Kinder vor der Kamera - Da darf der Auslöser nicht stillstehen

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Kinder sind nicht nur unsere Zukunft, sondern sie gehören fotografiert, und das am besten täglich – sie werden es Ihnen danken, denn wer schaut sich im Erwachsenenalter nicht gerne seine Aufnahmen aus Kindertagen an? Aber nicht nur das. Auch für alle Eltern, Familienangehörige und engen Freunde sind diese Aufnahmen Gold wert. Im täglichen Leben realisiert man gar nicht, wie schnell die Zeit vergeht und welche enormen Entwicklungen die Sprösslinge binnen kürzester Zeit machen. Der Auslöser sollte dementsprechend nicht mehr stillstehen und die Devise muss lauten: Lieber einmal mehr abgedrückt als einmal zu wenig – und das nicht nur einmal im Jahr, sondern mindestens einmal im Monat, wenn nicht in der Woche und bei Neugeborenen sowie Säuglingen am besten täglich.

Kinder sind überaus dankbare Motive. Wichtiger als die Technik sind Zeit und Geduld sowie die Herangehensweise, wovon es zwei gibt. Entweder man porträtiert Kinder in mehr oder weniger gestellten Szenen oder man fotografiert sie in alltäglichen Situationen. Mit zunehmendem Alter posieren Kinder in der Regel mit großer Leidenschaft vor der Kamera, was schon einmal die halbe Miete für den Fotografen ist. Wichtig ist, den Nachwuchs mit einzubeziehen und ihn mit zunehmendem Alter auch an den gemachten Aufnahmen teilhaben zu lassen. Das erhöht die anschließende Freude vor der Kamera und begeistert für Bilder.

Akzeptieren sollte man als Fotograf immer die Phase der Scham, der Scheu oder wenn der Sprössling mal keine Lust darauf hat, abgelichtet zu werden – da geht es ihm nicht anders als uns Erwachsenen. Die Scheu vor der Kamera kann man Kindern übrigens dann am besten nehmen, indem man ihnen eine Kamera in die Hand drückt und sie vom fotografischen Spiel begeistert. Behelfen kann man sich zudem, indem Kinder das Aufnahmegerät nicht wahrnehmen und man beispielsweis aus der Distanz heraus sich mit Telebrennweiten den kleinen Geschöpfen nähert.

Als Fotograf sollte man auf Augenhöhe gehen, also ab in die Knie oder sich auch mal auf den Boden oder den Rasen beispielsweise legen. Wenn bei Regen im Zimmer gespielt wird oder aber der Sandkasten in der Sonne steht, hilft ein Blitzgerät, um richtig belichtete Bilder zu erhalten. In der Wohnung kann der Blitz an die Decke gerichtet werden – das dadurch entstehende indirekte Licht ist viel angenehmer und weicher als solches vom direkten Anblitzen. Außerdem ist das für die Fotografierten weniger störend, als wenn sie direkt frontal angeblitzt werden. Wer mehr Action im Bild haben möchte, wählt eine längere Belichtungszeit. Das Umgebungslicht sorgt dafür, dass zum scharfen, geblitzten Motiv noch etwas Bewegungsunschärfe kommt.

Die Verschlusszeit sollte in der Regel so gewählt werden, dass sie kurz genug ist, um die Bewegung einzufrieren. Meist reichen 1/60 oder 1/125 Sekunde. Bei einem sehr mobilen Kind kann aber auch 1/250 Sekunde erforderlich sein. Ist die Situation sehr actiongeladen, bietet sich der Sportmodus an. Ratsam ist auch die Serienbildfunktion, denn sie erhöht die Wahrscheinlichkeit, die Anzahl an wirkungsvollen Aufnahmen zu erhöhen.

Fotos befreien

Mit dem Ablichten der Kinder allein ist es natürlich nicht getan. Die Aufnahmen gehören sozusagen befreit. Was bringt es einem selbst, den Kindern, Familienangehörigen sowie Freunden, die man daran teilhaben lassen möchte, wenn die Fotografien auf Festplatten quasi im Datendschungel versauern. Selbsterstellte Fotobücher, als Jahrbücher ausgelegt, sind wie geschaffen für die Präsentation des Nachwuchses. Hinzu kommt, dass man beispielsweise darin wunderbar Anekdoten der Kinder zum Besten bringen kann. Wichtig bei der Fotobuchbestellung ist, an die Zukunft zu denken und nicht nur ein Exemplar in Auftrag zu geben, sondern entsprechend der Anzahl der Kinder, die in einem Haushalt leben. Spätestens wenn der Nachwuchs auszieht, möchte jeder seine Kinderbilder bei sich wissen. Man selbst blickt natürlich auch gern in die Vergangenheit zurück. Dementsprechend sollte man sich als Eltern auch nicht vergessen und lieber ein Exemplar mehr bestellen. Und gern dürfen es noch zwei Fotobücher für die Großeltern mehr sein – immer eine schöne Geschenkidee, beispielsweise zu Weihnachten.

Fotografieren in der Praxis 05 / 2014

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