Kameraschutz auf hoher See und in Gebieten mit schwefel- und mineralhaltigem Wasser

© Blende, Helmut Stirnweis, 6 Uhr Halong Bucht Bildgalerie betrachten © Blende, Helmut Stirnweis, 6 Uhr Halong Bucht

Menschen sind reisefreudig und selbstredend kommt die Kameraausrüstung mit, wenn es an den Strand, auf die hohe See oder beispielsweise in Gebiete vulkanischen Ursprungs mit schwefeligem oder mineralischem Wasser geht. Man will ja schließlich das Gesehene und Erlebte dauerhaft in Bildern/Videos konservieren. Sorgsamer Umgang sowohl während der Fototour als auch danach ist mehr als die halbe Miete, damit wir lange Freude an unserem Kameraequipment haben. Dies steht sprichwörtlich nicht auf Salzwasser, Sand und schwefel- oder mineralhaltiges Wasser. Guten Schutz bieten beispielsweise transparente Kunststoffhüllen für € 10,— bis € 15,00, wie sie der Handel anbietet. Noch komfortabler, dafür auch etwas kostspieliger, sind wasserdichte Hüllen mit Sichtfenster. Das Nonplusultra stellen für uns Unterwassergehäuse dar. Diese werden für zahlreiche Kameramodelle angeboten. Sie sind die teuerste, aber dafür auch die sicherste Lösung. Im Netz schwirren zudem mit Gefrierbeutel, Klebeband und Kabelbinder auch Eigenbauanleitungen für den Schutz der Kameraausrüstung herum. Für den Notfall sicher besser als nichts.

Trifft man keine beziehungsweise unzureichende Schutzvorkehrungen so kann, je nach Region, in der man sich aufhält, Salzwasser oder schwefel-/mineralhaltiges Wasser auf das Kameraequipment gelangen. Dies kann durch seine Aggressivität zu Beschädigungen führen. Aus diesem Grund sollte man umgehend das Kunststoff- oder Metallgehäuse von Kamera und Objektiv davon befreien. Aber bitte vorsichtig. Im ersten Schritt bedient man sich dazu einem weichen, nicht fusselnden leicht feuchtem (Süßwasser) Tuch und entfernt die Spritzer. Danach folgt der zweite Wischdurchgang mit einem trockenen fusselfreien Tuch. Die Reinigung sollte möglichst umgehend erfolgen, damit sich die Substanzen nicht reinfressen. Ist einem die Kameraausrüstung ohne Unterwassergehäuse ins Wasser entglitten, so ist der Ärger über einen selbst groß. Die Aussichten sehen nicht rosig aus, denn das Kameraequipment ist aller Wahrscheinlichkeit nach dadurch irreparabel beschädigt. Aus diesem Grund sollte man die Kamera über einen Kameragurt um den Hals tragen. Wer das nicht möchte, der sollte wenigstens den Kameragurt einige Male um das Handgelenk schlingen.

Hat man seine Kameraausrüstung mit einem Unterwassergehäuse geschützt, dann braucht dieses natürlich nach so einer Tour auch Pflege. Hier empfiehlt sich die Spülung mit Süßwasser. Anschließend sollte man das Unterwassergehäuse sozusagen einer Inspektion unterziehen. Das Augenmerk ist auf die Dichtungen und O-Ringe zu richten – diese müssen schmutz- und staubfrei sein, damit sie auch in Zukunft verlässlich ihre Funktion erfüllen können. Im Handel gibt es zudem spezielle Pflegesets für die Dichtungen, damit diese nicht porös werden. Ratsam ist es, die empfohlenen Pflegehinweise der Hersteller zu befolgen.

Sand, ob nun in der Wüste oder am Strand kann ohne beziehungsweise bei ungenügenden Schutzvorkehrungen nicht nur auf, sondern auch in die Kamera gelangen. Mit speziellen Kamerapinseln mit oder ohne Blasebalg lassen sich Sandkörner bei gewisser Vorsicht gut entfernen, ohne dass sie Schaden anrichten. Manche raten zur Sprühdose, um Staub und Sand zu eliminieren. Wichtig ist hier, genügend Abstand zwischen Sprühdose und Linse einzuhalten, denn ansonsten kann sich der Sand am Rand an der Linse ablagern und dort dauerhaft festsetzen. Von Spraydosen aus dem Baumarkt raten wir ab. Sie enthalten meist Treibgas, das sich in Form feiner Tröpfchen auf der Linse festsetzt. Ist einem beispielsweise die Kamera aus der Hand geglitten und im Sand gelandet, so raten wir, diesen bestmöglich zu entfernen und die Kamera durch einen Dienstleister einer gründlichen Reinigung unterziehen zu lassen.

Fotografieren in der Praxis 09 / 2016

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