Lightpainting - Malen mit Licht

© Fotograf: Rita Gartzen, Blende in Feuerschrift!, Blende-Fotowettbewerb
© Fotograf: Rita Gartzen, Blende in Feuerschrift!, Blende-Fotowettbewerb
Fotografieren bedeutet nichts anderes als das Malen mit LichtLightpainting nimmt dies Wörtlich. Die der puren Kreativität geschuldeten Fotografien faszinieren nachhaltig und sind zugleich auch Inspirator, sich diesem fotografischen Genre zu stellen. Wir können nur sagen, es macht richtig Spaß auch, weil man immer wieder die Überraschungsmomente hat, wie denn die Lichtmalerei in den Fotografien wirkt. Toll an Lightpainting ist zudem, dass man in der Gruppe gemeinsam Ideen entwickelt. Die photokina 2016, die vom 20. bis zum 25. September in Köln ihre Tore öffnet, bietet mit „LIGHT ART by photokina“ tiefe Einblicke in das Thema Lightpainting. Hier bekommt man von den besten Fotografen und Foto-Künstlern gezeigt, wie man mit Langzeitbelichtung und dem richtigen Licht sowie den passenden Bewegungen ganz einfach fantastische Bilder produziert. Schon allein wegen „LIGHT ART by photokina“ lohnt sich der Besuch der photokina, die in diesem Jahr mit ihren unzähligen Events noch stärker das Erleben von Foto und Imaging durch ausprobieren in den Fokus rückt. Wesentlich kostengünstiger ist es übrigens, die Eintrittskarte schon im Vorfeld zu kaufen.

Eine Liebeserklärung für unseren Fotowettbewerb ist die Aufnahme „Blende in Feuerschrift! „eingereicht von Rita Gartzen. Sie führt zu Ihrer Aufnahme aus: „Die Idee mit der Feuerschrift kam mir, weil ich zunächst für meine Cousine, die an diesem Tag Geburtstag feierte und die Freundin meines Bruders, die in ihren Geburtstag hineinfeierte, als Geschenk Fotos ihrer Namen in Feuerschrift machen wollte. So entstand auch die Idee mit “Blende” in Feuerbuchstaben als Erinnerung an die jährlichen Fotowettbewerbe und dieses Bild um ca. 0 Uhr nachts. Da wir beim Ausklingen der Geburtstagsfeier an einem Lagerfeuer saßen, kam mir die Idee, einen Bambusstab, der eigentlich zum Erhitzen von Marshmallows über dem Feuer verwendet wurde, anzuzünden und damit Wörter in die Luft zu schreiben. “Blende” ist auf der einen Seite Name des Fotowettbewerbs und gleichzeitig die Bezeichnung für die Blende an einer Kamera eines jeden Teilnehmers. Dadurch sind durch diesen Namen alle Teilnehmer miteinander verbunden. Je nachdem wie viel Licht man durch die unterschiedlich eingestellte Blendenöffnung hineinlässt, entsteht ein Bild durch eine große oder kleinere Belichtung. Hier wurde eine kleinere Blendenöffnung benutzt.“

Dunkel sollte es sein, wenn es um Lightpainting geht. Das kann draußen unter freiem Himmel sein, im eigenen Studio oder beispielsweise in verlassenen alten Industrieanlagen. Welche Örtlichkeit man bevorzugt, hängt natürlich von der Intention ab. Für Einsteiger in dieses Themengebiet sind die eigenen vier Wände zunächst ratsam – der Raum sollte schon eine gewisse Größe von um die 20 m2 und mehr haben und auch nicht so zugestellt sein, damit man sich darin mit seinen Leuchtkörpern auch bewegen kann. Stolperfallen gehören aus dem Weg geräumt, denn da es nahezu dunkel ist, möchte man ungern über etwas fallen, was im Weg steht. Für die Akteure vor der Kamera empfehlenswert ist schwarze Kleidung. Auch an die Hände sollte man denken – hier bieten sich leichte Handschuhe an, mit denen die Bedienung der Leuchtkörper noch sichergestellt ist. Fehlt es einem an Mitstreitern, so kann man sich natürlich auch selbst vor die Kamera begeben. Eine Alternative zu sich bewegenden Personen sind Leuchtkörper an sich bewegenden Geräten zu befestigen. Das kann der Mixer ebenso sein wie der Ventilator oder die Bohrmaschine. Wichtig ist natürlich, die Sicherheit zu beachten und sich sowie andere, aber auch die eigenen vier Wände nicht in Gefahr zu bringen. Der Einsatz von Wunderkerzen beispielsweise sollte unserer Ansicht nach draußen verlegt werden, denn ansonsten ist der Ärger über mögliche Brandlöcher im Parkett oder auf dem Teppich groß.

Wichtig ist natürlich eine Kamera – mit einer hochwertigen Kompaktkamera ist man ebenso gut beraten wie mit einer kompakten System- und/oder Spiegelreflexkamera. Manuelle Fokussierung und ein „B“-Modus (Bulb) sind Pflicht. Möchte man noch mehr aus seinen Fotografien herausholen, dann sollte im RAW-Format fotografiert werden. Dies setzt natürlich die anschließende Bereitschaft zur Bildbearbeitung voraus. Sofern die Kamera die Option bietet, sollte die Rauschunterdrückung aktiviert sein. Mit einem Smartphone sollte man sich diesem Themengebiet der Fotografie nicht stellen. Es kann getrost in der Hosentasche verbleiben oder als künstliche Lichtquelle herangezogen werden.

Die verwendete Optik bestimmt den Radius, indem man sich mit seinen Leuchtkörpern bewegen kann, und was man außerhalb dessen fotografisch noch einfangen möchte. Mit der Weitwinkeloptik kann ein deutlich größerer Bildausschnitt eingefangen werden als mit einer Telebrennweite. Ein Stativ ist Pflicht – wir raten zu einem Drei- oder Vierbeinstativ.

Ohne künstliche Lichtquellen geht es beim Lightpainting natürlich nicht, denn sie stehen für das Malen mit Licht. Für welche man sich entscheidet, hängt natürlich von der Bildidee und der eigenen Intention ab. Sehr beliebt sind Taschenlampen, die jeder von uns zu Hause hat. Tolle Bildergebnisse liefern aber auch unterschiedlich eingefärbte Leuchtstäbe, Lichterketten, Laserpointer und die schon erwähnten Wunderkerzen. Natürlich können die unterschiedlichen Lichtquellen miteinander kombiniert werden, was für besondere Effekte sorgt. LED-Taschenlampen bieten den großen Vorteil, dass sie dem Fotografen eine tagesähnliche Farbe garantieren und die Batterien auch lange Zeit halten. Wer sich für Glühlampen entscheidet, der erhält einen wärmeren Ton.

Anmerkung: Kann man aber auch vorab durch den korrekten oder manipulierten Weißabgleich bestimmen, aber auch nachträglich per Weißabgleichkorrektur.

Fotografieren in der Praxis 08 / 2016

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