Lost Places - Die fotografische Arbeit findet vielfach am Rechner ihre Fortsetzung

Verlassene Hotels, verfallene Krankenhäuser, Turnhallen, Kinos, Fabrikgebäude oder beispielsweise stillgelegte Gewächshäuser – die Anziehungskraft von Vergangenem ist gigantisch. Fotografen wie der „Blende 2017“-Teilnehmer Frank Borde mit seiner Wettbewerbsaufnahme „Schatten der Vergangenheit“ bewahren bei allem Verfall diese magischen geschichtsträchtigen Orte als Zeitdokumente und erschließen damit Außenstehenden diese Welt. Seine Aufnahme stammt von einer „Lost Places“-Exkursion in das verlassene Schloßhotel Waldlust in Freudenstadt. Dieses verlassene Hotel wird vom Verein für Kulturdenkmale gepflegt und betreut. Interessierte Fotografen können dort, gegen einen kleinen Obolus, regelmäßig an offiziellen Fototerminen teilnehmen.

© Fotograf: Frank Borde, Schatten der Vergangenheit, Blende-Fotowettbewerb
Frank Borde, Schatten der Vergangenheit, Blende-Fotowettbewerb

Das sehr spezielle Flair dieses Ortes steht für Frank Borde auch damit im Zusammenhang, dass die zum Teil sehr gut erhaltene Inneneinrichtung des Hotels an manchen Stellen suggeriert, dass gestern noch Jemand dort gewohnt beziehungsweise übernachtet haben könnte. Im Hintergrund seiner Aufnahme ist der ehemalige Speise- beziehungsweise Tanzsaal zu sehen. Mit einem Fisheye Objektiv hat er klassische Belichtungsreihen vom Stativ angefertigt und daraus dann am Rechner ein HDR Bild berechnet. Sein Model, Fotografin und Stylistin (Susanne Esser, www.mein-augen-blick.de) hatte ihr spezielles Outfit passend zur Location ausgewählt.

„Wie so oft bei solchen Fotos beginnt die eigentliche Arbeit dann zu Hause mit Lightroom und Photoshop“, so Frank Borde der weiter ausführt: „Ein „normales“ HDR-Foto war für die jetzt entstandene Bildidee zu langweilig, also bearbeitete ich es weiter, bis es einen dunklen, mystischen Ausdruck bekam. Das Model habe ich dann klassisch freigestellt und nach meinen Vorstellungen vor dem Hintergrund platziert. Nach einigen Stunden Photoshop und vielen Versuchen mit wellenartigen Verzerrungen in Kombination mit Verläufen, Transparenzen und Farben ist es mir dann gelungen, den finalen, geisterhaften Ausdruck des Bildes zu erzielen.

Kameraequipment für die Lost Places Fototour

Auf einer Lost Places Fototour sollte man so wenig Gepäck wie nur möglich mitnehmen. Ratsam ist ein Fotorucksack, denn mit diesem hat man die Hände frei. Mit einer Kamera mit einem weitwinkligen Objektiv zwischen 10 und 28 mm (KB) kann man sowohl die Innen- als auch die Außenbereiche wirkungsvoll ablichten. Auf welche Brennweite man schlussendlich setzt hängt auch von der Intention ab. Ratsam ist ein leichtes Reisestativ, denn die nicht immer ausreichenden Lichtverhältnisse verlangen danach, möchte man Verwacklungen vorbeugen. Einen separaten Blitz einzupacken ist ebenso ratsam wie Ersatzspeicherkarten und Ersatzakkus.

„Blende“ – Der Fotowettbewerb für Fotobegeisterte jeden Alters

„Blende“, ist der Wettbewerb für Fotobegeisterte aller Altersgruppen. Seit Jahrzehnten ist „Blende“ ein Trendbarometer für den Stand der Fotografie und damit ein wichtiges Zeitdokument. Die jährliche Gemeinschaftsaktion von Tageszeitungen und der Prophoto GmbH begeistert Teilnehmer, Veranstalter und Bildgenießer gleichermaßen.

„Blende“ bietet allen Amateurfotografen ein Forum und die große Chance, ihre Schaffenskraft zum Besten zu geben. Dazu gehört auch, mit Gleichgesinnten zu den thematischen Vorgaben in den Wettstreit zu treten. Dabei wachsen die Teilnehmer über sich hinaus und geben Zeugnis über ihr kreatives fotografisches Potential. Ihre Bilder sind allesamt fotografisch konservierte Augeneindrücke, die durch ihre Teilnahme an „Blende“ zudem den Raum der privaten Betrachtung verlassen und den öffentlichen Schauplatz betreten. Nur die Präsentation der „Blende“-Bildeinsendungen in den Galerien auf unserer Homepage erscheint uns ausbaubar. Deshalb zeigen wir – vielfach mit Unterstützung der „Blende“-Fotografen – auf, was notwendig ist, um zu so sehenswerten Aufnahmen, wie hier veröffentlicht, zu gelangen. Damit soll nicht zum Kopieren inspiriert werden, sondern motiviert werden zum eigenen Spiel mit Zeit und Blende. Weitere Informationen zu „Blende“: https://www.prophoto-online.de/fotowettbewerb-blende

Fotografieren in der Praxis 11 / 2017

1 Kommentare

ganz schön abgefahren, mit eine Spur zu viel

Theresa W

von Theresa W
17. November 2017, 10:53:36 Uhr

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