder Kameras in Liliputgröße, als angenehm in der Bedienung empfinden, ist für Männer eventuell schwierig zu handhaben und auch ältere Menschen tun sich mit zu kleinen Knöpfchen und Rädchen oft unnötig schwer. Bei den Digitalkameras steht als erstes eine Zahl im Vordergrund, nämlich die der Auflösung. 6 bis 7 Megapixel sind heutzutage keine Seltenheit. Für alle, die vorwiegend private Erinnerungsphotos für das Album oder das Internet schießen, reichen aber auch 3 bis 5 Megapixel. Ein Mehr an Pixeln bedeutet auch ein Mehr an Speicherplatz, so daß Karte oder Computer schnell an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit stoßen. 2- bis 3-fach-Zooms sind inzwischen Standard, Superzooms keine Ausnahme mehr. Wer sich intensiv mit der Photographie beschäftigt, auch gerne ein bißchen experimentiert, der sollte darauf achten, daß seine Neue auch möglichst viele manuelle Einstellmöglichkeiten bietet. Für den Einsteiger ist die einfache Automatikkamera, vielleicht mit einigen zusätzlich vorgegebenen Motivprogrammen das Richtige. Video- und Sprachfunktionen beinhalten heute schon viele Modelle, der integrierte Blitz ist bei fast allen Standard. Zoom, Display, Blitz - das alles verschlingt enorm viel Energie. Wer Strom sparen möchte, sollte beim Kamerakauf auf einen optischen Sucher achten, der den LCD- Monitor ersetzen kann und auch bei grellem Licht für Durchblick sorgt. Wer viel unterwegs ist, ist mit einer Kamera gut beraten, die auch normale Mignon-Zellen akzeptiert. Höchste Ansprüche erfüllen die Oberklasse der digitalen Kompaktkameras oder aber die Spiegelreflexmodelle. Den Umstieg von analog auf digital erleichtern die großen Hersteller den Spiegelreflexkamerabenutzern damit, daß sie zumeist auch ihre vorhandenen Objektive weiter nutzen können.
 

Fotografieren in der Praxis 01 / 2005

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