Luftbildphotographie - Über den Wolken

Über den Wolken Finnlands Bildgalerie betrachten “Über den Wolken Finnlands”
Anka Bode

Luftbildphotographie bezeichnet ein photographisches Genre, bei dem Abbildungen aus der Vogelperspektive heraus angefertigt werden. Es gibt keine klare Definition, in welcher Höhe sich die Kamera befinden muß oder ob ein bestimmter Bildwinkel und Abstand zum Motiv eingehalten werden sollte, um eine Aufnahme als Luftbild zu klassifizieren. Als entscheidende Merkmale gilt die Vogelperspektive, der relativ große Abstand zum abgebildeten Motiv und die damit verbundene Abbildung einer größeren Fläche.

Diesen Merkmalen zufolge reicht es aus, einen erhöhten Standpunkt wie beispielsweise einen Hochsitz oder einen Kirchturm einzunehmen und aus der Vogelperspektive zu photographieren. Wer mit dem Linienflugzeug eine Reise antritt, kommt in den Genuß, über den Wolken zu fliegen. Die besten Aufnahmegelegenheiten während des Fliegens hat man - sofern man am Fenster sitzt - kurz nach dem Start oder kurz vor der Landung. Ansonsten fliegen die großen Maschinen zu hoch, interessante Aufnahmen sind zwar von Wolkenformationen und Sonnenauf- und -untergängen möglich, aber nicht von der Erde. Bei kleineren Verkehrsmaschinen, die deutlich niedriger fliegen, hat man oft die Gelegenheit, Gebirgsformationen im Bild festzuhalten.

Kunststoff- und Glasfenster stellen beim Photographieren aus einem Linienflugzeug ein Problem dar. Aus diesem Grund sollte man mit der Kamera/dem Objektiv möglichst nah an das Fenster herangehen. Eine große Blende läßt die Oberfläche des Fensters unscharf werden. Wird ein Polfilter zum Abdunkeln des Himmels eingesetzt, können Materialspannungen der Scheiben sichtbar werden.

Die Beleuchtung spielt bei der Luftbildphotographie eine entscheidende Rolle. Am günstigsten ist die tiefstehende helle Sonne am Morgen oder späten Nachmittag. Das Streiflicht modelliert durch lange Schatten die Strukturen des Geländes heraus. Dunst hat eine negative Auswirkung auf die Bildqualität. Ist die Sicht erheblich behindert, sollte man einen Pol- oder UV-Filter verwenden, leicht unterbelichten und nicht gegen die Sonne photographieren.
 

Fotografieren in der Praxis 12 / 2004

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