Landschaftsfotografie - 12 Dinge die man im Fotoblick haben sollte

Magische Landschaftsaufnahmen, die unsere Emotionen wecken und eine Geschichte zu erzählen wissen, sind weitaus mehr als nur ein flüchtig eingefangener Augenblick. Welche Hingabe in sehenswerten Landschaftsaufnahmen steckt offenbart sich vielfach erst dann, wenn man sich selbst als Landschaftsfotograf versucht. Es sind viele kleine Stellschrauben an denen man drehen kann, um zu atemberaubenden Landschaftsaufnahmen zu gelangen. Natürlich spielt auch das verwendete Fotoequipment eine Rolle – aber auch das ist nur eines von vielen Mosaiksteinen auf dem Weg zum Bilderfolg.

© Fotograf: Anna Maria Stein, Spieglein, Spieglein, Blende-Fotowettbewerb
Anna Maria Stein, Spieglein, Spieglein, Blende-Fotowettbewerb

  • Eine Landschaft wirkungsvoll fotografisch in Szene setzen gelingt nur dann, wenn uns das, was wir sehen, begeistert. Wer kennt sie auf Reisen nicht, die sogenannten Fotopunkte – also die Hinweise mit dem optimalen Kamerastandort. Im Herdentrieb wird von dort aus die Aufnahme gemacht, ohne sich mit der Landschaft auseinanderzusetzen. Man fotografiert, weil es alle anderen auch tun. Ob einen der Ausblick wirklich begeistert – und das ist essenziell für tolle Landschaftsaufnahmen – wird nicht hinterfragt.
  • Sehenswerte Landschaftsaufnahmen setzen voraus, dass man das, was man sieht, für sich im Vorfeld erobert und anschließend die Begeisterung dafür in Bildern verewigt. Fotografien sind nämlich weitaus mehr als nur das Festhalten von Momenten. Jede Fotografie ist auch ein Spiegelbild der persönlichen Emotionen – erst wenn man diese in Bildern verankert, wird die erzählte Geschichte noch intensiver.

© Fotograf: Friedemann Espe, Ilse- Harz Nationalpark , Blende-Fotowettbewerb
Friedemann Espe, Ilse- Harz Nationalpark , Blende-Fotowettbewerb

  • Fotografieren bedeutet persönliche Entschleunigung. Diese geht damit einher, sich für die Eroberung der Motive Zeit zu nehmen – Es ist hier genauso wie beim Kennenlernen des Partners.
  • Sehenswerte Landschaftsaufnahmen, das bedeutet auch, den inneren Schweinehund zu überwinden und mitunter sogar die Nacht zum Tage zu machen. Wenn der Tag erwacht – aber auch, wenn er sich verabschiedet – dann ist das Licht wie für die Landschaftsfotografie geschaffen.
  • Zur richtigen Zeit am richtigen Ort – Landschaftsfotografen brauchen auch das Glück des Tüchtigen. So wirken Landschaftsaufnahmen wesentlich imposanter, wenn der Himmel mit Wolken durchzogen ist. Sie formen nicht nur den Himmel, sondern stehen gerade in den Morgen- sowie Abendstunden für ein wirkungsvolleres Licht, das der Landschaftsaufnahme zugutekommt.

© Fotograf: Claudia Rimkus, Früh am Morgen im Fjord, Blende-Fotowettbewerb
Claudia Rimkus, Früh am Morgen im Fjord, Blende-Fotowettbewerb

  • Es sind oftmals nur Kleinigkeiten, die eine ansonsten sehenswerte Landschaftsaufnahme zunichtemachen können. Ein Beispiel dafür ist am Bildrand liegender Müll.
  • Landschaften gehören gestaltet, denn genauso wie man sie als Fotograf für sich erobert, soll sie auch der Bildbetrachter dann für sich entdecken. Dazu gehört, ihn durch die Aufnahme zu führen. Das gelingt durch das fotografische Spiel mit Linien, Formen, Licht und der Perspektive.
  • Ein gerader Horizont ist Pflicht – nichts stört mehr, als wenn das Motiv nach rechts oder links abkippt.
  • Landschaftsfotografie steht in den meisten Fällen für Weite. Um diese zu erzielen, sollte sich im Vordergrund kein dominantes Bildmotiv befinden.

© Fotograf: Brigitte Rein, Morgenstimmung in Pfronten, Blende-Fotowettbewerb
Brigitte Rein, Morgenstimmung in Pfronten, Blende-Fotowettbewerb

  • Ist Wasser in der Landschaftsfotografie das bildgebende Element und sollte es modelliert werden. Das Spiel mit Zeit und Blende sollte eingegangen werden. So ist stilles, glasklares Wasser mit Reflexionen ebenso wirkungsvoll wie seidiges Wasser, eingefangen mit einer langen Belichtungszeit und unter Zuhilfenahme eines ND-Filters.
  • Auf die Schärfe ist zu achten – unbeabsichtigte Unschärfe zerstört das schönste Landschaftsmotiv.
  • Komfortzone verlassen, das Außergewöhnliche suchen, neue Seherlebnisse schaffen und fotografischen Regeln bewusst zu missachten – das sind weitere Punkte auf dem Weg zu Landschaftsaufnahmen, wie es sie kein zweites Mal geben wird.

„Blende“ – Der Fotowettbewerb für Fotobegeisterte jeden Alters

„Blende“, ist der Wettbewerb für Fotobegeisterte aller Altersgruppen. Seit Jahrzehnten ist „Blende“ ein Trendbarometer für den Stand der Fotografie und damit ein wichtiges Zeitdokument. Die jährliche Gemeinschaftsaktion von Tageszeitungen und der Prophoto GmbH begeistert Teilnehmer, Veranstalter und Bildgenießer gleichermaßen.

„Blende“ bietet allen Amateurfotografen ein Forum und die große Chance, ihre Schaffenskraft zum Besten zu geben. Dazu gehört auch, mit Gleichgesinnten zu den thematischen Vorgaben in den Wettstreit zu treten. Dabei wachsen die Teilnehmer über sich hinaus und geben Zeugnis über ihr kreatives fotografisches Potential. Ihre Bilder sind allesamt fotografisch konservierte Augeneindrücke, die durch ihre Teilnahme an „Blende“ zudem den Raum der privaten Betrachtung verlassen und den öffentlichen Schauplatz betreten. Nur die Präsentation der „Blende“-Bildeinsendungen in den Galerien auf unserer Homepage erscheint uns ausbaubar. Deshalb zeigen wir – vielfach mit Unterstützung der „Blende“-Fotografen – auf, was notwendig ist, um zu so sehenswerten Aufnahmen, wie hier veröffentlicht, zu gelangen. Damit soll nicht zum Kopieren inspiriert werden, sondern motiviert werden zum eigenen Spiel mit Zeit und Blende. Weitere Informationen zum laufenden Fotowettbewerb „Blende 2017“.

Fotografieren in der Praxis 10 / 2017

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