Lightpainting: Malen mit Licht - Der Kreativität in allen Richtungen freien Lauf lassen

Lightpainting. © Fotograf: Branco Consdorf, Midnight Encounter, Blende-Fotowettbewerb
Branco Consdorf, Midnight Encounter, Blende-Fotowettbewerb
Lightpainting bedeutet unbegrenztes malerisches kreatives Lichtspiel vor und fotografischen Spaß hinter der Kamera. Der Zufall führt beim Malen mit Licht mehr oder weniger stark ausgeprägt Regie – das steigert den Reiz an diesem Fotosujet. Die Bildergebnisse sind nur bedingt vorhersehbar. Das erhöht die Spannung und damit den Spaß für alle Beteiligten. Diese Portion Ungewissheit ist es aber auch, die zu neuen weiteren Experimenten führt und damit zu beeindruckenden Bildergebnissen, wie der „Blende 2017“-Wettbewerbsbeitrag „Midnight Encounter“ von Branco Consdorf zeigt. Lightpainting – für alle die dieser Art der Fotografie noch nicht verfallen sind – macht süchtig nach mehr und zwar in alle Richtungen. Mehr an Kreativität geht quasi nicht. Man schafft mit Lightpainting fotografische Werke, die es in dieser Form kein zweites Mal gibt. Der ein oder andere wird sagen, dass jede Fotografie einzigartig ist. Im Grunde stimmt das. Dennoch gibt es die sogenannten Postkartenmotive mit großer Übereinstimmung beispielsweise hinsichtlich des Bildaufbaus.

Branco Consdorf zu seiner Aufnahme „Midnight Encounter“

„So lange schon wollte ich mal versuchen, einen Anglerfisch zu malen. Intensiv habe ich mich vor dem finalen Bild mit verschieden Locations auseinandergesetzt und witzigerweise bin ich aber dann wieder in dem Wald gelandet in dem vor circa 3 Jahren alles anfing ☺. Bewaffnet mit verschiedenen Taschenlampen und Aufsätzen, einer Teleskopstange wie auch einer Leiter und Kreppband konnte der Spaß beginnen. Anfangs wollte ich ja nur den Fisch malen, wie er sich durch das Unterholz bewegt, dann aber hatte ich gefallen an dem Gedanken, mich mit ins Bild zu malen. Zu sehen ist hier eine einzelne Belichtung, kein Photoshop, entwickelt in Lightroom.“

Kameraausrüstung – Was man braucht

Jeder der im Besitz einer Kamera ist, die über die Möglichkeit der manuellen Fokussierung und den „B“-Modus (Bulb) verfügt, der kann sich Lightpainting erschließen. Nach unserem Kenntnisstand sind alle hochwertigen Kompaktkameras sowie alle kompakten System- und Spiegelreflexkameras für Lightpainting geeignet. Von Vorteil ist, wenn die Kamera über das RAW-Format verfügt – dann kann man anschließend noch mehr aus seinen Fotografien herausholen. Wer es sich offen halten möchte und im Besitz einer Kamera ist, die sowohl JPEG als auch RAW-Daten gleichzeitig ablegt, der sollte diese Option wählen. Das kostet nur etwas mehr Speicherplatz. Sofern die Kamera die Option bietet, sollte die Rauschunterdrückung aktiviert sein. Mit einem Smartphone sollte man sich diesem Themengebiet der Fotografie nicht stellen wollen, die Ergebnisse werden einen nicht zufriedenstellen. Es kann getrost in der Hosentasche verbleiben oder als künstliche Lichtquelle herangezogen werden.

Optik – Hängt von der Intention ab

Die verwendete Optik bestimmt den Radius, indem man sich mit seinen Leuchtkörpern bewegen kann, und was man außerhalb dessen fotografisch noch einfangen möchte. Mit der Weitwinkeloptik kann ein deutlich größerer Bildausschnitt eingefangen werden als mit einer Telebrennweite. Kommen Akteure mit ihrer Lichtkunst zum Einsatz, so ist ein größerer Abstand zwischen Kamera und ihnen ebenso ratsam wie die Wahl einer längeren Brennweite. Geht es um das künstlerische Gestalten mit Licht im Nahbereich, dann ist natürlich das Makroobjektiv die erste Wahl. Ein Stativ ist Pflicht – wir raten zu einem Drei- oder Vierbeinstativ.

Lightpainting – zwei Optionen

Bei Lightpainting handelt es sich um Langzeitbelichtungen von Bewegungen einer oder mehrerer Lichtquellen oder durch Bewegung der Kamera. Es stehen einem also zwei Optionen beim Fotografieren offen. Entweder wird das Licht in Richtung der Kamera gehalten und während der Belichtung bewegt, um Formen oder Linien zu erzeugen oder umgekehrt, indem die Kamera in bestimmte Richtungen bewegt wird, um durch die Veränderung der Position der stationären Lichtquellen im Bildausschnitt Linien zu erzeugen. Lightpainting braucht prinzipiell Dunkelheit – ist aber bei Einsatz von ND-Filtern auch bei Tageslicht möglich. In diesem Fall wird jedoch ein entsprechend helleres Leuchtmittel benötigt.

„Blende“ – Der Fotowettbewerb für Fotobegeisterte jeden Alters

„Blende“ ist der Wettbewerb für Fotobegeisterte aller Altersgruppen. Seit Jahrzehnten ist „Blende“ ein Trendbarometer für den Stand der Fotografie und damit ein wichtiges Zeitdokument. Die jährliche Gemeinschaftsaktion von Tageszeitungen und der Prophoto GmbH begeistert Teilnehmer, Veranstalter und Bildgenießer gleichermaßen.

„Blende“ bietet allen Amateurfotografen ein Forum und die große Chance, ihre Schaffenskraft zum Besten zu geben. Dazu gehört auch, mit Gleichgesinnten zu den thematischen Vorgaben in den Wettstreit zu treten. Dabei wachsen die Teilnehmer über sich hinaus und geben Zeugnis über ihr kreatives fotografisches Potential. Ihre Bilder sind allesamt fotografisch konservierte Augeneindrücke, die durch ihre Teilnahme an „Blende“ zudem den Raum der privaten Betrachtung verlassen und den öffentlichen Schauplatz betreten. Nur die Präsentation der „Blende“-Bildeinsendungen in den Galerien auf unserer Homepage erscheint uns ausbaubar. Deshalb zeigen wir – vielfach mit Unterstützung der „Blende“-Fotografen – auf, was notwendig ist, um zu so sehenswerten Aufnahmen, wie hier veröffentlicht, zu gelangen. Damit soll nicht zum Kopieren inspiriert werden, sondern motiviert werden zum eigenen Spiel mit Zeit und Blende. Weitere Informationen zum laufenden Fotowettbewerb „Blende 2017“.

Fotografieren in der Praxis 10 / 2017

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