Kameraschutz, wenn es regnet und schneit

© Fotograf: Dietmar Pohlmann, Sommergewitter, Blende-Fotowettbewerb
© Fotograf: Dietmar Pohlmann, Sommergewitter, Blende-Fotowettbewerb
Schlechtes Wetter gibt es für Fotobegeisterte nicht. Das Gegenteil ist eher der Fall, denn die Stimmungen, die sich uns bieten, sind nun einmal einmalig, wenn ein Regenguss herunter kommt, wenn es schneit oder wenn Temperaturen sich Minusgraden nähern. Bevor wir an den Kameraschutz denken, muss an erster Stelle der eigene Schutz stehen. Ist man durchnässt oder halb erfroren, dann ist man nicht offen für Motive und wird stattdessen zusehen, schnellstens einen geschützten Ort aufzusuchen. Bei der Wahl der Kleidung ist natürlich auf die Bewegungsfreiheit zu achten. Also lieber eine Nummer größer als hauteng und auch auf genug Taschen achten, in denen man nicht nur Handschuhe verstauen kann, sondern auch das eine oder andere Fotozubehör, wie zum Beispiel Reinigungstücher für die Optik, einen nicht fusselnden Lappen, um seine Kamera zu trocknen etc. Denken Sie auch an die Kopfbedeckung – hierüber verlieren wir im Winter die meiste Wärme.

Kommen wir nun zum Schutz der Kameraausrüstung. Aktuelle Kameras sind recht widerstandsfähig – oftmals streichen wir eher die Segel. Manche Kameramodelle, die Rede ist von Outdoorkameras, sind nahezu immun gegen Staub und Nässe. Das ist bei dem überwiegenden Teil der kompakten System- und Spiegelreflexkameras und auch, den Kompaktkameras nicht der Fall. Ein kurzer Schauer kann ihnen so schnell nichts anhaben und auch wenn wir sie kurzem Starkregen aussetzten, passiert so schnell nichts. Wir sollten natürlich die Nässe umgehend mit einem trockenen und fusselfreien Lappen entfernen, damit keine Feuchtigkeit ins Innere zur Elektronik gelangt. Augenmerk ist auf die Optik, also das Objektiv, und den Sucher zu richten. Das schönste Foto ist ruiniert, wenn sich beispielsweise Wasserflecken auf dem Objektiv befinden oder es angelaufen ist. Regen und auch Schnee lassen sich vom Objektivglas sehr gut mit Sonnen- oder Gegenlichtblenden fernhalten. Gerade bei Tele- und Superteleobjektiven lässt sich damit auch bei Dauerregen wunderbar fotografieren, ohne dass Feuchtigkeit auf die Frontlinse gelangt. Dennoch sollte man immer wieder prüfen, ob sich nicht doch ein Wassertropfen auf die Frontlinse verirrt hat. Diesen eliminiert man mit einem Objektivreinigungstuch ebenso wie Kondenswasser. In keinem Fall sollten Filter und Frontlinse mit Papiertaschentüchern getrocknet werden. Diese fusseln mitunter nicht nur, sondern können mit ihren kleinen Holzpartikeln auch das Glas zerkratzen. Bei Kameras für Wechseloptik sollte bei Dauerregen oder Schneefall der Optikwechsel im Schutz also beispielsweise unter einem Schirm erfolgen. In jedem Fall sollte man darauf achten, dass weder Schnee noch Regen in das Innere der Kamera gelangen. Vor dem Ansetzen der Optik sollte man in jedem Fall die Rücklinse auf mögliche Tropfen prüfen. In der Wüste mit Sandstürmen raten wir von einem Objektivwechsel im Freien gänzlich ab.

Wie bereits ausgeführt, macht ein kurzer Schauer der Kamera so schnell nichts aus. Regnet es aber über einen längeren Zeitraum in Strömen, so sollte man seine Kamera vor dem Nass in jedem Fall schützen. Im Handel werden für etwas € 10,— bis € 15,— transparente Kunststoffhüllen angeboten. Bis zu einem gewissen Grad schützen sie die Ausrüstung vor Staub und Feuchtigkeit. Etwas kostspieliger sind Hüllen aus wasserdichtem Nylon mit Sichtfenster. Es gibt hier sogar Modelle, mit denen man abtauchen kann. Mit Kosten von € 200,— und mehr muss man für spezielle Unterwassergehäuse rechnen. Diese spielen ihre Stärken auch bei Starkregen, Staub und Sand aus. War der Wolkenbruch nicht vorhersehbar, dann kann man sich notfalls auch mit einer Plastiktüte behelfen. Das Gelbe vom Ei ist das aber aus unserer Sicht nicht. Im Netz schwirren zudem mit Gefrierbeutel, Klebeband und Kabelbinder allerhand Eigenbauanleitungen herum – wir halten davon nicht sonderlich viel und würden darauf nur im Notfall zurückgreifen. Aber wenn man beispielsweise weiß, dass es in die Wüste geht, dann würden wir die Investition in ein Unterwassergehäuse – sofern dieses für das eigene Kameramodell angeboten wird – schon investieren. Dieses bietet beispielsweise auch einen wertvollen Schutz auf hoher See vor der Salzwassergischt.

Hinsichtlich der Temperaturen in unseren Breiten, also hier in Deutschland, sind Kameras sehr resistent. Also wenn bei minus 20 Grad die Sonne lacht, dann braucht man sich eigentlich keine Gedanken machen und muss nur an einen Ersatzakku denken. Wie wir ja alle wissen, sind Akkus bei tiefen Temperaturen nicht so leistungsfähig. Der Ersatzakku sollte am Körper getragen werden. Kommt zu extrem niedrigen Temperaturen Schneefall oder Kondensationsfeuchtigkeit, weil man von einem beheizten Raum ins Freie geht, dann kann sich gegebenenfalls ein Eisfilm über die Kamera legen. Das ist natürlich alles andere als gewünscht und gilt es zu vermeiden. Aus diesem Grund sollte man die Kamera umgehend von der Feuchtigkeit befreien und sie langsam an die Bedingungen anpassen.

Wird nicht fotografiert, dann gehört die Kameraausrüstung bei Regen oder Schneefall natürlich in eine Fototasche beziehungsweise einen Fotorucksack. Bevor man sie da verstaut, sollte man sie in jedem Fall mit einem Lappen trocknen. Bei Regen – erst recht bei Starkregen – sowie Schneefall können sich all jene freuen, die ihre Fototasche/Fotorucksack mit Weitsicht erworben haben. Nicht alle sind wasserfest. Je nach Modell gibt es welche mit Regenhüllen. In der Regel sind damit Tasche/Rucksack und Kameraausrüstung vor Feuchtigkeit geschützt. Im Klaren muss man sich jedoch darüber sein, dass diese Regenhüllen die Fototaschen /-Rucksäcke nicht zu einem wasserdichten Behältnis machen. Ist man beispielsweise auf einer Wildwassertour unterwegs, dann würden wir die Fototasche zum Schutz vor Feuchtigkeit beispielsweise in einem handelsüblichen Müllsack verstauen. Das Packmaß sollte so gewählt werden, dass Rucksack/Tasche bequem reinpassen. Natürlich gibt es auch Speziallösungen. Die machen zum Beispiel auf einer Segeltour Sinn.

Ist man wieder im Trockenen, Warmen, Staubfreien angelangt, bitte die Kameraausrüstung aus der Fototasche befreien, trocknen und gegebenenfalls säubern. Auch, wenn man die Kamera vor dem Verstauen in die Fototasche mit einem Lappen getrocknet hat, so hat man immer noch eine Restfeuchte. Würde man dann die Fototasche nach seiner Tour einfach abstellen, dann kann es zur Schimmelbildung kommen und dies kann nicht in unserem Interesse sein. Je nach Befall kann dies eine professionelle Spezialreinigung nach sich ziehen. Es kann aber auch sein, dass die Kameraausrüstung dauerhaft beschädigt wird.

Fotografieren in der Praxis 10 / 2015

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1 Kommentare

Sehr guter Artikel! Um all dem zu entgehen, fotografiere ich z B. mit der Sony RX10. Staub und wasserdicht. Hochwertiges Zoomobjektiv 18 bis 200mm. F 2.8 durchgehend. Um mal Wassertropfen vom Objektiv zu entfernen, habe ich immer ein kleines Lederläppchen dabei!

von jürgen
18. November 2015, 12:10:08 Uhr

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