Die Kameramodi - Was T, A, M und P bedeuten

Bild aufgenommen mit Blendenautomatik Bildgalerie betrachten Gerade bei Sportaufnahmen kann der Fotograf mit T die Verschlusszeit vorwählen – hier besonders lang

Fast jede Kamera bietet verschiedene Automatik-Modi, zumindest jede digitale Spiegelreflexkamera und kompakte Systemkamera, aber auch hochwertige Kompaktkameras. Automatiken gibt es nicht erst seit Erfindung der Digitalfotografie, schon analoge Kameras hatten diese Optionen. Die Funktionen sind also seit Jahrzehnten da, aber immer wieder werden grundsätzliche Dinge verwechselt, wie beispielsweise Blendenvorwahl und Blendenautomatik. Hier ist eine Erklärung, was welche Funktion bedeutet.

T oder Tv oder S – Blendenautomatik: Das T steht für Time, also Zeit (manchmal auch S für „shutter“). Aber automatisch wird hier eben nicht die Zeit eingestellt, sondern die dazu passende Blende, die Zeit wird vorgewählt. Mit „time priority“ wählt der Fotograf die Verschlusszeit vor, die er benutzen möchte. Die Kamera ermittelt, welches die dazu passende Blende ist und stellt diese automatisch ein. Wie bei allen Einstellungen kann die Automatik nichts Unmögliches möglich machen. Wenn eine zu kurze Zeit bei schlechter Beleuchtung eingestellt wird, kann die Kamera die Blende am Objektiv nur bis zum Maximum öffnen. Wenn das nicht ausreicht, wird das Bild zu dunkel. Sinnvoll ist diese Einstellung immer dann, wenn es darum geht, eine bestimmte Verschlusszeit zu nutzen, beispielsweise bei schnellen Bewegungen, wenn ein Minimum nicht unterschritten werden darf oder bei fließendem Wasser, wo eine Mindestzeit nötig ist, um den Fließeffekt darzustellen.

A oder Av – Zeitautomatik: A oder Av steht für „aperture priority“, also für Blendenvorwahl. Im Prinzip funktioniert auch die Blendenvorwahl wie die Zeitvorwahl, nur mit vertauschten Parametern. Bei A oder Av wird die Zeit passend zur vorher eingestellten Blende gewählt. Der Fotograf stellt an der Kamera die für ihn passende Blende ein, wenn beispielsweise besonders wenig oder besonders viel Schärfentiefe aufs Bild soll. Die Kamera ermittelt die Belichtung und stellt daraufhin die passende Zeit ein. Hier drohen seltener unterbelichtete Fotos, wohl aber verwackelte Aufnahmen, wenn die zur Blende passende Verschlusszeit zu lange wird. Ein Stativ ist dann eine gute Hilfe.

P – Programmautomatik: Das Wort Programmautomatik setzt sich aus zwei Teilen zusammen, wobei schon der Teil „Automatik“ fast alles aussagt. Tatsächlich nimmt eine Kamera, wenn sie auf P gestellt wird, dem Fotografen alle Einstellmöglichkeiten ab. Manchmal beinhaltet das sogar die ISO-Einstellung, wobei dies oft durch ein grünes Rechteck markiert wird – die weitergeführte Automatik. In der Programmautomatik ermittelt die Kamera verschiedene Parameter wie Licht und dessen Verteilung, Abstand zum Objekt, Brennweite des Objektivs und entscheidet dann, welche Einstellungen getroffen werden. Was eingestellt wird, das ruft die Kamera von werksseitig programmierten Optionen ab, je nachdem, welche Werte ermittelt werden.

M – Manueller Modus: Wie der Name schon sagt, muss der Fotograf hier alles selbst einstellen, nämlich Zeit und Blende. Als Hilfestellung dient der Belichtungsmesser der Kamera, der im Sucher angezeigt wird, entweder als Balken oder als eine Zahl mit + oder – davor. Das zeigt dann jeweils die Abweichung zur von der Kamera gemessenen Belichtung. In schwierigen Lichtverhältnissen ist M die beste Wahl, sei es bei starkem Gegenlicht oder bei Nacht.

B – Bulb: Der Modus für Langzeitbelichtungen. Viele Kameras können nur Zeiten bis 30 Sekunden oder einer Minute vorwählen, manche aber auch bis zu einer Stunde. Wenn länger belichtet werden soll, wird der Bulb-Modus gewählt. Dann bleibt der Verschluss der Kamera genauso lange geöffnet wie der Auslöser gedrückt wird. Um Verwackeln vorzubeugen sollte in so einem Fall unbedingt ein arretierbarer Draht- oder Funkauslöser verwendet werden.

Fotografieren in der Praxis 12 / 2017

1 Kommentare

super Sportfoto – nicht überbelichtet, nicht zu scharf, das lässt dem Betrachter Interpretationsspielraum.

Frank-Willy Peter

von Frank-Willy Peter
20. Dezember 2017, 12:54:38 Uhr

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