Fototipp - Katzen im Fokus: So geht's

© Fotograf: Wenke Hetzel, Entspannte Erwartung, Blende-Fotowettbewerb
© Fotograf: Wenke Hetzel, Entspannte Erwartung, Blende-Fotowettbewerb
Auf den Kanälen Instagram und Facebook da wimmelt es nur so von Katzenaufnahmen – viele sehenswert, aber leider nicht alle. Wirkungsvolle Katzenfotos sind ein Kinderspiel, wenn einige Kleinigkeiten nicht aus dem Fokus verloren werden. Zunächst weiß das Tier nicht, dass Fototermin ist, sondern wundert sich nur über das Treiben vor seiner Nase. Daher: kein Stress, sonst ist das Shooting schneller vorbei, als man „Miau“ sagen kann. Vielmehr ist Tiefenentspannung wichtig, beginnend beim Fotografen. Also locker an die Sache herangehen. Ein Fototermin auf Biegen und Brechen erzeugt Hektik, und die überträgt sich auf das Tier.

Die Katze sollte zudem in einer ausgeglichenen Verfassung sein: ausgeschlafen und satt sind schon zwei Punkte auf der Haben-Seite. Auch der Spieltrieb sollte für den Tag bereits befriedigt sein. Herrchen und Frauchen kennen ihre Pappenheimer und wissen in der Regel, wann diese aufgekratzt sind. Dann ist es besser, erst gar kein Foto-Shooting zu beginnen, damit der tierische Freund nicht auch noch eine Kamera-Phobie entwickelt.

Die passende Atmosphäre ist der Schlüssel zum perfekten Bild. Der Rest ist von der Situation abhängig. Besonders ruhige Tiere lassen sich im passenden Licht platzieren, andernfalls muss man Licht „mitbringen“ – in Form von Blitzlicht beispielsweise, bestmöglich mit einem oder mehreren Systemblitzen, die indirekt – also etwa über die Zimmerdecke das Motiv aufhellen können – oder sogar in Form von Studioblitzgeräten. Natürliches Licht, das zum Beispiel durchs Fenster fällt, kann man mit Reflektoren, notfalls auch mit einer großen weißen Hartschaumplatte umlenken. Empfehlenswert ist beim Fotografieren von Haustieren, sich stets auf Augenhöhe des Tieres zu begeben. Damit verhindert man eine Aufsicht und blickt nicht auf das Tier herab. Das schafft Nähe und eine natürliche Perspektive.

Die von Wenke Hetzel zu „Blende 2015“ eingereichte und ausgezeichnete Aufnahme „Entspannte Erwartung“, besticht durch einen porträttypisch geringen Schärfetiefenbereich. Nur die Zone um das näher beim Betrachter liegende Auge ist scharf, der Rest geht sanft in Unschärfe über. Das Spiel mit Schärfe und Unschärfe macht oftmals den Unterschied zwischen einem durchschnittlichen Porträt und einem, das emotional berührt. Den Effekt erreicht man am besten bei leichten bis mittleren Telebrennweiten und weit bis maximal geöffneter Blende (entsprechend kleine Blendenzahl). Die Beschränkung auf Schwarzweiß bei einer eigentlich schon schwarzen Katze ist eine weitere starke Reduktion und unterstreicht die wesentliche Bildaussage: Immer mit der Ruhe!

Fotografieren in der Praxis 07 / 2016

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