Fototipp: Landschaftsfotografie - Mehr als nur ein Abbild der Realität

Die Leidenschaft für die Fotografie ist gigantisch. Mit der Digitalisierung der Fotografie vor über 20 Jahren hat eine zunehmende Professionalisierung unter Fotobegeisterten stattgefunden, die sich neben ihrem Equipment auch in ihren Werken eindrucksvoll widerspiegelt. Betrachtet man aktuell zum Einsatz kommende Fotoausstattungen von Fotoenthusiasten, so sind es hochwertige Kompaktkameras mit einem großen Zoombereich oder Kameras für Wechseloptik (kompakte System- und Spiegelreflexkameras) mit einem entsprechenden Sortiment an Objektiven, die im Einsatz sind. Mit zur Grundausstattung gehört das Stativ ebenso wie ein Sortiment an Filtern. Das ND-Filter ist aktuell äußert beliebt, lässt sich doch mit ihm die Belichtungszeit verlängern. Landschaften – und nicht nur diese – können so eindrucksvoll und auf neuerliche Art modelliert werden.

Helmut Lippert, Gewitter morgens um 5 Uhr 30 am Hintersee, Blende-Fotowettbewerb
Helmut Lippert, Gewitter morgens um 5 Uhr 30 am Hintersee, Blende-Fotowettbewerb

Mehr als ein Abbild der Realität

Wie der „Blende“-Wettbewerbsbeitrag „Gewitter morgens um 5 Uhr 30 am Hintersee“ von Helmut Lippert, eingereicht zur thematischen Vorgabe „Ob’s stürmt, ob’s schneit, ob Sonnenschein – Wetterimpressionen“ zeigt, ist die Fotografie ein höchst kreativer Schaffensprozess. Das Fotoequipment ist zusammen mit dem Fotowissen das Handwerkszeug. Das allein reicht aber bei Weitem nicht aus, um zu sehenswerten Aufnahmen zu gelangen, die weit mehr sind als nur ein Abbild der Realität. Fotobegeisterte beziehen ihre fotografische Inspiration aus:

  • den Motiven vor ihrer Linse
  • ihrer Leidenschaft für die Fotografie und ihre Motive
  • ihrer Begeisterung für das Spiel mit den Möglichkeiten, die das Fotoequipment zulässt
  • den Aufnahmen ihrer fotografischen Mitstreiter
  • den Aufnahmen namhafter Fotografen und Maler.

Ein immer stärkerer Trend, der sicherlich auch in den wachsenden kreativen Möglichkeiten durch die Innovationen im Kamerabereich begründet liegt, sind stimmungsvolle Fotografien, die wie Gemälde anmuten. Der Wettbewerbsbeitrag von Helmut Lippert ist eine solche Aufnahme. Schon sein Bildtitel verrät dem Außenstehenden, dass man gerade in der Landschaftsfotografie als Fotobegeisterter die persönliche Komfortzone verlassen muss, um Fotografien jenseits des üblichen zu schaffen. Wie der Bildtitel verrät, entstand die Aufnahme morgens um 5.30 Uhr. Wer also besondere Werke schaffen möchte, der muss gewissermaßen die Nacht zu Tage machen und bereits unterwegs sein, wenn andere noch schlafen. Fotografieren bedeutet nichts anderes, als mit Licht zu malen. Das Wetter ist für die Lichtwirkung verantwortlich und ein Gewitter steht für besonders stimmungsvolle Aufnahmen. Wetter-Apps mit ihren Vorhersagen sind für Fotografen sehr gute Wegweiser. Visionen, wie man sein Motiv inszenieren könnte, setzen voraus, sich zunächst auf sie einzulassen. Erst im nächsten Schritt geht es um die fotografische Umsetzung mit Bildgestaltung und Co. Ein sehr gutes Hilfsmittel ist übrigens aus der analogen Zeit ein Diarahmen – er hilft bei der Ausschnittfestlegung. Und nun noch ein letzter Punkt: Weniger ist mehr. Fotografien müssen nicht all das zeigen was man sieht. Im Fokus sollte die Konzentration auf das Wesentliche stehen.

„Blende“ – Der Fotowettbewerb für Fotobegeisterte jeden Alters

„Blende“, ist der Wettbewerb für Fotobegeisterte aller Altersgruppen. Seit Jahrzehnten ist „Blende“ ein Trendbarometer für den Stand der Fotografie und damit ein wichtiges Zeitdokument. Die jährliche Gemeinschaftsaktion von Tageszeitungen und der Prophoto GmbH begeistert Teilnehmer, Veranstalter und Bildgenießer gleichermaßen.

„Blende“ bietet allen Amateurfotografen ein Forum und die große Chance, ihre Schaffenskraft zum Besten zu geben. Dazu gehört auch, mit Gleichgesinnten zu den thematischen Vorgaben in den Wettstreit zu treten. Dabei wachsen die Teilnehmer über sich hinaus und geben Zeugnis über ihr kreatives fotografisches Potential. Ihre Bilder sind allesamt fotografisch konservierte Augeneindrücke, die durch ihre Teilnahme an „Blende“ zudem den Raum der privaten Betrachtung verlassen und den öffentlichen Schauplatz betreten. Nur die Präsentation der „Blende“-Bildeinsendungen in den Galerien auf unserer Homepage erscheint uns ausbaubar. Deshalb zeigen wir – vielfach mit Unterstützung der „Blende“-Fotografen – auf, was notwendig ist, um zu so einer sehenswerten Aufnahme, wie sie Helmut Lippert gelungen ist, zu gelangen. Damit soll nicht zum Kopieren inspiriert werden, sondern motiviert werden zum eigenen Spiel mit Zeit und Blende.

Fotografieren in der Praxis 03 / 2017

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