Karnevalumzug - Zehn Tipps für bessere Bilder

Die fünfte Jahreszeit nähert sich ihrem Höhepunkt mit Prunksitzungen und farbenprächtigen Umzügen. Motive en masse! Damit Sie hinterher auch sehenswerte Fotos vom närrischen Treiben mit nach Hause nehmen, sind hier zehn Tipps für bessere Fotos beim Karnevalumzug.

  1. © Fotograf: Ralph Ortmueller, Maskenzauber, Photoglobus
    © Fotograf: Ralph Ortmueller, Maskenzauber, Photoglobus
    Wenn Sie ein Zoomobjektiv haben, dann holen Sie es jetzt raus. Gerade ein Umzug am Rosenmontag ist nicht unbedingt etwas, das man haargenau vorhersehen kann. Wenn bei einer Prunksitzung die Bühne fotografiert werden soll, dann ist die lichtstarke Festbrennweite das Mittel der Wahl, der Abstand zur Bühne bleibt ja gleich. Inmitten einer Masse von Narren hat ein Zoomobjektiv viele Vorteile.
  2. Packen Sie Ihr Blitzgerät ein, gerade und vor allem im Freien. Denn die Sonne steht noch nicht so hoch, es passiert leicht, dass Leute halb im Schatten und halb in der Sonne stehen. Gleichen Sie die Hell-Dunkel-Unterschiede mit einem Aufhellblitz aus. Reduzieren Sie aber die Leistung Ihres Blitzgeräts, Sie wollen ja nicht helle Gesichter vor dunklem Hintergrund haben.
  3. Achten Sie auf die Belichtung und lassen Sie sich nicht von hell angestrahlten Hauswänden im Hintergrund irritieren – es reicht schon, wenn der Belichtungsmesser der Kamera davon irritiert wird. Spot-Belichtungsmessung hilft, die Personen, die im Vordergrund im Schatten stehen, richtig zu belichten.
  4. Packen Sie Ihre Gerätschaften so, dass Sie leicht an alles Wichtige rankommen, also Speicherkarten, Ersatzakkus für Kamera und Blitz oder auch mal ein anderes Objektiv. Wenn Sie einen Fotorucksack haben, den Sie abstellen müssen, um ihn zu öffnen, lassen Sie ihn zu Hause und nehmen Sie lieber die Schultertasche. Im Gedränge ist es eher schlecht, Sachen abzustellen. Denken Sie daran, dass Taschendiebe überall dort sind, wo viele Menschen sind. Nehmen Sie sich die paar Sekunden Zeit und ziehen Sie immer den Reißverschluss der Fototasche wieder ganz zu.
  5. Suchen Sie sich immer ein Hauptmotiv. Eine Reihe von Narren am Straßenrand zwischen zwei Motivwagen, von der anderen Seite aus fotografiert, kann nett sein, ist aber selten spannend. Ein gutes Bild lebt davon, dass der Betrachter gleich ein Hauptmotiv sieht. Suchen Sie sich also eines, es gibt jede Menge davon.
  6. Gehen Sie trotz Einsatz eines Zoomobjektivs oder eines leichten Teleobjektivs näher ran! Natürlich kann man auch mehr Brennweite einsetzen, aber ein Bild aus der Nähe wirkt in einem solchen Fall einfach authentischer. Lassen Sie sich nicht verleiten, dauernd am Zoomring zu drehen – gehen Sie ein paar Schritte vorwärts.
  7. © Fotograf: Frank Schumann, Photoglobus
    © Fotograf: Frank Schumann, Photoglobus
    Wenn Sie zeigen wollen, wie voll es war, nehmen Sie ein Teleobjektiv und suchen Sie sich einen erhöhten Standpunkt. Es gibt Fotografen, die nehmen eine Trittleiter mit zum Karneval. Versuchen Sie nicht, Menschenmassen mit dem Weitwinkelobjektiv zu fotografieren. Das funktioniert bei einer vollen Tribüne im Fußballstadion, in „freier Wildbahn“ nutzen Sie besser die optischen Eigenschaften des Teleobjektivs, das Objekte näher zusammenrücken lässt.
  8. Symmetrische Bilder mit perfekt waagerecht laufendem Horizont können Sie vier Jahreszeiten lang machen, in der fünften Jahreszeit darf es ruhig auch mal schräg sein. Transportieren Sie die närrische Stimmung auch auf Ihren Bildern, indem Sie auch aus ungewöhnlichen Perspektiven fotografieren.
  9. Bringen Sie Bewegung ins Bild. Ziehen Sie mit einer langen Belichtungszeit mit vorbeilaufenden Personen mit oder belichten Sie lange in Verbindung mit einem Blitzlicht. Der Blitz friert dann einen Moment ein, ansonsten ist noch viel Bewegung im Bild. Oder nutzen Sie den Zoomeffekt, indem Sie die Brennweite des Zoomobjektivs während der Belichtung verstellen. Dann wird die Mitte scharf, nach außen verteilt sich das Bild wie Strahlen.
  10. Und damit anschließend nicht noch der Kater zuschlägt: Achten Sie auf Persönlichkeitsrechte. Prinzipiell können Sie Bilder, die beim Straßenkarneval gemacht werden, auch veröffentlichen. In der Regel ist, ähnlich wie bei Fußballspielen, in den Geschäftsbedingungen der Veranstalter geregelt, dass Besucher mit der Veröffentlichungen ihrer Bilder einverstanden sind – auch Aufnahmen einzelner Personen. Anders ist das bei der kleinen Feier im Hinterzimmer. Sobald sich Personen in einem geschützten Raum befinden, sollten Sie sich das Einverständnis der Fotografierten holen, bevor Sie solche Bilder beispielsweise auf Ihrer Homepage veröffentlichen. Vor Gericht wurden auch schon auf Zigarettenschachteln notierte Einverständniserklärungen als gültig angesehen.

Fotografieren in der Praxis 02 / 2014

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1 Kommentare

Als 11. Tipp ist eine Trittleiter recht gut! Damit hat man keine Zuschauerköpfe vor sich. Notfalls die Strecke vorher mal ablaufen, von wo man am schönsten fotografieren kann. Die liegt bei mir immer im Auto. Und als weiterer Tipp. Am entspanntesten sind die Akteure immer am Aufstellplatz. Dort kommt man zu den besten Porträts! Die ganze Technik nützt nichts, wenn man an die Akteure nicht rankommt oder mehr Zuschauerköpfe auf dem Bild hat.

von Detlev Motz
05. Februar 2014, 15:53:12 Uhr

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