Fototipp: Landschaftsfotografie - Das Wetter vorhersagen und interpretieren können

Ruth Gehrig, Nebelumwoben, Blende-Fotowettbewerb Bildgalerie betrachten

Für Fotobegeisterte gibt es kein schlechtes Wetter – ob es nun beispielsweise regnet, schneit oder stürmt, Fotowetter ist prinzipiell immer. Das ist aber irgendwo nur die halbe Wahrheit, denn es kommt natürlich auch auf das Fotogenre an. Ambitionierte Landschaftsfotografen wissen davon ein Lied zu singen, hat das Wetter natürlich einen maßgeblichen Einfluss auf die Umsetzung ihrer Bildideen. Nehmen wir das Wetterphänomen Nebel. Dieser kann Fluch oder Segen zugleich sein. Soll dieser als bildgebendes Element in der Aufnahme eine Bedeutung erlangen, so bedeutet dies, dann loszuziehen, wenn die Nebelwahrscheinlichkeit hoch ist. Nur wer also das Wetter im Blick hat, der spart an wertvoller Zeit und minimiert für sich auch mögliche Fehlschläge. Nichts ist doch frustrierender als nachts für tolle morgendliche Nebelimpressionen aufzustehen, um dann am Aufnahmeort festzustellen, dass das Wetter einem einen Strich durch die Rechnung macht.

Eingefleischte Landschaftsfotografen wissen aus Erfahrung und weil sie Wetterkarten lesen können, wann für sie die Wetterbedingungen so sind, dass sie losziehen. Gerade als Einsteiger heißt es, dieses Wissen, aber auch die Erfahrungen auf dem Weg zum Erfolg, erst einmal für sich zu sammeln. Das verstehen übrigens viele auch als einen Aspekt des Sehen lernen. Dazu gehört zunächst auch, sich mit den unterschiedlichen Jahreszeiten sowie Wetterphänomenen und den damit variierenden Lichtbedingungen – auch im Tagesverlauf – auseinanderzusetzen, heißt Fotografieren ja nichts anderes, als mit Licht malen. Im ersten Schritt ist es wertvoll für die eigene fotografische Schaffenskraft, sich erst einmal darüber bewusst zu werden, wie wandelbar das Licht, das so elementar ist, wie wir Motive in Szene setzen, ist.

Bilderfolg strebt jeder an, der fotografiert. Das bedeutet zugleich wissenshungrig auch auf Gebieten außerhalb der reinen Fotografie zu sein. Dazu gehören beispielsweise Kenntnisse über das Wetter und seinen Fotoeinfluss zu haben und sich mit der Fragestellung auseinanderzusetzen, wie das Wetter entsteht und wie man Wetterkarten liest sowie richtig für sich deutet. Heute leben wir im Informationsschlaraffenland, ist das Angebot an Wetter-Apps und Wetterkarten scheinbar grenzenlos. Alles kann über diese Karten in Erfahrung gebracht werden, ob nun der Bedeckungsgrad, die relative Luftfeuchte, die Windrichtung, die Regen- und Gewitterwahrscheinlichkeit und noch so vieles mehr.

Bleiben wir beim Beispiel Nebel. Hier unterscheidet man grob drei Arten mit feinen Nebelschleiern, Boden- und Hochnebel. Welche Form des Nebels vorliegt ist vom Wetter abhängig. Feine Nebelschleier nur wenige Meter hoch über der Landschaft liegend bilden sich nach sternklaren Nächten und wenn es windstill ist. Bodennebel, der mehrere Meter hoch sein kann, setzt nicht nur Windstille, sondern eine Luftfeuchtigkeit von um die 90 Prozent voraus, die in den Morgenstunden durchaus auch bei nahezu 100 Prozent liegen kann. So eine hohe Luftfeuchtigkeit wird in der Nähe von Flüssen sowie Seen erreicht oder, wenn es windstill ist und es sehr schnell abkühlt. Hochnebel hingegen kennt man vornehmlich aus dem Gebirge. Darunter versteht man in erster Linie eine Schicht niedriger Wolken. Sie entsteht durch den komplexen Prozess des Mischens verschiedener warmer und feuchter Luftschichten.

„Blende“ – Der Fotowettbewerb für Fotobegeisterte jeden Alters

„Blende“, ist der Wettbewerb für Fotobegeisterte aller Altersgruppen. Seit Jahrzehnten ist „Blende“ ein Trendbarometer für den Stand der Fotografie und damit ein wichtiges Zeitdokument. Die jährliche Gemeinschaftsaktion von Tageszeitungen und der Prophoto GmbH begeistert Teilnehmer, Veranstalter und Bildgenießer gleichermaßen.

„Blende“ bietet allen Amateurfotografen ein Forum und die große Chance, ihre Schaffenskraft zum Besten zu geben. Dazu gehört auch, mit Gleichgesinnten zu den thematischen Vorgaben in den Wettstreit zu treten. Dabei wachsen die Teilnehmer über sich hinaus und geben Zeugnis über ihr kreatives fotografisches Potential. Ihre Bilder sind allesamt fotografisch konservierte Augeneindrücke, die durch ihre Teilnahme an „Blende“ zudem den Raum der privaten Betrachtung verlassen und den öffentlichen Schauplatz betreten. Nur die Präsentation der „Blende“-Bildeinsendungen in den Galerien auf unserer Homepage erscheint uns ausbaubar. Deshalb zeigen wir – vielfach mit Unterstützung der „Blende“-Fotografen – auf, was notwendig ist, um zu so sehenswerten Aufnahmen, wie hier veröffentlicht, zu gelangen. Damit soll nicht zum Kopieren inspiriert werden, sondern motiviert werden zum eigenen Spiel mit Zeit und Blende. Übrigens: in Kürze fällt mit „Blende 2017“ der Startschuß zur 43. Runde.

Fotografieren in der Praxis 04 / 2017

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